Sonntag | 27. Mai 2012 | 10:21 Uhr
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  • FILM REVIEW | Über Wasser - Menschen und gelbe Kanister
  • Über Wasser - Menschen und gelbe Kanister

    Dokumentation | Luxemburg / Österreich 2007
  • | INHALTSANGABE

  • Kapitel Eins: In Bangladesch wird der Alltag der Menschen vom Wasser bestimmt. Beginnt die Regenzeit, dann wissen die Familien aus Chandina, dass der schlimme Teil des Jahres begonnen hat. Denn mit dem Regen steigt der Fluss und schwemmt täglich große Stücke ihrer Felder davon, bis ihnen nichts anderes übrig bleibt, als sich ein neues Stück Land zu suchen. Auf diese Weise werden immer mehr Bauern zu Nomaden.

    Kapitel Zwei: Einst war Aralsk in Kasachstan eine blühende Hafenstadt am Aralsee Nun allerdings liegen die Schiffe auf dem Trockenen und für die Fischer gibt es keine Fische mehr. Denn durch ein Landgewinnungsprojekt wurde der Aralsee so weit ausgetrocknet, dass er nun ganze 100 Kilometer von Aralsk entfernt liegt. Der Ort ist nun wie ausgestorben, 90 Prozent der verbliebenen Bewohner sind arbeitslos und die Hallen der einst riesigen Fischfabrik sind zerfallen.

    Kapitel Drei: Kibera ist der größte Slum im afrikanischen Nairobi. Hier wird das Trinkwasser zur Ware und inoffiziell agierende Wasserhändler regeln die Wasserversorgung. Nur wer Geld hat, kann sich genug Wasser zum Leben leisten. Um an die Quellen zu gelangen müssen die Menschen oft stundenlange Wege in Kauf nehmen.
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      • | FILMKRITIK

      • Regisseur Udo Maurer wendet sich in seinem Dokumentarfilm "Über Wasser" drei Teilen der Erde mit jeweils ganz eigenem Zugang zum Thema "Wasser" zu. Eines steht bei allen drei Orten im Vordergrund: Wasser ist elementarer Bestandteil des Alltags, des Lebens und des Überlebens. Dabei unterlegt Maurer seine Kapitel nicht mit einem Off-Kommentar, sondern lässt die Menschen vor Ort zu Wort kommen. Sie erzählen ganz nüchtern von ihrer gegenwärtigen Situation.

        Und so trifft man hier auf Bauern in Bangladesch, die im Laufe der letzten Jahre viele Male umziehen mussten, weil die der Fluss ihre Felder weggespült hat. Ob und in wie weit der Klimawandel Ursache für die immer stärker ausfallenden Überflutungen ist, wird dabei nicht gesagt. Dass die Menschen nicht unschuldig an ihrer Lage sind, spricht der Film zwar nicht immer direkt an, macht es aber dennoch zwischen den Zeilen deutlich.

        Um die Schuld der Menschen am Austrocknen des Aralsees bei Aralsk darzustellen genügt Maurer das Einspielen eines alten Propagandafilms. In ihm wird in schwärmerischen Worten das Landgewinnungsprojekt beworben, das aus der Wüste blühende Felder machen sollte. Anstelle wirtschaftlichen Aufschwungs trat allerdings wirtschaftliche Armut und wie sehr die Menschen den See brauchen merken sie erst, wenn er nicht mehr da ist.

        Der Film regt in vielerlei Hinsicht zum Nachdenken an. Udo Maurer nimmt den Zuschauer dabei nicht an die Hand, sondern lässt ihn selbst beobachten und entdecken. Dabei stellt er ganz unauffällig unsere Selbstverständlichkeit im Umgang mit Wasser infrage und zeigt uns mit Hilfe von gleichermaßen beeindruckenden wie beängstigenden Bildern, wie wichtig uns dieser Grundstoff des Lebens sein sollte.
      • | FAZIT

      • "Über Wasser" ist eine sehr sehenswerte Dokumentation über ein elementares Thema.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Anke Hermann

      • | Userwertung

      Wertung: 1.0/10 (1 vote)

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