FILM REVIEW | Die Chroniken von Narnia: Prinz Kaspian von Narnia
Die Chroniken von Narnia: Prinz Kaspian von Narnia
Abenteuer,
Familie,
Fantasy
| USA 2008
| INHALTSANGABE
Die Geschwister Pevensie warten auf einem Londoner U-Bahnhof auf den Zug zur Schule, als sie wieder nach Narnia geholt werden. Dort sind inzwischen 1300 Jahre vergangen, und Prinz Kaspian, der Thronfolger, hat in Susans Horn geblasen, weil er Hilfe braucht. Denn sein böser Onkel, König Miraz, hat jetzt einen Sohn bekommen und trachtet Kaspian nach dem Leben. Der Prinz sucht Schutz in den Wäldern, in denen sich die Geschöpfe aus Alt-Narnia versteckt haben, die Zwerge, Faune, Zentauren, die sprechenden Tiere.
Peter, Susan, Edmund und Lucy retten den Zwerg Trumpkin vor den Soldaten von König Miraz und erfahren, wem sie helfen müssen. Der tapfere Peter und seine Geschwister ziehen als zurückgekehrte Könige von Narnia mit Kaspian und der Armee der Narnianen in die Schlacht, doch der Feind ist übermächtig. Lucy, die behauptet hat, den Löwen Aslan in den Wäldern gesehen zu haben, wird in höchster Not zurückgeschickt, um ihn zu suchen.
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| FILMKRITIK
Der zweite Teil der Disney-Reihe nach den Fantasybüchern von C.S. Lewis ist ein düsteres Schlachtenepos mit vielen beeindruckenden Spezialeffekten. Im Vergleich zum Umfang der gleichnamigen Buchvorlage aus dem Jahr 1951 staunt man nicht schlecht, wie daraus ein Film von 144 Minuten Länge werden konnte. Diesmal kehren die vier Geschwister Peter, Susan, Edmund und Lucy nach Narnia zurück, um dort mit Schwertern und Pfeil und Bogen gegen die bösen Telmarer unter König Miraz zu kämpfen. Es gibt Tote, aber ohne das in Actionfilmen übliche Blutvergießen.
Peter, Susan, Edmund und Lucy, gespielt von den gleichen jungen Darstellern wie in „Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia“ aus dem Jahr 2005, sind zwar etwas älter geworden, haben sich aber sonst kaum verändert. Regisseur Andrew Adamson drehte einen Teil der Außenaufnahmen in traumhaften Gegenden von Neuseeland, und so finden sich die vier jungen Regenten von Narnia an einer Küste in unberührter Landschaft wieder, laufen durch grüne Wälder und an Schluchten und Wasserfällen entlang. Kaum angekommen, gehen sie barfuss durch die Ruinen ihres alten Schlosses und ziehen ihre damaligen Kleider an.
Der Regisseur und die Drehbuchautoren halten sich diesmal nicht so genau an die literarische Vorlage, die Reihenfolge wird manchmal abgeändert und einiges neu erfunden. Dennoch findet man im Großen und Ganzen die Ereignisse im Buch wiedergegeben. Die meiste Zeit wird zwischen zwei parallelen Handlungen gependelt, etwa der Ankunft Prinz Kaspians beim Dachs Trüffeljäger, und der Wanderung der Geschwister mit Zwerg Trumpkin. Anders als im Buch jedoch treffen die Pevensies viel früher auf Kaspian und dringen in das Schloss von König Miraz ein.
Die Filmemacher streuten einiges an Witz in die Dialoge ein, besonders beim Zwerg Trumpkin und der kriegerischen Maus, deuten einen Flirt zwischen Susan und Kaspian an und lassen Peter und den Prinzen in einen Rivalitätskonflikt geraten. Natürlich kommt auch der Oberherrscher von Narnia, der Löwe Aslan, wieder vor und sogar die von Tilda Swinton gespielte Weiße Hexe hat einen Gastauftritt. Das ganze martialische Spektakel ist deutlich in einer Zeit vor Hunderten von Jahren angesiedelt, als es noch nicht einmal Kanonen gab. Da wirkt der Einfall besonders hübsch, Edmund mit einer mitgebrachten Taschenlampe auszustatten, mit der er auf dem Schloss Signale gibt.
Die optische Umsetzung mit ihren wirklich beeindruckenden Spezialeffekten ist das große Plus dieses Films, der in dieser Hinsicht keine Mühen scheute. Ob es der Auftritt des Flussgottes ist oder der Flug der Kinder in den Klauen von riesigen Greifvögeln, die vielen Aufnahmen vom Schloss aus der Vogelperspektive, schwindelerregende Blicke in den Abgrund, das Outfit der telmarischen Armee und die vielen Fabelwesen – die visuelle Gestaltung ist imposant, stimmungsvoll und ästhetisch. Die eindimensionale Ausrichtung auf die Schlachten aber geht zu Lasten anderer möglicher Szenarien, etwa solcher, die mit ihrem Märchenzauber den Charme des ersten Teils ausmachten.
Diesmal, schon gewöhnt an die Eigenheiten der Sprache von C. S. Lewis wie „Adamssöhne“ und die Vorstellung, dass ausgerechnet ein Löwe den göttlichen Messias abgeben soll, hält sich das Hadern mit der Literaturvorlage in Grenzen. Wer sich für kriegerische Auseinandersetzungen nicht interessiert, kann sich zumindest damit trösten, dass er auf dem Laufenden bleibt, weil die Serie ja weitergeht. Aber dann gibt es auch diese Spannungsflauten, die in den schönsten Umgebungen unvermittelt einsetzen. Besonders der von Ben Barnes gespielte Schönling Kaspian, aber auch der böse Miraz neigen zum schwermütigen Blick und zur einschläfernden Nachdenklichkeit. Am Rande noch ein Fragezeichen hinter die Idee, aus den fremden Telmarern dunkelhaarige Südländer zu machen.
| FAZIT
Das Schlachtenepos hat trotz schöner Landschaften und hervorragender Spezialeffekte mit einigen Spannungsflauten zu kämpfen.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung