FILM REVIEW | Die Mumie 3: Das Grabmal des Drachenkaisers
Die Mumie 3: Das Grabmal des Drachenkaisers
Thriller,
Action,
Abenteuer
| USA 2008
| INHALTSANGABE
Nach zwei Abenteuern mit einer ägyptischen Mumie verschlägt es die Familie O´Connell diesmal nach China. Schließlich lassen sich Mumien nicht nur in Ägypten wieder zum Leben erwecken. „Mumie“ meint hier allerdings nicht die körperlichen Überreste eines einbalsamierten Pharaos, Hohepriesters oder so, sondern einen lebendig in Terrakotta (!) eingeschlossenen Kaiser. Genauer gesagt ist der O´Connell Sprössling Alex (Neuentdeckung Luke Ford) bei Ausgrabungen in China auf das Grab des Drachenkaisers Han (zu selten ohne Tonschicht Jet Li) mitsamt seiner kompletten Armee gestoßen. Der grausame Herrscher wurde einst von der Zauberin Zi Yuan (Michelle Yeoh) verflucht somit lebendig unter einer Terrakotta-Schicht begraben und dazu verdammt auszuharren, bis sich ein Dummer findet, der ihn wieder erweckt und ihm somit Gelegenheit gibt, doch noch die Weltherrschaft zu erlangen. Natürlich findet sich ein Dummer, aber zum Glück erwacht die Abenteuerlust von Rick (Brendan Fraser) und Evelyn (leider neu besetzt: Maria Bello) O´Connell genau zum richtigen Zeitpunkt wieder neu, nachdem sie sich nach dem Zweiten Weltkrieg eigentlich zur Ruhe gesetzt hatten, und sie lassen nichts unversucht, um den Terrakotta-Kaiser wieder zurück ins Jenseits zu befördern, auf dass er auch dort bliebe.
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| FILMKRITIK
In Zeiten einer Wiederbelebung von Indiana Jones war es wohl nur eine Frage der Zeit, bis sich eine neue Mumie finden ließ, die ebenfalls nach Wiedererweckung lechzte und da bereits die ersten beiden Mumien-Teile eher durch Trash als durch tatsächliche filmische Qualität bestachen, stellt wohl niemand besonders hohe Ansprüche an das zweite Sequel. Aber das Ergebnis von „Das Grabmal des Drachenkaiser“ untersteigt doch tatsächlich auch den letzten niedrigen Anspruch.
Die Handlung wirkt wie an den Haaren herbei gezogen. Eine Mumie, die untersterblich werden will – seit wann sind Untote sterblich? Und wie hat man sich speziell das mit dem Dolch vorzustellen? Die angeblich einzige Waffe, mit der man den Drachenkaiser besiegen kann, weil Zauberin Zi Yuan das in grauer Vorzeit so veranlasst hat. Heißt das, sie hat sich eines Abends mit dem Dolch an der Hand, ausgerüstet mit diversen Wässerchen und Pülverchen in ihre Zauberkammer oder an die Quelle Shangri-Las verzogen und eine ganz bestimmte Beschwörungsformel ausgesprochen? Die Rebellionsphase, in der Alex steckt, kommt im Alter von 21 Jahren ein bisschen spät. Was zwar irgendwie noch nachvollziehbar ist, aber das Minidrama, das drumrum inszeniert wird, von wegen: „Wenn sie nichts unternehmen, verlieren wir unseren Sohn!“, ist vollkommen überflüssig.
Beinahe jeder Szene ist die CGI-Bearbeitung anzumerken. Der grotesk anmutenden Massenkampfszene zwischen den Skelettkriegern und der Terrakotta-Armee des Kaisers verhilft das aber auch nicht zu mehr Qualität. Knochen gegen Ton bleibt unfreiwillig komisch, erst recht wenn diese Materialien sich bewegen. Die Skelettkrieger setzen sich übrigens aus den toten Feinden des Drachenkaisers zusammen, die angeblich während des Baus in die chinesische Mauer mit eingearbeitet wurden und nun durch Zi Yuan zu Hilfe gerufen werden
Mit Dialogenpassagen wie: „Wo kommen denn die Schneemänner her?“ – „Die Tibeter nennen sie Yetis“ ist heutzutage auch niemand mehr hinter dem Ofen vorzulocken. Das größte Eigentor allerdings schoss sich Regisseur Rob Cohen mit der Besetzung der Evelyn O´Connell durch Maria Bello. Angeblich habe Rachel Weisz die Rolle abgelehnt, weil die Dreharbeiten für die junge Mutter zu lang und zu anstrengend gewesen wären. In Wirklichkeit hat die mittlerweile Oascarpreisträgerin wohl rechtzeitig erkannt, dass es ihrer Karriere zuträglicher wäre, auf diese Produktion und somit viel Geld zu verzichten. Die sonst so talentierte Maria Bello zeigt zwar auch hier solide Schauspielkunst, die Chemie zwischen Fraser und ihr – falls man das überhaupt so bezeichnen kann – ist allerdings eine ganz andere, Evelyn O´Connell ist plötzlich eine ganz andere und um ein Vieles weniger charmant als sie es durch die Darstellung von Rachel Weisz war. Der Vorwurf geht dabei aber nicht an Bello, denn jeder andere Ersatz wäre kein würdiger gewesen. Jet Li als Drachenkaiser zu besetzen ist ebenfalls eine Vergeudung. In den meisten Szenen tritt er nicht als er selbst, sondern nur seine Terrakotta-Kopie auf, die deutlich nicht so bewegungsfrei ist, wie der Martial-Arts-Star, was eine ausgiebige Demonstration seines Kampfsporttalents verhindert.
| FAZIT
Bestenfalls stupides Popcorn-Kino, das auch Frasers komödiantisches Talent nicht aufwerten kann.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung