Pandabär Po träumt in seinem chinesischen Dorf davon, ein großer Kung-Fu-Kämpfer zu sein. Stattdessen reicht es gerade mal zur Nudelsuppen-Bedienung im Imbiss seines Entenvaters. Doch unerwartet wird er trotz – oder gerade wegen – seiner Tollpatschigkeit zum kommenden Drachenkrieger erkoren. Ganz zum Leidwesen von Meister Shifu und seinen Schülern, den Elitekämpfern Tigerin, Schlange, Gottesanbeterin und Affe. Doch das Schicksal hat entschieden – und als der gefährliche Schneeleopard Tai Lung ausbricht, muss der gefräßige Po bald beweisen, was in ihm steckt.
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| FILMKRITIK
Was ist nicht schon alles gemeckert worden über den neuen Animations-Streich aus dem Hause DreamWorks: Die Geschichte sei zu dünn, die Figuren zu dürftig. Tatsächlich ist „Kung Fu Panda“ kein so perfektes Highlight, wie es das Pixar-Studio oft (und auch nicht immer) vorlegt. Das liegt jedoch zum größten Teil an der Genre-Vorlage, die hier liebevoll aufs Korn genommen wird – und aus der „Kung Fu Panda“ tatsächlich das Beste für die ganze Familie herauszuholen versteht.
Da mag es großartige Ausnahmen geben, aber der Kung-Fu-Film besteht nun mal weitgehend aus Prügelei und fernöstlichem Weisheitsbrei rund um die Führung des zunächst schwachen Helden hin zum großen Sieg. Entsprechend frühstückt auch „Kung Fu Panda“ nicht mehr und nicht weniger ab. Zugleich aber gelingt es den Machern, diese Erzählung einerseits gehörig auf die Schippe zu nehmen, andererseits aber nicht kaputt zu machen.
Das Ergebnis ist ein in vieler Hinsicht liebevoll „gezeichneter“ Film, der vor allem in den Kleinigkeiten besticht und aus ihnen seine Witzigkeit bezieht. Von den Action-Figuren der großen Krieger, denen Po als Fan schließlich in echt begegnet bis hin zum Meister Shifu, der sich redlich müht, angesichts der fröhlich unbeholfenen Pummelbären die würdige Gestalt des Lehrmeisters zu geben und doch oft aus der Rolle fällt – „Kung Fu Panda“ lässt alles Ehrfürchtige rund um Prophezeiungen und Auserwählt-Sein und die überdrehten Kampfkünste des Martial-Arts-Kinos zu ihrem Recht kommen und enttarnt sie doch als große Kinderei.
Schlau ist der Film vor allem darin, alle Gefahr als eine Art selbsterfüllende Prophezeiung hin zu dekonstruieren: Der gefährliche Tai Lung kann aus seinem Hochsicherheitskerker entkommen, eben weil man das befürchtet (die Feder eines Botschaftervogels, eigens zur Sicherheitskontrolle entsandt, erlaubt ihm die Flucht). Auch das große Finale gegen Po als dem neuen Drachenkrieger wird quasi selbst ausgehebelt. Tai Lung selbst ist nämlich so finster, weil er gern der Auserkorene gewesen wäre.
Da braucht es nicht mehr, als diese kleine Hintergrundgeschichte, um Gut und Böse, Ruhm und Stolz zu entlarven. Schön, mag auch das tolle Training Pos recht kurz geraten sein, ebenso der finale Kampf und überhaupt der Film vorbeiziehen, ohne echte Spuren zu hinterlassen. Dafür aber vergnügt sich der „Kung Fu Panda“ mit allem Pathetischen und dessen Standards derart leichthändig, dass es eine Wonne ist: So wenn der nach der Auseinandersetzung mit dem Erzfeind reglos am Boden liegende Shifu nicht tot ist, wie Po befürchtet – sondern endlich mal Zeit für seinen inneren Frieden hat.
Flotte, witzige Visagen vor allem des Helden Po, überhaupt alles „filmische“, machen alles wett. Auch dass die ganze Rauferei bei aller Hektik harmlos daherkommt, ist nun mal halb so schlimm. Im Gegenteil. Die Botschaft des Films ist denn auch banal, natürlich, wie so oft: Glaub an dich, sei du selbst, mehr braucht es nicht. Und gerade in diesem Film, mit seinem schönen asiatischen Schmuckambiente und seinem steif- und breitbeinigen Genre ist sie so recht am Platz wie sonst selten.
Wenn also der Film schließlich ein wenig enttäuschen sollte, dann weil das Korsett des Kung-Fu-Films zu eng ist für das Feuerwerk. Außerdem wegen der deutschen Synchro.
Mag Gottfried John für die Stimme Shifus noch Dustin Hoffman ersetzen können: Hape Kerkeling anstelle des brillanten Jack Black spielt als „Po“-Sprecher in einer anderen, ganz falschen Liga. Schließlich sind auch Angelina Jolie, Lucy Liu und Jackie Chan (!) nicht nur in der US-Version ein Coup, sondern mit Bettina Zimmermann, Cosima Shiva Hagen und Stefan Gossler (immerhin Jackie Chans deutsche Synchro-Stimme) nicht hinreichend ersetzt. Da mag auch noch Ralf Schmitz mitmachen: Für die Vermarktung rein auf Ulk- und Promifaktor zu schielen, erweist sich hier als Reinfall.
Die Weisheit des eigenen Films hätte man für ihn ruhig beherzigen können.
| FAZIT
Sympathischer flotter Animationsfilm, der ebenso aus dem Genre-Momenten des Kung-Fu-Films Funken schlägt, wie er sich an dessen Enge bisweilen reibt – und mit den deutschen Sprechern etwas unglücklich besetzt ist.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung