Der Japaner Daisato ist Superheld in der sechsten Generation. Er führt ein Doppelleben als einfacher Bürger mit alltäglichen Problemen, und als riesengroßer Ringkämpfer, sobald irgendwo zwischen den Hochhäusern Nippons ein Monster auftaucht. Er bekommt dann einen Anruf und geht zum örtlichen Elektrizitätswerk, um nach althergebrachtem Ritual unter Strom gesetzt zu werden, und kräftig anzuschwellen. Nach vollbrachtem Kampf gegen die verschiedensten Monster schrumpft er bald auf seine übliche Form zurück.
Ein unsichtbarer Interviewer begleitet Daisato im Alltag und bei seinen Missionen und stellt Fragen. Wie oft sieht er seine kleine Tochter, warum lebt er vor seiner Frau getrennt? Möchte er nicht bessere Quoten in seiner Fernsehsendung erzielen, die auf einen nächtlichen Sendeplatz verbannt wurde? Und wie kommt er mit dem schleichenden Imageverlust als letzter Superheld zurecht? Daisato gibt lakonische Antworten – ein trauriger Mann, dem der Zeitgeist übel mitspielt.
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| FILMKRITIK
„Der grosse Japaner“ ist das Kinoregiedebüt des japanischen Comedian Hitoshi Matsumoto. Für den Film, in dem er auch die Titelrolle spielt, wählte er den Namen Hitosi Matumoto. Das Produkt ist schräges Kino zum Quadrat, eine aberwitzige, lakonische wie respektlose Satire auf das Monsterfilm-Genre und die Superhelden. Im Stil eines Mockumentarys gedreht, wird zunächst der einsame Daisato in seiner Gestalt als Mieter, Katzenliebhaber, S-Bahnbenutzer interviewt. Dann sieht man ihn auch in Aktion gegen die grässlichen Monster, wobei die CGI-beflügelte Fantasie schmutzige Abgründe streift.
Daisato mit seinen langen Haaren und der obligaten Mütze auf dem Kopf sieht aus wie ein mürrischer Bürger auf dem Weg nach unten. In seiner Wohnung lebt er allein mit zugelaufener Katze, weil seine Frau nicht wollte, dass die kleine Tochter wegen ihres Superhelden-Vaters verlacht wird. Daisatos Antworten an den unsichtbaren Interviewer sind stets gleichmütig-lustlos, als habe er sich arrangiert. Später kommen auch Leute aus seinem Umfeld zu Wort: Angestellte der E-Werke, seine TV-Agentin. Daisato hat nur einen Menschen, von dem er einst geliebt wurde: seinen Superhelden-Großvater, der jetzt demenzkrank in einem Heim lebt.
Das Blöde ist, dass die goldene Ära der Superhelden in Japan längst vorbei zu sein scheint. Daisato, der am Handy immer erreichbar sein muss, falls doch noch ein Monster auftaucht, verkauft sich so schlecht im Fernsehen. Seine Agentin klagt ihr Leid, dass Sponsoren ihre Werbung auf der Hüfte des Superhelden platzieren wollen, aber der hat seinen Stolz. So zieht er in den TV-übertragenen Kampf mit Produktwerbung, die auf seine Brust gemalt ist.
Die Kämpfe des mit Strom aufgeblasenen Superhelden gegen die Monster haben es in sich. Das stinkende Krakenmonster gibt freche Widerworte, der rote Teufel verprügelt den Helden, der sich aus dem Staub macht – was zwar die TV-Quote leicht erhöht, ihm aber letztlich nur Spott einbringt. Und dann treten auch noch die ätzenden amerikanischen Superhelden auf und zeigen dem gedemütigten Mann, wie man im Namen des Friedens aufräumt.
| FAZIT
Respektlos schräges Kino aus Japan mit wild wuchernder Fantasie über den letzten Superhelden im Kampf gegen hässliche Monster.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung