Vor langer, langer Zeit herrschte erbitterter Krieg zwischen den Söhnen der Erde und den Menschen. Elfenkönig Balor ließ ein Heer erschaffen, das nicht isst, trinkt, schläft oder pausiert: die Goldene Armee. Diese mechanischen Soldaten kannten allerdings weder den Unterschied zwischen Mann, Frau und Kind, noch den zwischen Opfer und Krieger. Als der König das grausame Ausmaß seiner Tat erkannte, schloss er Waffenstillstand mit den Menschen und sperrte die Goldene Armee für alle Zeiten weg, in der Hoffnung, sie würde nie wieder Schaden anrichten. Prinz Nuanda – Balors Sohn – war absolut gegen den Waffenstillstand und ging ins Exil.
Prinz Nuanda kehrt nun zurück und ist fest entschlossen, die Goldene Armee unter seine Kontrolle zu bringen, um die Menschen endgültig zu vernichten und so seinem Volk endlich ein friedliches Leben auf der Erde zu ermöglichen.
Ein Vorhaben, das nur einer verhindern kann: HELLBOY
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| FILMKRITIK
Für Fortsetzungen gilt im Allgemeinen: Mehr. Mehr von allem. Im Fall der Hellboy-Fortsetzung bedeutet das mehr Schauplätze, mehr Schießereien, deutlich mehr fantastische Kreaturen, mehr FBI-Agenten, die ihr Leben lassen müssen, mehr, mehr, mehr…
Aber meistens geht dieses Mehr einher mit einem Weniger an Qualität. Ob das auch auf „Hellboy- die Goldene Armee“ zutrifft? Vielleicht.
2004 war das erste Abenteuer des widerwilligen Kämpfers unter der Regie von Guillermo del Toro auf der Leinwand zu bestaunen und erzielte künstlerisch wie kommerziell großen Erfolg. „Hellboy – die Goldene Armee“ ist jetzt nach dem Oscargewinner „Pans Labyrinth“ endlich wieder ein Film des Visionärs, bei dem einmal mehr dessen Handschrift deutlich spürbar ist. Die Handlung beruht erneut auf den gleichnamigen Comics von Mike Mignola, schließt mit etwas zeitlichem Abstand an die Geschehnisse von „Hellboy“ an und präsentiert teilweise weiterentwickelte Figuren: Liz (Selma Blair) wirkt zwar immer noch etwas distanziert – so ist ihre Figur bereits in den Comics angelegt -, ist aber bei weitem nicht mehr so unsicher wie noch im ersten Teil und ist mittlerweile in der Regel auch in der Lage, das Feuer in sich zu kontrollieren. Das misslingt ihr allerdings immer während der momentan ständigen Streitereien mit Hellboy (Ron Perlman). Die Verliebtheitsphase der beiden ist inzwischen vorbei und sie müssen zu ihren „besonderen Problemen“ zusätzlich noch den lästigen Beziehungsalltag meistern Wie viele Männer ist auch der rote Kerl mit Hörnern und Schwanz nicht willens, den Abwasch zu erledigen oder überhaupt mal aufzuräumen und Liz fühlt sich generell eingeengt, was nur verständlich ist, denn schließlich teilen sich Hellboy und Liz das Zimmer mit unzähligen Katzen. Und jede Konfrontation mit ihrem Liebsten lässt sie im wahrsten Sinne des Wortes in Flammen aufgehen. Hellboy selbst hat sich nicht wirklich verändert. Chili und Bier gehören immer noch zu seinen Grundnahrungsmitteln, Katzen liebt er fast so sehr wie Liz, er trägt immer noch den Rosenkranz seines Vaters am Handgelenk und ist immer noch damit beschäftigt, sich gegen sein vermeintliches Schicksal – die Erde in Schutt und Asche zu legen und die Menschheit zu vernichten - zu wehren. Sein Bedürfnis nach Anerkennung und Zuneigung seitens der Öffentlichkeit ist allerdings noch größer geworden und wird nicht unbedingt gestillt, es verhindert allerdings, dass die Behörde zur Untersuchung und Abwehr paranormaler Erscheinungen (im Original: Bureau for Paranormal Research and Defence) weiterhin im Verborgenen operieren kann. Durch den Kampf gegen Prinz Nuanda (Luke Goss) und ins Besondere gegen dessen Gefolgschaft sieht sich Hellboy mit der Frage konfrontiert, weshalb er für eine Organisation arbeitet, die zwar die Menschen schützt, ihn aber im Gegenzug dazu verdammt, seines Gleichen auszuschalten.
Die Fortsetzung hat deutlich mehr Fantasywesen zu bieten. Mit das eindrucksvollste ist sicherlich die Elemental-Kreatur – eine meterhohe grüne Pflanze. Hellboy hat so seine Schwierigkeiten den zahlreichen Fangarmen auszuweichen - CGI-Effekte, wie es sie bessere kaum gibt und die es möglich machen, dass ein Stück Manhattan zu einer wunderschönen grünen Oase wird.
Äußerst eindrucksvoll ist auch der Troll-Markt mit seinen unzählbaren magischen Kreaturen. Man fühlt sich direkt an die Kantinenszene aus Star Wars erinnert und Abe Sapien (Doug Jones), der auch wieder mit von der Partie ist und diesmal mehr eigene Entscheidungen treffen muss, als im ersten Abenteuer, wirkt wie ein amphibischer Nachfahr C3POs. Natürlich nicht was dessen Überängstlichkeit betrifft, sondern eher in Bezug auf dessen Intellekt, Habitus und der zumindest ähnlich klingenden deutschen Synchronstimme. Die gesamte Story – der Bösewicht versucht eine lang verschollene Armee wieder zum Leben zu erwecken – erinnert ein wenig an die jüngste Mumien-Fortsetzung, aber in intelligenterer Form. Denn der Bösewicht in „Hellboy – die goldene Armee“ strebt nicht nach der alleinigen Weltherrschaft. Prinz Nuanda möchte die Welt lediglich sicherer für seine Art machen, weshalb es seiner Meinung nach von Nöten ist, die Menschheit auszurotten, da diese den gemeinsamen Heimatplaneten lediglich ausgebeutet hat. Nach Meinung des Prinzen ist folgende Entscheidung unausweichlich: Wir oder sie?! Die Goldene Armee wieder zum Leben zu erwecken bedeutet nichts anderes als eine Entscheidungsfindung, ohne die andere Partei nach ihrer Meinung gefragt zu haben. Die Konstruktion eines moralischen Bösewichts hat allerdings seine Schönheitsfehler, denn immerhin ist der Prinz bereit, für dieses Ziel alles und jeden zu opfern – sogar seinen eigenen Vater.
Schade ist, dass die Dreiecksgeschichte aus dem ersten Teil zwischen Hellboy, Liz und Agent Meyers nicht weiter erzählt wird. Die Figur des jungen FBI Agenten ist einfach nicht mehr dabei. Der Humor hingegen ist zwischen dem ersten und dem zweiten Teil keineswegs auf der Strecke geblieben. Es ist wirklich urkomisch, wozu Hellboy und Abe fähig sind, wenn sie ein paar Bier zu viel hinter die Binde gekippt haben. „Mein Körper ist ein Tempel“ – „Und jetzt ist er ein Rummelplatz!“ Mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden.
Ach ja, und „Oh Kacke!“ dürfte zu dem neuen „Yippieeijey Schweinebacke!“ werden.
| FAZIT
Eine Comicverfilmung mit Fantasie, düsterer Märchenatmosphäre und einer schönen Portion Humor.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung