Auf Dienstreise in Nantes lernt Emilie zufällig Gabriel kennen. Nach einem gemeinsamen Abendessen möchte Gabriel die junge Frau küssen, doch sie ist dagegen. Schließlich haben beide eine funktionierende Beziehung und der Kuss könnte fatale Folgen haben. Emilie erzählt Gabriel die Geschichte einer Bekannten, die beweist, was aus einem Kuss alles werden kann.
Es ist die Geschichte der verheirateten Julie und ihres besten Freundes Nicolas. Als der einsame Nicolas ihr eines Tages beichtet, wie sehr ihm in seinem Leben körperliche Zuneigung fehlt, will ihm Julie behilflich sein. Aber das Erlebnis ist schöner, als beide erwartet haben. Sie probieren später immer wieder, sich absichtlich zu missfallen, denn Julie möchte ihren Mann nicht verletzen und Nicolas hat mittlerweile auch eine Freundin. Aber das Gegenteil passiert. Und wie endet nach dieser Erzählung der Abend von Emilie und Gabriel?
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| FILMKRITIK
„Küss mich bitte!“ von Regisseur, Drehbuchautor und Hauptdarsteller Emmanuel Mouret ist eine charmante Beziehungskomödie mit exzellenten Schauspielern und witzigen Dialogen. Kann es einen Kuss ohne Folgen geben? In diesem Film jedenfalls nicht, denn selten stand der Kuss als spannender Beziehungsakt, der die Chemie zwischen zwei Menschen in Wallung bringt, so sehr im Mittelpunkt des Geschehens.
Die Idee ist schon ungewöhnlich: Zwei platonische Freunde wagen in völliger Unschuld und ohne Hintergedanken das sexuelle Erlebnis. Der eine, Nicolas, bittet seine beste Freundin um Heilung von körperlicher Einsamkeit. Die andere, Julie, hat keine Gewissensbisse und ist auch nicht unmoralisch ihrem Mann gegenüber. Mit solcher Schwermut hält sich dieser Film nicht auf. Julie also sagt: Soll ich mich hinlegen? Wie sie da so auf der Bettkante ausharren und keine Ahnung haben, wie gute Freunde anfangen sollen, Liebe zu machen, ist einfach köstlich.
Emmanuel Mouret spielt den tapsigen Nicolas, der sich immer ausdenkt, was getan werden muss, um das entfachte sexuelle Verlangen wieder abzukühlen. Und Virginie Ledoyen ist als Julie die ernste, pragmatische Freundin, die in einen unerwarteten Strudel der Gefühle hineingezogen wird. Ist schon diese Beziehungskonstellation herrlich gespielt und voller Spannung, so wird der Film noch durch eine zweite bereichert, die auch nicht ohne ist: Emilie und Gabriel in Nantes jonglieren heftig mit den Versuchungen des Flirts.
Die visuelle Gestaltung ist zurückhaltend, die Räume sind oft weiß und eher kahl, selbst Julies Kleidung kontrastiert damit nur wenig. So wird die Aufmerksamkeit auf die Gesichter gelenkt und die kammerspielartigen Begegnungen. Da sich der Witz auf die Dialoge konzentriert und die offen gelegten, manchmal absurd-naiven Gedanken von Nicolas und Julie, entstehen Suspense und wachsende Neugier.
Auch die von Julie Gayet gespielte Emilie und Michael Cohen als Gabriel beherrschen das vielschichtige Spiel mit den eigenen Sehnsüchten, wie sie sich zum Beispiel in einem Lächeln ausdrücken, mit ihren Bedenken und der Offenheit dafür, wohin das Gespräch noch führen kann. Es gibt diese sehr französisch anmutende Eleganz der Darstellung, die vor Gefühlen nicht zurückscheut, aber dabei auch nicht distanzlos wird. Ein Vergnügen!
| FAZIT
Charmante französische Beziehungskomödie mit lustigen Gedankenspielen und hohem Flirtfaktor.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung