Sophie (Amanda Seyfried) ist zwanzig und möchte ihre große Liebe Sky (Dominic Cooper) heiraten. Sie wünscht sich eine Hochzeit in Weiß und damit dieser Tag auch wirklich perfekt wird, soll auch ihren Vater dabei sein. Da gibt es nur einen Haken: Als Vater kommen drei Männer in Frage – der Superarchitekt Sam(Pierce Brosnan), der Weltenbummler Bill (Stellan Skarsgård) und der Geschäftsmann Harry (Colin Firth). Sophie lädt kurzerhand alle drei zu der Feier ein – ohne ihre Mutter Donna (Meryl Streep) einzuweihen, was natürlich nicht ohne Folgen bleibt und so gilt es noch diverse Hürden zu überwinden, bis endlich jeder die Hochzeitsfeier genießen kann.
WERBUNG
| FILMKRITIK
Wahrscheinlich muss gar nicht erst erwähnt werden, dass an diesem Musicalfilm niemand Freude hat, der mit ABBA-Songs nichts anfangen kann. Und stimmt, die Story ist eigentlich auch beinahe zu schnell erzählt. Also, welchen Grund könnte es geben, diesen Film trotzdem nicht verpassen zu wollen? Ganz einfach: Phyllida Lloyd dürfte mit „Mamma Mia!“ die gleiche Intention gehabt haben, wie Mike Leigh, der Regisseur von „Happy-Go-Lucky“ – nämlich die Menschen beschwingt aus dem Kinosaal zu entlassen. Denn trotz kleiner Logikfehler (die drei werten Herren kommen erst reichlich spät auf die Idee, Sophies Alter und die Zeit, in der sie mit deren Mutter Donna intimere Bekanntschaft gemacht haben, zu vergleichen...) macht dieser Film nämlich vor allem eins: Spaß! Und es braucht sich auch niemand zu schämen, wenn er aus dem Kino kommt und tatsächlich Dancing Queen vor sich hinsummt.
Wann bekommt man schon mal einen singenden Mr. Darcy oder einen Plateauschuh tragenden James Bond zu sehen? Wohl nicht so schnell wieder. Colin Firth, Pierce Brosnan und Co. geben alles und scheuen dabei keine einzige Gesangsnote, ob des Gesangs nun mächtig oder eher nicht. Und genau da liegt das Geheimnis: „Mamma Mia!“ funktioniert weil sich diese ganze Starriege nicht im Geringsten erst nimmt und Rollenbiographie mal Rollenbiographie sein lässt, aber der Zuschauer hat diese natürlich im Hinterkopf, worin ein großer Anteil der Komik liegt – jede Szenen ist voll gepackt mit Selbstironie. Da stört es dann auch nicht weiter, dass Brosnan bei S.O.S. keinesfalls jeden Ton trifft.
Eine echte Überraschung ist da schon eher Meryl Streep. Obwohl sie längst nicht mehr aus der vordersten Front der Hollywood-Größen weg zu denken ist, hat wohl kaum jemand mit ihrem Gesangstalent gerechnet – ihre Performance von The winner takes it all ist schlicht und einfach ergreifend. Außerdem ist die Kombination Brosnan-Streep als Liebespaar unglaublich gut und überzeugend. Auch Julie Walters und Christine Baransky, die Donnas beste Freundinnen verkörpern, nehmen sich so wunderbar selbst auf die Schippe, egal ob in 70er-Jahre-Glitzeroutfit oder tanzend auf einer Hochzeitstafel.
Obwohl „Mamma Mia!“ ernste Themen – wie Mutter-Tochter-Beziehungen, Selbstfindung und Loslassen-Können – behandelt, bleibt der Film trotzdem eine einzige wunderschöne Dauerparty vor traumhafter Kulisse, auf der viel gelacht, getanzt und gesungen wird und die selbst während und nach dem Abspann kein Ende findet.
| FAZIT
Wunderbares Feel-Good-Movie, das hervorragende Schauspieler mal von einer ganz anderen Seite zeigt, mit Ohrwurmgarantie.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung