Sonntag | 27. Mai 2012 | 10:35 Uhr
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  • FILM REVIEW | Tage des Zorns
  • Tage des Zorns

    Thriller, Drama, Historie | Deutschland / Dänemark 2008
  • | INHALTSANGABE

  • Die beiden Freunde Flame und Citron sind Widerstandskämpfer im von Nazideutschland besetzten Kopenhagen des Jahres 1944. Der wegen seiner roten Haare „Flamme“ genannte Bent bringt dänische Kollaborateure der Deutschen um, oft in Wildwestmanier auf offener Straße. Citron, der eigentlich Jørgen heißt, spielt den Chauffeur. Ihre Aufträge bekommen die Männer von Winther, einem Mann aus den Justizbehörden.


    Eines Tages fordert Winther, sie sollen zwei deutsche Männer und eine Sekretärin umbringen. Wie sich später herausstellt, war einer von ihnen kein Nazi und Winther hatte anscheinend seine persönlichen Motive für den Auftrag. Flame und Citron, die ein entbehrungsreiches Leben im Untergrund führen, fragen sich, wem sie noch trauen können. Der Gestapo-Chef in Kopenhagen hat ein hohes Kopfgeld auf Flame ausgesetzt. Doch Winther verweigert die Einwilligung zum Attentat auf den Gestapomann, um Racheakte zu vermeiden. Flame verliebt sich in die Geheimagentin Ketty, die eine undurchsichtige Doppelrolle spielt.
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      • | FILMKRITIK

      • Der Thriller „Flame & Citron“ von Ole Christian Madsen begibt sich auf die Spuren zweier Helden des dänischen Widerstands im Zweiten Weltkrieg. Bent Faurschou-Hviid und Jørgen Haagen Schmith gehörten 1944 zu den meistgesuchten Widerstandskämpfern in Dänemark. Beide starben noch im gleichen Jahr, nachdem sie von deutschen Truppen aufgespürt worden waren. Der erst 23-jährige Bent mit dem Decknamen Flame hatte sich auf kaltblütige Hinrichtungen von Kollaborateuren spezialisiert, bei deren Vorbereitung ihn der zehn Jahre ältere Jørgen alias Citron unterstützte.


        Regisseur Ole Christian Madsen geht in seinem Film der Frage nach, ob die kaltblütigen Morde durch die richtige politische Gesinnung legitimiert waren. Vor allem aber interessiert er sich dafür, wie Flame und Citron von ihren Taten geprägt wurden und im Untergrund in die innere Isolation gerieten. Die beiden Hauptdarsteller Mads Mikkelsen als Citron und Thure Lindhardt als Flame führen überzeugend durch einen sehr spannend inszenierten Besatzungskrimi.


        Im Mittelpunkt stehen die Auftragsmorde und ihre Ausführung. Zunächst ist Flame der eiskalte Killer, der seinen Opfern die Pistole an die Stirn hält und abdrückt, ohne mit der Wimper zu zucken. Doch als ihn ein vermeintlicher Nazi, gespielt von Hanns Zischler, in ein Gespräch verwickelt, verliert Flame die Nerven und kann den Mann nicht umbringen. Seine Unsicherheit wird noch genährt von seiner Liebe zur älteren, geheimnisvollen Ketty. Sie hat mehrere Auftraggeber und Flame gerät in einen Konflikt, weil ihre Aussagen den Behauptungen seines Auftraggebers Winther widersprechen.


        Citron hingegen macht eine gegenläufige Entwicklung: Zuerst kann er nicht schießen, aber das ändert sich bald. Für den Kampf verzichtet er auf ein Familienleben und muss hinnehmen, dass seine Frau eine neue Beziehung eingeht. Das Gefühl der Isolation verstärkt die Verwegenheit der beiden Männer. Stellenweise fühlt man sich dabei an einen amerikanischen Krimi erinnert, in dem die Killer freies Spiel haben. Die Optik setzt streng auf den Look der vierziger Jahre und taucht die Szenen in stilvolles Halbdunkel mit reduzierten Farben.


        Ole Christian Madsen versteht es geschickt, die wachsenden Zweifel von Flame und Citron an ihren Taten und an ihren Auftraggebern in die Handlung einzustreuen. Beide sehen sich nicht als Kriminelle, darauf legen sie viel Wert, und als sie aufgrund einer Falschinformation einen kleinen Jungen erschießen, ist ihr moralischer Tiefpunkt erreicht. Er kommt zu einer Zeit, als beiden klar ist, dass sie keine Zukunft haben und dass die meisten ihrer Kollegen sich irgendwie zu arrangieren versuchen. Interessanter realer Hintergrund der Desperado-Story: Die Rolle, die Flames große Liebe Ketty im Widerstand spielte, wurde nie aufgeklärt.
      • | FAZIT

      • Spannender Thriller mit Mads Mikkelsen über zwei Widerstandskämpfer im besetzten Kopenhagen des Jahres 1944.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Bianka Piringer

      • | Userwertung

      Wertung: 1.0/10 (1 vote)

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