Der alte Brandner Kaspar lebt seit dem Tod von Frau und Tochter mit seiner Enkelin Nannerl in den Bergen am Schliersee. Sein armseliges Einkommen bessert er auf, indem er mit dem jungen Toni wildern geht. Längst hat der durchtriebene Alois Kugler einen begehrlichen Blick auf den Hof des Brandner Kaspars geworfen, den er dem preußischen Graf von Zieten verkaufen will. Immer wieder versucht er daher, ihn auf frischer Tat beim Wildern zu erwischen, doch der Alte ist Kugler immer einen Schritt voraus.
Dann, kurz vor seinem siebzigsten Geburtstag, wird der Brandner Kaspar vom Tod (bayrisch: "Boanlkramer") besucht, da seine Lebenszeit nunmehr um ist. Kaspar will davon allerdings nichts wissen. Mit Hilfe von Kirschgeist und einem simplen Kartentrick gelingt es ihm, dem Tod weitere 21 Lebensjahre abzuschwätzen. Damit hat der Boanlkramer ein deftiges Problem am Hals, denn durch den quicklebendigen Kaspar droht die ganze Weltenordnung durcheinanderzugeraten, oder besser, ganz Bayern.
Doch so schön wie sich Kaspar das vorstellt, ist seine ergaunerte Lebenszeit gar nicht. Denn als sich Toni in Nannerl verliebt, ruft das ihren eifersüchtigen Verehrer Fonse auf den Plan. Der versucht nun alles, den unliebsamen Konkurrenten aus dem Weg zu räumen und Nannerl für sich zu gewinnen. Als sich ihm nun die Gelegenheit bietet, Toni auf frischer Tat beim Wildern zu ertappen, kommt es zu einem folgenschweren Jagdunfall und Kaspar muss sich erneut mit dem Tod auseinandersetzen.
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| FILMKRITIK
Mit der Verfilmung dieses alten deutschen Volksstücks erfüllt sich Regisseur Joseph Vilsmaier nach eigener Aussage einen Kindheitstraum. Bereits zwei Mal fand der Brandner Kaspar, der schon seit 1871 auf den Theaterbühnen Bayerns herumgeistert, seinen Weg auf die Kinoleinwände. Diesmal soll jedoch allem Anschein nach nicht nur ein Nischen-, sondern auch ein Mainstreampublikum an den Stoff herangeführt werden. Das zu erreichen versucht Vilsmaier durch die Besetzung der Boanlkramer-Rolle durch Michael Bully Herbig.
Und der zeigt hier vor allem wieder einmal eins: Er ist komisch, aber kein Schauspieler. Das wäre an sich kein Problem, würden die anderen Darsteller ihre Rollen ebenso wenig ernst nehmen wie Bully. Das ist aber nicht der Fall. Franz Xaver Kroetz verleiht seiner charmanten Version des Brandner Kaspars eine gehörige Portion Bauernschläue, spielt ihn jedoch – ebenso wie Lisa Potthoff das Nannerl oder Peter Ketnath den Toni – durchaus mit aufrichtigem Ernst. Der Boanlkramer, der schusselige Erzengel Michael (Herbert Knaup) oder auch der Graf von Zieten (Detlev Buck) driften dagegen immer wieder ins Lächerliche ab. Für sich allein mag jede Seite funktionieren, zusammen ergeben sie jedoch kein stimmiges Gesamtbild.
Vilsmaier versucht den Spagat zwischen liebevoll nachgefilmten Volksstück und Mainstream-Komödie. Die Handlung ist dabei in einem Bilderbuch-Bayern angesiedelt, das so kitschig und künstlich daherkommt, wie es sich heute vielleicht nur noch Touristen vorstellen können und wollen. Im bayrischen Himmel tragen die Engel eben Lederhosen und der Petrus ist den lieben langen Tag damit beschäftigt, Weißwürste zu essen und Blasmusik zu hören. Dazwischen dürfen die Alpen ein bisschen glühen und für romantische Gebirgsstimmung sorgen. Es wird sicherlich einige Zuschauer
geben, die sich königlich über diesen mundartlichen Spaß amüsieren. Alle anderen werden sich zumindest nicht langweilen.
| FAZIT
Vilsmaiers Spagat zwischen liebevoll nachgefilmten Volksstück und Mainstream-Komödie gelingt nicht immer, ist aber über weite Teile durchaus unterhaltsam.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung