Der reiche, junge Geschäftsmann Clay (Hayden Christensen) liebt die schöne Sam (Jessica Alba). Doch seine Mutter (Lena Olin), der Clay alles bedeutet, darf davon nichts wissen. Hinzu kommt, dass Clay an einem Herzfehler leidet. Eine Transplantation ist nötig – und Clays Arzt und Freund Jack (Terence Howard) versucht, ihm die Angst davor zu nehmen. Tatsächlich findet sich ein Spenderherz. Doch auf dem OP-Tisch muss Clay feststellen, dass er an anästhetischer „Awareness“ leidet. Und so erlebt er nicht nur bei vollem Bewusstsein und bewegungsunfähig die gesamte Operation mit, sondern muss auch von einer Verschwörung erfahren, bei der es um sein Leben geht.
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| FILMKRITIK
„Awake“ ist einer der Filme, die verantwortungsvollen Kritikern das Leben schwer machen. Denn der Film lebt von seinen vielen Finten und Wendungen, im Großen wie im Kleinen, und wie soll man, ohne diese zu verraten, darüber Auskunft geben?
Tatsächlich ist „Awake“ im Grunde kaum mehr als eine Folge von „Alfred Hitchcock presents“ oder ähnlicher kleiner – meist garstiger – Krimiepisoden, und eigentlich dürfte aufgrund der Handlung bzw. Erzählung Joby Herolds Drehbuch- und Regiedebüt gar nicht funktionieren: Hauptfigur Clay ist, sobald der Plot richtig losgeht, auf dem OP-Tisch festgesetzt und alles, was um ihn herum geschieht, geschieht ohne ihn. Sein Wachsein hat folglich nur den Zweck, ihn als wahrnehmende Figur und zentralen Charakter zu „behalten“.
Entsprechend eklig, aber beiläufig ist das Brustkorböffnen und Herzentfernen am wachen Patienten (natürlich ordentlich detailliert gefilmt). Die Geschichte hätte jedoch ebenso gut ohne diese Idee funktioniert. Und dass „Awake“ als kleiner gemeiner Kurzthriller im Gewand eines Langfilms funktioniert, verdankt man Regisseur und Autor Herold sowie dem Unterschied zwischen „Plot“ und „Story“.
Während „Story“ das bezeichnet, was da erzählt wird, ist der Plot die unmittelbare Art, wie die Elemente der Story angeordnet bzw. wie die Informationen verteilt sind – kurz: Plot ist das, was sich an Informationen (Zusammenhänge, Motive etc.) vor seinen Augen entfaltet während Story die übergeordnete Kurz- und Zusammenfassung ergibt. Die auch sämtliche Erzähl-Geheimnisse und „Plot Twists“ verpuffen lassen würde.
„Awake“ nun lebt von der Aufbereitung des Geschehens, und er lebt gut davon. Man muss ein wenig an Atom Egoyan („Exotica“) denken, der auch erst Stück für Stück die Verknüpfungen enthüllt bzw. Spannung erzeugt, indem er es dem Zuschauer überlässt, das Geschehen auf der Leinwand zusammenzufügen.
So funktioniert auch „Awake“. Hält man zunächst Clay und Sam für ein frisch vermähltes und verliebtes Paar, werden die wahren Konstellationen erst schrittweise offenbart. Ein Taschenspieltrick, für die zentrale Handlung nicht von Belang, aber eine durchaus effektive Art des Erzählens.
Man darf also gar nicht viel über den Film sagen – außer vielleicht, dass das Komplott rund um Clay einige große logische Löcher hat und es zum Schluss arg dicke wird, was Harold aus dem Hut zaubert.
Dafür hat er sich mehr als von solchen Filmen gewohnt den Charakteren gewidmet, auch den (bösen) Randfiguren und ihrem Innenleben, und man mag es ihm abkaufen oder nicht: Fakt ist, dass er aus seiner kleinen Idee auf jeder Ebene rausholt, was rauszuholen ist. Selbst Jessica Alba ist nicht nur eine hinreißende Erscheinung, sondern „macht Sinn“.
Wenn schließlich alles dank der Kameraarbeit von Russell Carpenter in elegante, schöne Bilder gepackt wird, muss man „Awake“ einfach zugestehen, dass er gerade wegen der cleveren und zugleich kruden Story keine große Filmkunst sein mag, gleichwohl vorführt, wie gutes Handwerk einen ganz eigenen Wert darstellt.
| FAZIT
Kleiner, teilweise garstiger B-Thriller, der – fein besetzt, hübsch gefilmt und vor allem erzählerisch – aus seiner kleinen Geschichte rausholt, was rauszuholen ist.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung