Sonntag | 27. Mai 2012 | 21:28 Uhr
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  • FILM REVIEW | 96 Hours
  • 96 Hours

    Action | Frankreich / USA 2008
  • | INHALTSANGABE

  • Bryan Mills hat seine Arbeit als Regierungsagent an den Nagel gehängt, um in der Nähe seiner Tochter in Los Angeles zu wohnen. Die 17-jährige Kim führt bei ihrer Mutter, Bryans geschiedener Frau, und deren zweitem Mann das Leben einer verwöhnten Göre, der kein Wunsch abgeschlagen wird. Bryan kommt kaum in Kontakt zu Kim, soll aber unterschreiben, dass er der Minderjährigen die Einwilligung gibt, mit ihrer Freundin nach Paris zu reisen. Bryan hat Bedenken, doch seine Ex-Frau warnt ihn, er setze die Beziehung zu seiner Tochter aufs Spiel. Also unterschreibt er.

    In Paris telefoniert Kim gerade mit Bryan, als Entführer in ihre Bleibe eindringen. Bryan hört mit, wie die Männer die Mädchen verschleppen. Er fährt an die Seine, um seine Fähigkeiten als Mann fürs Grobe einzusetzen und Kim aus den Klauen albanischer Mädchenhändler zu befreien. Wer ihm dabei in die Quere kommt, handelt auf eigene Gefahr.
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      • | FILMKRITIK

      • „96 Hours“ ist eine französische Produktion von Luc Besson, der mit Robert Mark Kamen auch das Drehbuch geschrieben hat. Regisseur Pierre Morel inszenierte den überwiegend in englischer Sprache gedrehten Actionthriller mit Liam Neeson in der Hauptrolle. Als Vater unsicher und nachgiebig, als Mann unter dem Pantoffel der reich verheirateten Ex, ist Bryan Mills eine Art bedrückter Veteran der Working Class. Im Laufe seines rasanten Selbstjustiz-Feldzugs durch Paris rackert er sich gnadenlos an seinen zahlreichen Gegnern, sprich Opfern, ab.

        Bevor der Film seine Actionqualitäten entfaltet, beginnt die Handlung wie ein Charakterstück, in dem Liam Neeson den Underdog spielt. Mit seinen Ex-Kollegen, Männern aus einfachen Verhältnissen, trifft er sich zum Grillen. Die Männer trinken Bier aus der Flasche und versorgen Bryan mit kleinen Aufträgen, z. B. den von Holly Valance gespielten Popstar Sheerah als Security zum Konzert zu begleiten. Wenn der von Sorgen geplagte Bryan bei seiner Tochter auftaucht, wird er sofort von der Ex-Frau Lenore, gespielt von Famke Janssen, in die Schranken gewiesen. Und es ist klar, dass die hübsche Kim sich über das Pferd, das ihr Stiefvater ihr zum Geburtstag schenkt, mehr freut als über die Karaokemaschine ihres Vaters.

        Aber wenn es hart auf hart kommt, ist auf Bryan als Daddy eben Verlass. Er hat auch in Paris einen ehemaligen Kollegen und er stattet sich mit den örtlichen Polizeiausweisen aus. Paris ist in diesem Film insofern eine gefährliche Großstadt, als hier albanische und arabische Banden ihr Unwesen treiben: Sie entführen systematisch junge amerikanische Touristinnen, um sie unter Drogen zu setzen und zur Prostitution zu zwingen.

        Paris ist in diesem Film aber insofern nur ein Vorort von Amerika, als Bryan Mills quasi gleich nach seiner Ankunft aus dem Vollen schöpft und bald schon albanischen Männern, die am Küchentisch sitzen, vorhält, sie würden eine liberale Gesellschaft als schwach missverstehen. Dass er dabei laut Ausweis ein französischer Bulle ist, aber nur Englisch spricht, macht den Albanern nichts aus.

        Liam Neeson beweist jedoch in diesem Film, dass harte Action auch mit einem alternden, nicht mehr sonderlich attraktiven Helden funktioniert. Pierre Morel und sein Kameramann Michel Abramowicz zaubern eine bemerkenswerte Action-Choreografie, z. B. bei der Auto-Verfolgungsjagd auf einer Baustelle: Rasante Schnitte und Überblendungen, unscharfe Gesichter, dann wieder Autoscheinwerfer, verwackelte Kulissenbilder. Auch in einer Faustkampfszene Bryans sieht man im Grunde nichts Genaues, nur, dass die Post abgeht. Bemerkenswert ist auch die große Anzahl an Gegnern, die Bryan ins Visier nehmen darf, einen nach dem anderen, wie die Hasen in der Schießbude.
      • | FAZIT

      • Harter Action- und Selbstjustizstreifen mit Liam Neeson als Vater, der die Entführer seiner Tochter durch Paris jagt.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Bianka Piringer

      • | Userwertung

      Wertung: 7.5/10 (45 votes)

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