FILM REVIEW | Indiana Jones 4: Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels
Indiana Jones 4: Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels
Action,
Abenteuer
| USA 2008
| INHALTSANGABE
Der Mann mit der Peitsche ist wieder da. Nach über 18 Jahren Urlaub kehrt Indiana Jones (Harrison Ford) auf die Leinwand zurück. Inzwischen ist bei Jones der Zweite Weltkrieg überstanden und er findet sich in den 50er Jahren wieder. Im atomaren Wettstreit versuchen sich USA und Sowjetunion mit einem immer größeren Militärarsenal zu überbieten. Das russische Militär schreckt dabei auch vor der Erforschung von parapsychologischen Waffen nicht zurück.
Die russische Agentin Irina Spalko (Cate Blanchett) entführt Professor Jones zusammen mit seinem Freund Mac (Ray Winstone) und bringt sie in die Area 51. Dort soll Jones ein ehemals eingelagertes, geheimes Artefakt auffinden, von dem sich die Russen große Macht erhoffen. Als sich Mac als russischer Spion entpuppt, gelingt es Jones zu fliehen und zurück nach Hause ans Marshall College zu kehren. Doch daheim haben sich die Dinge geändert. Jones wird durch die Regierung selbst das Vertrauen entzogen und er muss seine Lehrstelle abgeben.
Auf seinem Rückweg lernt er den jugendlichen Draufgänger Mutt (Shia LaBeouf) kennen. Mutt erzählt ihm von der Suche nach einem mysteriösen Kristallschädel. Gemeinsam reisen Jones und Mutt nach Peru, um auf den Fersen von Jones verschollenem Kollegen und Mutts Freund Oxley (John Hurt) nach der Wahrheit über das geheimnisvolle Artefakt zu forschen. Doch auch der russische KGB ist an dessen Geheimnis interessiert und den beiden Abenteurern dicht auf den Fersen. Nachdem Jones und Mutt den Kristallschädel gefunden haben, gelingt es den Sowjets abermals, Jones gefangen zu nehmen.
Zu Jones und Matt gesellen sich in der Gefangenschaft Jones’ ehemalige Geliebte Marion (Karen Allen) und der offenbar verrückt gewordene Professor Oxley. Oxleys unheilvolle Andeutungen über die Macht des Kristallschädels lassen Jones nur erahnen, dass dessen Geheimnis auf keinen Fall seinen Feinden in die Hände fallen darf. Ein temporeicher Wettlauf mit den Russen beginnt.
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| FILMKRITIK
Auch nach fast 20 Jahren Pause ist Indiana Jones trotz seines zunehmenden Alters (und dem seines Darstellers) immer noch genauso draufgängerisch und tollkühn wie eh und jäh. Mit unglaublichen Stunts und gnadenloser Action katapultiert sich die Erfolgsreihe zurück ins Kino. Vor dem Hintergrund der 50er Jahre offenbaren sich Jones ganz andere Ziele und Themen, aber auch andere Gegner, als bisher. Gegenwärtiges Zeitgeschehen wie das atomare Wettrüsten und die McCarthy-Ära werden immer wieder thematisiert, halten sich aber trotzdem dezent im Hintergrund. „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“ bietet Unterhaltung im Reinformat und setzt sich dabei – wie seine Vorgänger – gekonnt über die Gesetze jeglicher physikalischer Möglichkeiten hinweg. Trotzdem scheint diesmal in der Tat an Jones ein kleiner James Bond verloren gegangen zu sein. Mit übersättigter Coolnes schafft er es, sich aus jeglichen gefährlichen Situationen herauszuwinden – sinnbildlich dafür findet er Sekunden vor der Durchführung eines Atomtests in einem Kühlschrank Schutz und schüttelt sich nach dem Inferno ganz locker den Staub von den Schultern. Was John Wayne im realen Leben kaum überstand, ist für Harrison Fords Figur Jones nur ein Klacks; und nach einer reinigenden Dusche ist alle Strahlung abgewaschen.
In Jones Fußstapfen tritt der gleichermaßen abenteuerlustige Mutt, der noch für allerhand Überraschungen sorgen wird. In einem Fechtkampf, zwischen zwei Militärjeeps stehend, macht er der russischen Agentin Irina Spalko zu schaffen. Während spektakulären Jagd- und Verfolgungsszenen zeigt der Film beeindruckende Bilder. Mit einem gehörigen Schuss Selbstironie sorgt diese Form der Action gleichermaßen für erheiternde Momente. Auch nach dem dritten Sturz, über immer größere, immer furchteinflößendere Wasserfälle, klettern Jones und sein Team unbeschadet aus dem Wrack ihres Amphibienfahrzeugs hervor. Um sein Styling aufrecht zu erhalten, führt der fesche Mutt immer einen Kamm mit sich, von dessen wiederholten Einsatz man im Verlauf des Films nur allzu oft Zeuge wird.
Ein bisschen verspielt sich der Film durch seine starken Überzeichnungen jedoch die Spannung. Auch die bedrohlichsten Szenen laden kaum zum Mitfiebern ein, denn dass Jones und sein Team überleben werden, ist stets so sicher wie das Amen in der Kirche. Was bleibt, sind durchaus schön anzusehende Effekte sowie eine humorvolle und unterhaltsame Geschichte, die von sympathischen Figuren bevölkert wird. Unbestritten ist es Harrison Ford gelungen, wieder zu Indiana Jones zu werden. Gleichermaßen beeindruckend ist der Unterschied, mit denen Ford Jones als Abenteurer und als Professor an der Universität charakterisiert. Von einem Moment zum nächsten gelingt es ihm, Jones’ widersprüchliche Facetten miteinander zu vereinen. Gleichermaßen überzeugt Cate Blanchett als seine böse Gegenspielerin. Die kaltherzige russische Agentin verfolgt ihre Ziele genauso elegant wie berechnend und bringt Jones mehr als einmal in die Bredouille.
„Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“ fügt sich gut in die Reihe seiner Vorgänger ein, auch wenn diesmal der Look und die Themen an die 50er Jahre angepasst sind. Obwohl der Film oft an eine Mischung aus Spionagethriller und Science-Fiction erinnert, erlebt Jones ein Abenteuer, dass seiner durchaus würdig ist.
| FAZIT
Spaßige und actionreiche Unterhaltung mit Indiana Jones in Hochform.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung