Sonntag | 27. Mai 2012 | 17:23 Uhr
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  • FILM REVIEW | Martyrs
  • Martyrs

    Horror | Frankreich / Kanada 2008
  • | INHALTSANGABE

  • Ein junges Mädchen rennt über ein altes Fabrikgelände. Die verschlissene Unterwäsche ist von Blut durchtränkt, der Körper dünn und ausgehungert. Die Kleine schreit in unermesslichen Horror, während ihre Beine immer wieder unter ihr wegzuklappen drohen.

    Lucie ist gerade mal zehn Jahre alt, als sie gefunden wird. Sie weist Anzeichen von monatelanger Entbehrung und Folter auf, doch kein Indiz weißt auf sexuellen Missbrauch hin.

    Die Ermittler sind ratlos. Sie finden zwar den Raum, in dem Lucie gefangen gehalten wurde. Ein karges Gefängnis mit einem schlichten Metallstuhl in der Mitte. Doch es führt keine Spur zu den Tätern.

    Lucie lebt fortan in einem Heim unter psychologische Betreuung. Dort verbindet sie bald eine enge Freundschaft mit Anna. Doch auch ihre Freundin kann ihr bei der Bewältigung des Erlebten nicht helfen. Lucie leidet unter Albträumen, und mehr als einmal weist ihr Körper merkwürdige Verletzungen auf. Der Horror scheint nicht enden zu wollen.

    15 Jahre später sitzt eine vierköpfige Familie gerade beim Frühstück. Die Geschwister ziehen sich gegenseitig auf, die Eltern planen ihren Tag. Doch dann klingelt es an der Tür und als der Vater öffnet, blickt er in die Mündung eines Gewehrlaufes.
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      • | FILMKRITIK

      • Es ist schwierig die Handlung von Martyrs zu beschreiben, ohne viel vorweg zu nehmen. Es vergehen oft nur wenige Minuten und die Geschichte dreht sich wieder einmal um 180 Grad. Das macht es für den Zuschauer schier unmöglich auch nur die nächsten zehn Minuten zu erahnen.

        Schon auf dem Fantasy Filmfest teilte dieser Film das Publikum in zwei Lager. Die ambivalente Geschichte, die ungewöhnliche Struktur und die schockierenden Bilder sind nicht Jedermanns Sache.

        Dabei ist eines sicher – dieser Film gehört zu den eindruckvollsten Horrorfilmen der letzten Jahre. Die teils groteske, teils brutale Geschichte lässt niemanden kalt, auch wenn man den Film oft verabscheuen wird.

        Während Saw durch kühl kalkulierte Brutalität beeindruckte, bietet Martyrs zusätzlich eine beeindruckende Geschichte, die gerade in ihrer Absurdität erschreckt. Dabei bleiben Freunde von Blutorgien keinesfalls auf der Strecke. Gerade die erste dreiviertel Stunde ist eine beeindruckende Hetzjagd, die auf die Mägen der Zuschauer keine Rücksicht nimmt.

        Dabei wird die Handlung vor allem durch die beiden brillanten Hauptdarstellerinnen getragen. Mylène Jampanoï, die man schon in Die Purpurnen Flüsse 2 bewundern durfte, spielt Lucie mit großem Einsatz. Die Schauspielerin nimmt hier auf ihre Schönheit keine Rücksicht und zeigt ihre unzurechnungsfähige Seite. Doch der heimliche Star des Filmes ist Morjana Alaoui, die Anna spielt. Bisher war die Darstellerin unbekannt, doch die Performance in Martyrs wird das bald ändern. Während Lucie immer mehr dem Wahnsinn und des Blutdurstes verfällt, versucht Anna ihre Freundin zurück in die Realität zu holen. Ein verzweifelter Kampf, den Alaoui uns mit jeder Faser spüren lässt.

        Nach High Tension und Inside ist dies nun schon der dritte Film in Folge aus Frankreich, der uns schockiert und begeistert. So darf man hoffen, dass der Fernsehsender Canal Plus auch noch weitere Filme dieses Kalibers fördern wird. Wir warten darauf.
      • | FAZIT

      • Eine absurd-geniale Geschichte, die nicht nur durch ihre blutigen Momente überzeugt.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Laura Samide

      • | Userwertung

      Wertung: 7.5/10 (8 votes)

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