Dale arbeitet als Gerichtszusteller, am liebsten aber kifft er. Das macht auch sein Dealer Saul, der ihm eines Tages exklusiv eine starke Züchtung namens Ananas Express verkauft. Dale muss dem Drogenbaron Ted eine Gerichtsvorladung zustellen, aber aus dem Auto beobachtet er, wie Ted und eine Polizistin einen Mann umbringen. Er wirft seinen Joint auf die Straße und flüchtet geräuschvoll. Bald dämmert ihm, dass Ted anhand des Joints, in dem Ananas Express war, über Saul auf seine Spur kommen könnte. Also schnappt sich Dale den schwer zugedröhnten Saul und die beiden suchen das Weite, wissen aber nicht, wohin.
WERBUNG
| FILMKRITIK
Wenn Filmemacher ihr Werk „Ananas Express“ taufen, nehmen sie es wohl nicht ganz ernst. Zwar handelt es sich hier auch um eine Komödie, genauer, um die erste Actionkomödie aus der Produktion von Judd Apatow, doch die Handlung, die im Laufe ihrer 112 Minuten immer mehr in Richtung Action - oder Actionparodie? - driftet, ist weniger eine dramaturgisch aufgebaute Geschichte, als vielmehr pure Comedy. Die erzeugt unzählige witzige Einfälle, aber nicht den Spannungsbogen für einen Film dieser Länge.
Das Ganze beginnt als Ulknummer auf bekiffte Typen und ihre komischen Gedankengänge. Seth Rogen als Dale und James Franco als Saul loben sich gegenseitig über den grünen Klee, weil sie beide einen Job haben, in dem sie nichts tun. Während Rogen den dynamischeren Typen des Duos verkörpert, spielt James Franco den Bekifften richtig gut. Er beherrscht diese angestrengte Orientierungsschwäche und hat einen unerschöpflichen Reichtum an aberwitzigen Sprüchen. Nur zum Beispiel: Als sie den Zwischenhändler Red dingfest machen und ihn nicht eigenhändig umbringen wollen, sagt Saul, vielleicht könne man ihn überreden, Selbstmord zu begehen.
Das Drehbuch von Seth Rogen und Evan Goldberg basiert auf einer Storyvorlage, an der außer den beiden auch Judd Apatow beteiligt war. Die Geschichte nimmt ihren Lauf in verschiedenen Umgebungen, in denen Dale und Saul rauchen und Unsinn treiben: im Wald, wo sie sich erschrecken, bei den Eltern von Dales Highschool-Freundin, wo sie den Vater zu nicht jugendfreien Äußerungen provozieren, bei Dealer Red, wo sie sich prügeln, auf einer Verfolgungsjagd im Polizeiwagen mit rotem Fruchteissaft an der Windschutzscheibe.
Dale hatte Recht: Obergangster Ted nimmt genau über den weggeworfenen Joint ihre Spur auf und schickt ihnen zwei Leute hinterher. Dieses Verbrecherpaar knallt rüde den armen Red nieder, entpuppt sich aber im Laufe der weiteren Handlung als äußerst sensibel. Und was Red angeht, den Danny McBride spielt: Er schmeißt sich mit vollem Elan in den Actionverlauf, aus zwei Schusswunden im Bauch blutend, die ihn irgendwie nicht daran hindern, später noch mit Appetit Rühreier zu vertilgen.
Man könnte daher glauben, der Film von Regisseur David Gordon Green wolle eine Parodie auf Actionfilme sein. Doch dann huldigt er selbst der Action mit langen, leicht albernen Kampfhandlungen in einem Marihuana-Gewächshaus, an denen auch noch asiatische Gangster beteiligt sind. „Superbad“ aus der Feder von Seth Rogen und Evan Goldberg war lustiger. Hier fällt auf, dass Seth Rogen gar nicht richtig spielt, aber die Wortwechsel bestehen auch oft aus direkt für die Kamera gesprochenen Gags. So etwa, als Dale sich am Telefon gegen die Ehe mit seiner Freundin entscheidet.
| FAZIT
Unentschlossene Mischung aus Actionfilm und Komödie über zwei Kiffer in Lebensgefahr: viel Comedy, wenig Spannung.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung