Hancock ist ein Superheld in Los Angeles, aber kein guter. Er schläft seinen Rausch wie ein Penner auf der Straße aus und verursacht bei seinen Einsätzen hohe Sachschäden. Dass die Bewohner genug von ihm haben, kümmert ihn nicht. Im Gegenteil, Hancock beleidigt jeden, der ihn nur ansieht.
Der PR-Berater Ray Embrey aber ist Hancock sehr dankbar: Der Superheld hat ihn mit seinem Auto vom Gleis geholt, als ein Zug herannahte. Ray lädt Hancock nach Hause zum Essen ein, sehr zur Freude des kleinen Aaron und zum Ärger von Rays Frau Mary. Und er schlägt Hancock vor, sein Image gründlich aufzupolieren. Zunächst soll Hancock ins Gefängnis, bis ihn die Polizei reumütig zurückruft. Und dann gilt es einiges mehr zu verändern, vom Outfit bis zum Benehmen. Hancock macht mit, vor allem, weil er sich zu Mary hingezogen fühlt.
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| FILMKRITIK
„Hancock“ mit Will Smith ist eine ideenreiche und witzige Actionkomödie, in der der Titelheld einen rüden Ton pflegt. Die in vielen Varianten durchexerzierte Satire auf das Superheldentum folgt der Prämisse, was tun, wenn der fliegende Übermensch ein verlotterter, fahrlässig handelnder Verächter von Recht und Ordnung ist? Regisseur Peter Berg inszeniert eine rasante, mit Special Effects angereicherte Genremischung von Action und Dreiecksbeziehung. In der zweiten Hälfte aber verblasst die Komik und eine arg konstruierte Superhelden-Zweierkiste bringt die Geschichte ins Schleudern.
Will Smith spielt hier einmal einen Typ, den niemand in seiner Nähe haben will, aber unrasiert und rüpelhaft steht ihm auch ganz gut. Er pennt auf einer Bank am Gehsteig, während auf dem Freeway eine wilde Schießerei im Gange ist. Ein kleiner Junge weckt ihn deshalb und Hancock reagiert ungemütlich. Dafür handelt er sich ein Schimpfwort ein, das er noch öfters hören wird. Mit seiner Strickmütze auf dem Kopf und einer Weinflasche in der Hand fliegt er dann los – das einzige schicke Utensil ist seine schwarze Sonnenbrille. Er setzt sich ins Auto der Täter und bremst mit den Füßen am Boden ab. Doch in den Nachrichten wird hauptsächlich von dem Schaden berichtet, den der Superheld noch anrichtet.
Das vergnügliche Geschehen nimmt dann seinen Lauf in Rays Wohnung und im Gefängnis, das Hancock auf Anraten seines neuen PR-Beraters freiwillig aufsucht. Dort ist er freilich nicht sofort in der Lage, mit seinen Kräften sparsam umzugehen. Die Figurenkonstellation mit dem idealistischen PR-Mann Ray, der als einziger freundlich zu Hancock ist, wirkt besonders charmant. Jason Bateman ist ein Gewinn in der Rolle des Gutmenschen, der Unternehmen dazu überreden will, ihre Produkte gratis zum Wohl der Menschheit zu verteilen.
Ray besucht Hancock im Gefängnis, um ihn zu coachen, und betet dem stummen Vulkan geduldig die zwei Worte vor, mit denen er die Polizei in Zukunft bei Laune halten soll: Gute Arbeit! Tatsächlich wird Hancock bald zu einem Einsatz bei einem Banküberfall gerufen. Es ist Zeit, sich zu rasieren und die neue Superhelden-Uniform anzuziehen, auf die Ray Wert legt. Und schon sieht Will Smith wieder so attraktiv aus, wie man ihn normalerweise kennt. Mary, gespielt von Charlize Theron, ist zunächst der kritische Gegenpol, doch die Frau ist Hancock dann doch ähnlicher, als er glauben mag.
Wer wissen will, was Hancock über die üblichen Superhelden-Kostüme denkt, und Spaß daran hat, wie der Retter aus der Luft, sonst Vorbild aller Kinder, nicht jugendfreie Drohungen ausstößt, ist hier im richtigen Film. Wer eine durchgehend inspirierte, schlüssige Geschichte erwartet, mag sich im letzten Teil jedoch abgehängt fühlen. Zwar hatte Hancock ja von Anfang an Probleme mit seinen Landungen, doch dann bekommt sie auch der Film beim ehrgeizigen Versuch, die Vergangenheit seines Superhelden aufzuklären.
| FAZIT
Will Smith als unrasierter, versoffener Superheld: Anfangs inspirierte Actionkomödie mit Biss, die sich später in unglaubwürdige Wendungen verirrt.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung