Komödie,
Romanze
| Belgien / Deutschland / Frankreich / Luxemburg 2006
| INHALTSANGABE
Jalil ist ein Phänomen. Denn er ist der absolute Durchschnittsbürger. Klingt wie ein Widerspruch, aber er hat es geschafft in der TV-Sendung, in der man die mehrheitlichen Antworten der Zuschauer einschätzen soll, immer den Geschmack der Masse vorhersagen zu können.
Das macht ihn zum idealen Versuchskaninchen für das Markt- und Meinungsforschungsinstitut Somadi. Diese zapfen seine Wohnung mit Kameras und Mikros an, um ihn so rund um die Uhr bewachen zu können. Gleichzeitig setzen sie die schöne Claire auf ihn an, die ihm fortan Testprodukte unterjubelt. Jalils Reaktionen werden genau untersucht und durch komplizierte technische Untersuchungen überprüft, um so herauszufinden, ob das Produkt für den Markt geeignet ist.
Doch Claire bekommt langsam Gewissenbisse. Denn Jalil ist eigentlich ein ganz netter Kerl, und ihm ständig etwas vorzumachen, belastet sie zunehmend. Doch so schnell lässt Somadi seine Wunderwaffe nicht vom Haken. Und als letztendlich sogar der Präsident, dessen Umfragewerte in den Keller sinken, Interesse bekundet, muss Claire sich entscheiden, ob sie das Spiel noch länger mitspielen will.
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| FILMKRITIK
Mr. Average lässt viele Frage offen. Die wichtigste ist wohl – welchen Grund gibt es dafür, den Zuschauer diesen unsäglichen Qualen auszusetzen?
Ein Hauptdarsteller, der das Charisma eines toten Fisches besitzt, ein Szenenbild, das „Pappkulisse“ schreit und eine Optik, die an Videospiele aus den Neunziger Jahren erinnern (inklusive der unsäglichen Elektromusik) – zieht man so das Publikum auf seine Seite?
Die belgisch-luxemburgisch-französisch-kanadisch-deutsche Koproduktion wäre gut damit beraten gewesen, ein wenig mehr Zeit in das Drehbuch, in das Casting und die Wahl der Regie zu investieren. Denn dieser Film ist heraus geworfenes Geld.
Er vermag es nicht eine Sekunde, das Publikum in seinen Bann zu ziehen, dabei ist die Ausgangsidee doch gar nicht mal so schlecht. Ein Mensch, der den Geschmack der Masse so präzise verkörpert, dass man an ihm abmessen kann, ob ein Produkt auf dem Markt einschlägt oder nicht. Hätte man ein paar amerikanische Schreiberlinge daran gesetzt, wäre die nächste Adam Sandler Komödie mit Hitgarantie daraus geworden. Das wäre vielleicht vom Anspruch her nicht viel besser, aber zumindest hätte man sich in diesem Film nicht für die Macher fremd schämen müssen.
Der einzige Lichtblick ist die einigermaßen talentierte Caroline Dhavernas, die wie der Phönix aus der Asche dieses Versagertums steigt. Durch kleine Mimiken und Gestiken lässt uns Dhavernas präzise Einblicke in den Charakter der Claire gewähren. Eigentlich vergeudete Zeit, in diesem Chaos kommt es sowieso nicht zur Geltung.
Ab der Mitte des Filmes bietet die künstlich evozierte Sorge, ob man daheim den Herd angelassen hat, sowieso mehr Reiz. Kurz darauf folgt wahrscheinlich die immer faszinierende Idee, ob man vielleicht heimlich an der Popcorntheke Käse Dips klauen sollte, um diese gegen die Leinwand zu feuern.
Das war es dann aber auch schon mit dem emotionalen Spektrum des Zuschauers in diesem Film. Im luftleeren Raum lässt es sich schlecht denken und bei diesem Film hilft sowieso nur: Augen zu, Gehirn aus und durch.
| FAZIT
Langweiliger und altmodischer Quatsch, der bei einer hundertprozentigen Verbesserung immer noch grottenschlecht gewesen wäre.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung