Fox Mulder (David Duchovny) ist seit sechs Jahren untergetaucht. Sein ehemaliger Arbeitgeber ermittelt gegen ihn. Allerdings scheint man beim FBI keinen großen Wert darauf zu legen, Mulder zu finden – offensichtlich ist man ganz froh darüber ist, dass der Spezialist für paranormale Phänomene von der Bildfläche verschwunden ist. Und mit ihm die X-Akten und Mulders unbequeme Fragen.
Als zunächst eine FBI-Agentin und kurz darauf eine weitere junge Frau spurlos verschwinden und ausgerechnet der pädophile Priester Joseph Crissman (Billy Connolly) behauptet, er hätte Visionen von einem Verbrechen, dem sie zum Opfer gefallen seien, nimmt das FBI über seine ehemalige Partnerin Kontakt zu Mulder auf. Auch Scully (Gillian Anderson) arbeitet mittlerweile nicht mehr für die Regierung, sondern als Ärztin in einem katholischen Krankenhaus. Und tatsächlich ist sie die einzige, die Mulders Aufenthaltsort kennt, denn sie lebt mit ihm zusammen – aus den langjährigen Kollegen ist endlich ein Paar geworden.
Scully überzeugt Mulder, wieder für das FBI zu arbeiten und die ermittelnden Agenten Dakota Whitney (Amanda Peet) und Mosley Drummy (Alvin „Xzibit“ Joiner) bei ihrer Suche nach den Vermissten zu unterstützen. Denn Crissmans Visionen haben bislang zwar nicht zu einem Fahndungserfolg geführt, aber immerhin wichtige Indizien zu Tage gefördert. Der Priester hat entweder wirklich übersinnliche Fähigkeiten, oder selbst etwas mit dem Verschwinden der Frauen zu tun.
Während die streng gläubige, katholische, ansonsten aber durch und durch rationale Scully gerade einen pädophilen Priester natürlich nicht für besonders glaubwürdig hält und dessen angeblich göttlichen Visionen zutiefst misstraut, ist Mulder immer mehr davon überzeugt, dass Crissman auf unerklärliche Weise dazu berufen wurde, für seine früheren Verbrechen mit der Rettung der vermissten FBI-Agentin zu sühnen.
Also ermittelt er weiter, obwohl ausgerechnet Scully darauf besteht, die Sache auf sich beruhen zu lassen. Doch Mulder, wie eh und je fasziniert vom Übersinnlichen, will glauben. Er will daran glauben, dass die Visionen des Priesters die vermissten Frauen noch retten können. Er will die Wahrheit finden. Und dafür ist er bereit, in die tiefsten Abgründe menschlichen Verhaltens vorzudringen. Schließlich offenbart sich ihm ein dunkles Geheimnis.
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| FILMKRITIK
Mulder und Scully sind zurück – das ist schon mal nicht schlecht. Und die Chemie zwischen den beiden stimmt, ganz wie früher. Zehn Jahre nach dem ersten und bisher einzigen Akte X-Kinofilm und sechs Jahre nach der letzten Staffel der Serie stehen Gillian Anderson und David Duchovny wieder als ungleiches Agenten-Duo vor der Kamera. Sie sind ein bisschen älter geworden, was vor allem Agent Scully ganz hervorragend steht. Sie sind jetzt ein Paar und teilen sich ein Bett, aber bis auf einen Kuss bleibt die Beziehung gewohnt platonisch. Sie sind vielleicht ein Stück reifer geworden – selbst Mulder –, ihre extremen Positionen haben sich vielleicht etwas relativiert, aber nach wie vor ergänzen sie sich hervorragend: Mulder übernimmt den emotionalen, idealistischen Part, immer bereit, an das Außergewöhnliche und sogar Unmögliche zu glauben, Scully hält als rationales Korrektiv nüchtern dagegen.
Mulder und Scully sind also mehr oder weniger ganz die Alten, was Fans der Serie freuen dürfte; und auch ihr neuer Fall beginnt gewohnt mysteriös. In einer wunderbaren Parallelmontage zeigt Regisseur Chris Carter am Anfang die Entführung der FBI-Agentin und, gegengeschnitten, die Suche nach ihr. Da wird eine junge Frau mit ihren auffallend dunklen Augen des Nachts von zwei Fremden angegriffen, und tagsüber durchkämmt eine große Gruppe von FBI-Agenten eine weite, schneebedeckte Landschaft, angeführt von einen verwirrt wirkenden, älteren Mann mit langem, weißem Haar. Am Ende finden sie nicht die Vermisste, aber einen ebenso eindeutigen wie rätselhaften und auch ziemlich makaberen Hinweis auf die Entführung. Wie gesagt, der neue Akte X-Film beginnt mysteriös, eben so, wie es das bekannte musikalische Thema ganz am Anfang nahe legt und wie man es von der Serie erwartet.
Im weitern Verlauf der Handlung stehen dann zunächst Mulder und Scully im Mittelpunkt der Inszenierung. Mulder folgt seinem Motto „I want to believe“ – so lautet übrigens auch der englische Titel des Films –, verstrickt sich immer mehr in den Fall und findet wieder Gefallen an seiner Arbeit für das FBI. Scully dagegen ist wie immer skeptisch und zweifelt an den vermeintlich göttlichen Visionen des zwielichtigen Priesters. Und auch ihre Arbeit im Krankenhaus konfrontiert sie mit dem Konflikt zwischen Religion und Wissenschaft. Auch hier entscheidet sie sich bei der Behandlung eines todkranken Jungen für eine Stammzellentherapie und damit gegen die Kirche, die ihr nahe legt, das Schicksal ihres Patienten zu akzeptieren.
Während es bei Scully die Wissenschaft ist, die sie dazu bringt, nicht aufzugeben, ist es bei Mulder der Glaube an das Übersinnliche. Er ist fest davon überzeugt, die vermissten Frauen mit Father Crissmans Hilfe retten zu können. Sehr zur Freude des Zuschauers, der natürlich auch den ganzen Film über rätselt, welches dunkle Geheimnis hinter den Entführungen steckt. Aliens? Eine Verschwörung in den höchsten Regierungskreisen?
Der Trailer und auch die Exposition des Films lassen solche Vermutungen zu, und Chris Carter gelingt es gewohnt souverän, große Spannung aufzubauen. Er hüllt seinen Film gekonnt in ein großes, dunkles Geheimnis. Er verspricht sehr viel – aber am Ende kann er das Versprochene nicht halten!
Denn die Auflösung der geheimnisvollen Geschichte ist geradezu altbacken, voller Horror zwar, aber nichts, was man nicht schonmal gesehen hätte und keineswegs den großen Namen Mulder und Scully würdig. Die Gegenspieler der beiden FBI-Agenten bleiben erschreckend gesichtslos, ihre schrecklichen Taten weitgehend unmotiviert. Und der Zuschauer wird mit dem unguten Gefühl aus dem Kino entlassen, dass da eigentlich mehr drin gewesen wäre.
| FAZIT
Der langersehnte, zweite Kinofilm zur Serie hat das Zeug zu einer guten Doppelfolge, mehr nicht – Chris Carter verpasst die Chance, die X-Akten mit einem erinnerungswürdigen Finale endgültig zu schließen.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung