Sonntag | 27. Mai 2012 | 17:30 Uhr
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  • FILM REVIEW | Zufällig Verheiratet
  • Zufällig Verheiratet

    Komödie | Großbritannien 2008
  • | INHALTSANGABE

  • Emma Lloyds Leben ist einfach wunderbar. Als Radiomoderatorin berät sie äußerst erfolgreich New Yorks Frauen in Liebesdingen, ihr erstes Buch steht kurz vor der Veröffentlichung und ihren persönlichen Prince Charming hat sie auch schon gefunden: Richard. Der bietet ihr alles was sie von ihrem Zukünftigen auch erwartet, nämlich eine stabile, sichere Beziehung, die auf gegenseitigem Respekt beruht und zusätzlich sogar karrierefördernd ist – immerhin ist Richard ihr Verleger.

    Die Hochzeitsvorbereitungen von Emma und Richard nehmen allerdings ein jähes Ende, als sie im Rathaus plötzlich erfahren, dass Emma laut Computer bereits einen Ehemann hat: Patrick Sullivan. Von dem hat Emma noch nie etwas gehört und natürlich ist ihr klar, dass es sich hier um einen Datenfehler handeln muss. Also macht sie sich auf den Weg, Patrick zu suchen und das Missverständnis aus der Welt zu schaffen.

    Was sie nicht weiß ist, dass Patrick nicht etwa zufällig ihr plötzlicher Ehemann geworden ist. Ganz im Gegenteil. Denn seit Emma mit ihren wohlmeinenden Ratschlägen dafür gesorgt hat, dass Patrick kurz vor der eigenen Hochzeit von seiner Verlobten Sophia verlassen wurde, sinnt er auf Rache. Sein Plan ist simpel. Nachdem er einen herben Verlust ertragen musste, will er, dass auch Emma diese Erfahrung macht. Also setzt er alles daran, ihr das Leben so schwer wie möglich zu machen. Bis ihm auffällt, dass ihm eine Ehe mit ihr gar nicht mehr so abwegig erscheint.
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      • | FILMKRITIK

      • Eine vom Leben ernüchterte aber äußerst hübsche und erfolgreiche Frau, die gerade im Begriff ist, mit ihrem sympathischen und hübschen Freund eine risikolose und vorhersehbare Ehe einzugehen, trifft plötzlich auf einen nicht minder hübschen Charmeur, der ihr zeigt, wie sich leidenschaftliche Liebe anfühlt. Wer jetzt noch fragt wie der Film ausgeht, hat noch nie eine Hollywood-Romanze gesehen. Das lieblos zusammengezimmerte Drehbuch lässt keinerlei Überraschungsmomente zu, die Handlung dümpelt vorhersehbar vor sich hin und auch was die Komik betrifft gehört der Film eher ins unterste Drittel seines Genres.

        „Zufällig verheiratet“ ist eine dieser Romantic Comedies, in denen zunächst behauptet wird, die romantische Liebe sei überholt und utopisch, um dann doch genau das Gegenteil zu beweisen. Und wenn dabei der eine oder andere Protagonist im Beziehungsdurcheinander abhanden kommt macht das gar nichts, denn wozu wurde das Happy End erfunden? Dazwischen steht dann die alles entscheidende Frage: Will Emma lieber eine sichere Ehe mit Richard oder eine leidenschaftliche mit Patrick? Denn dass es am Ende auf eine solche hinausläuft ist scheinbar unumgänglich. Ein Alternativmodell zur Hochzeit ist im US-Film wohl immer kaum denkbar.

        Sowohl Colin Firth (alias Richard) als auch Jeffrey Dean Morgen (Patrick) dürfen umgängliche und sympathische Männer spielen. Wesentlich schlechter kommt da Uma Thurman (Emma) weg. Ihr wurde ein ziemlich altbackenes Frauenbild übergestülpt. Immer wieder muss sie eine keifende Klischee-Zicke zum Besten geben und wenn es komisch werden soll, beschränken sich Regisseur Griffin Dunne und Drehbuchautorin Bonnie Sikowitz darauf, sie mit dem Kopf gegen eine Theke knallen oder nass spritzen zu lassen. Beides Ideen, die nicht gerade ein Beweis von Einfallsreichtum und intelligentem Humor sind. Wirklich fragwürdig ist, wie es die großartige Isabella Rosselini in einen solchen Film geschafft hat. Sie wirkt, umgeben von schlechten Slapstick-Einlagen und merkwürdigen Podolski-Klinsmann-Diskussionen, definitiv fehl am Platz. Und damit ist noch nicht einmal sie ein Grund, für diesen Film ins Kino zu pilgern.
      • | FAZIT

      • Gegen ein so lieblos zurechtgezimmertes Drehbuch und derart einfallslosen Humor können auch die sympathischen Stars dieses Films nicht ankommen.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Anke Hermann

      • | Userwertung

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