FILM REVIEW | Underdogs - Harte Jungs habens echt nicht leicht
Underdogs - Harte Jungs habens echt nicht leicht
Drama
| Deutschland 2007
| INHALTSANGABE
Vor einigen Jahren hat Mosk einen Polizisten ermordet, um seinen Chef vor einer Verhaftung zu bewahren. Seitdem sitzt er in der JVA Brunnenberg seine Strafe ab, lebt seinen – mal langweiligen, mal brutalen – Gefängnisalltag und träumt von Italien. Mit seinen Mitgefangenen will der wortkarge Mosk so wenig wie möglich zu tun haben, und die lassen ihn auch brav in Ruhe, schließlich ist Muskeltraining sein einziges Hobby und Geduld zählt nicht gerade zu seinen Stärken.
Die wird allerdings bald von ihm abverlangt, als eine neue Gefängnisdirektorin auf der Bildfläche erscheint und eine nagelneue Resozialisierungsmaßnahme an einigen der Insassen ausprobieren will. Die Straftäter sollen Hundewelpen zu Blindenhunden ausbilden und auf diese Weise lernen, Verantwortung zu übernehmen. Selbstverständlich ist Mosk der letzte, der bei einem solchen Theater mitmachen will, aber ebenso selbstverständlich ist er der erste, der für die Aktion eingespannt wird.
Und so muss Mosk seine Zelle plötzlich mit einem winselnden Fellknäuel teilen, das in die Ecken pinkelt und permanent versucht, auf sein Bett zu klettern. Während die anderen Versuchsteilnehmer ihre Hunde innerhalb kürzester Zeit ins Herz schließen und schnell erste Erziehungserfolge vorweisen können, kann Mosk mit seinem Hund überhaupt nichts anfangen. Da das Projekt komplett abgebrochen wird, wenn auch nur einer der Hunde die Zwischenprüfung nicht besteht, gerät Mosk zunehmend unter den Druck der anderen Häftlinge, die sich ihren Spaß an der Sache nicht verderben lassen wollen.
Zusätzlich erschwert ihm die Direktorin das Leben, indem sie ihm verbietet den Kraftraum für sein Training zu benutzen, bis er sich mehr um seinen Hund kümmert. Und dabei stehen die gefängnisinternen Meisterschaften bald bevor, auf die sich Mosk schon das ganze Jahr vorbereitet hat. Doch dann liegt sein Hund – den er auch nach Monaten schlicht "Hund" nennt – plötzlich krank auf dem Boden seiner Zelle. Und es zeigen sich erste Risse in der harten Schale des harten Mörders Mosk.
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| FILMKRITIK
Während sich andernorts Knastfilme mit harten Auseinandersetzungen, unschuldig Eingesperrten, Ausbruchsversuchen und Giftspritzen auseinandersetzen, steht im deutschen Film "Underdogs" von Jan Hinrik Drevs alles unter dem Zeichen der Resozialisierung. Wenn nötig, auch mit Hund. Diese Idee, dass nicht die Sträflinge erzogen werden, sondern selbst zu verantwortungsvollen Erziehern werden sollen, gibt es tatsächlich und wird in einer New Yorker Strafanstalt durchaus erfolgreich angewendet. Im Film ist natürlich alles ein bisschen zu schön um wahr zu sein, aber schließlich handelt es sich bei "Underdogs" ja auch nicht um einen dramatischen Knastfilm, sondern um eine leichte Komödie mit familiärem Unterhaltungswert.
Da sich wohl jeder denken kann, dass der harte Mosk gar nicht so hart ist und einem niedlichen Hund nicht lange widerstehen kann, hat der Film inhaltlich keine großen Überraschungen zu bieten. Und auch die Knastbrüder kommen einem vor, als seien sie aus diversen Fernsehproduktionen ausgeschnitten und in den Film hineinkopiert worden. Den Böse-Jungs-Status nimmt man eigentlich keinem von ihnen ab, was sie andererseits wieder ideal macht für ihre Rollen. Schließlich wird im Film die sympathische Meinung vertreten, dass ein Mensch, der einen Hund liebt, kein rundum schlechter Mensch sein kann, auch wenn er gleichzeitig ein Mörder, Dealer oder Berufsverbrecher ist. Hunde haben eben keine Vorurteile.
Der Zuschauer sollte aber auch keine haben, wenn es um den Film geht. Denn dass die Handlung vorhersehbar ist, macht in diesem Fall gar nicht so viel aus. "Underdogs" behält seinen roten Faden und wird nie langweilig. Und obwohl das Filmende ein bisschen sehr geschönt daherkommt, wird der Gefängnisalltag selbst durchaus realistisch in Szene gesetzt. (Natürlich nur, soweit man das als Außenstehender beurteilen kann.) Zusammengefasst ist "Underdogs" ein sympathischer Film fürs Sommerloch, der wohl niemandem weh tun wird.
| FAZIT
Eine leichte deutsche Komödie über harte Kerle, die irgendwann einsehen müssen, dass es keine Schwäche ist, Verantwortung für Schwächere zu übernehmen.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung