FILM REVIEW | Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe
Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe
Komödie,
Romanze
| Deutschland 2008
| INHALTSANGABE
Robert Zimmermann (großartig Tom Schilling) ist Gamedesigner, höchstens Mitte zwanzig, Trendsetter und somit cool!
Eigentlich hat er sein komplettes Leben: Job, Freundin, Familie (und zwar genau in dieser Reihenfolge) gut im Griff. Doch dann kommt – wie so oft im Leben – alles anders: Durch Zufall lernt Robert Monika (wunderbar Maruschka Detmers) kennen. Sie ist zwar viel älter als er, trotzdem oder gerade deshalb haut sie ihn aber vollkommen um. Von nun an setzt er Himmel und Hölle und das ein oder andere Häusergerüst in Bewegung, um die Angebetete zu beeindrucken, wobei er nicht nur sein persönliches Wunder der Liebe entdeckt...
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| FILMKRITIK
Die Story ist spätestens seit „Die Reifeprüfung“ und ihren zahlreichen Nachahmern nichts Ungewöhnliches mehr. Trotzdem gelingt es Leander Haußmann in seinem neuen Film aus dem 08/15-Plot „junger Mann verliebt sich in wesentlich ältere Frau“ hier und da eine kleine Überraschung hervorzuzaubern - außerdem weiß hier die Dustin Hoffmann-Figur in der Gestalt von Tom Schilling bereits gar nichts mehr von Mrs. Robinson und muss erst nachrecherchieren, was es damit auf sich hat. Diese Überraschungen sind beispielsweise die Nebenfiguren, insbesondere Roberts Eltern. Obwohl es sich bei ihnen auch nur um ein Paar handelt, dass sich erst verlieren muss, um sich wirklich zu erkennen, ist deutlich spürbar, dass bei deren Charakterzeichnung liebevolle Arbeit geleistet worden ist. Auch die kleinen ersten Momente, die in die Komödienhandlung ohne große Vorwarnung einstürzen, zählen zu diesen kleinen Überraschungen. Selbst die vorhersehbaren Ereignisse negieren sich praktisch, weil sie so offensichtlich absichtlich vorhersehbar sind, als wollten sie sich bereits selbst als solche entlarven. Etwa wenn Monika zu Robert in die Wohnung kommt, um sich zu versöhnen und ihn natürlich schlafend mit seiner Exfreundin neben sich im Bett erwischt.
Leander Haußmann – der hier selbst eine kleine Rolle übernommen hat - kombiniert in „Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe“ verschiedene Jahrzehnte: So ist zum Beispiel die Tante-Emma-Schnellreinigung von Monika scheinbar in den 60ern hängen geblieben, Robert ist mit seinen Röhrenjeans natürlich voll im momentanen Trend, auch wenn diese ja bereits vor Jahren schon mal angesagt waren und seine Eltern leben sowieso in ihrer ganz eigenen Zeit. Haußmann sorgt ebenfalls dafür, dass ich in der Liebeskomödie einige Genreversatzstücke finden lassen: Die Tanzszene im Wasserspiel-See gehört eindeutig eher in einen Revuefilm und nicht nur die Szenen, die Roberts neueste Ego-Shooter-Erfindung präsentieren, sind in der Videospielästhetik gehalten. Die Handkamera dient dabei als Hilfsmittel, so durfte sich Tom Schilling das ein oder andere Mal selbst filmen.
Urkomisch ist diese Komödie. Urkomisch ist es mit anzusehen, wenn Robert wie vom Blitz getroffen alles um sich herum vergisst, nur noch Augen für Monika hat und selbst Probleme damit bekommt eine Uhrzeit fehlerfrei herauszubringen. Urkomisch ist es auch, wenn Robert mit Monikas halbwüchsigem Sohn konfrontiert wird und und und - diese Liste könnte beliebig erweitert werden. Dieser Film macht einfach Spaß!
Musik spielt eine wichtige Rolle – nicht nur für Robert, sondern auch im ganzen Film. Jede Figur bevorzugt eine andere Musikrichtung – logisch und aus dem Leben gegriffen. Roberts Eltern lieben Bob Dylan, auch wenn sich herausstellt, dass ihr Lieblingssong gar nicht von Bob Dylan ist. Sogar ihren Sohn benannten sie nach ihm - Robert Zimmermann ist Dylans bürgerlicher Name. Robert und sein Mitbewohner Ole bevorzugen Vladimir Vissotski – den russischen Bob Dylan -, hier ertönen Lexy und K. Paul und dort indische Lounge-Musik. Die eigens für den Film komponierten Songs von Element of Crime schweben über dem gesamten Geschehen, kommentieren und fassen das soeben Gesehene auf eine äußerst spritzige Art zusammen und sorgen so für eine musikalische Abrundung., denn so kommt es dazu, dass die Figuren „die Melodie der Liebe kennen“ und somit „die Melodie des Lebens beherrschen“ lernen.
| FAZIT
Wunderschönes Feelgood-Movie über die Liebe und was sie alles bewirken kann, mit toller Musik und einem starken Tom Schilling in der Hauptrolle.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung