Finn ist ein erfolgreicher Fotograf in Düsseldorf. Sein hektisches Leben ist getrübt von nächtlichen Albträumen über den Tod. Eines Tages stößt Finn beinahe mit einem Geisterfahrer zusammen, als er während der Fahrt ein Foto macht. Das Gesicht des Mannes prägt sich Finn ein, der spontan beschließt, ein paar Tage Auszeit in Palermo zu nehmen. Dort schlendert er ziellos durch die Straßen und lernt die junge Flavia kennen, die Wandmalereien restauriert. Doch der Mann von der Autobahn taucht auch in Palermo auf und schießt mit Pfeil und Bogen auf Finn.
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| FILMKRITIK
Wim Wenders hat zum ersten Mal in seiner Geburtsstadt Düsseldorf gedreht. Dort wohnt und arbeitet Finn, der berühmte Fotograf, bevor ihn die Midlife-Krise nach Palermo führt. Die sizilianische Stadt mit ihren engen Gassen und alten Palästen voller Fresken gilt in diesem Film sozusagen als kulturelle Wiege Europas. Hier wird Finn, der wegen der digitalen Möglichkeiten in seinem Metier fast schon vergessen hat, was echt ist, der Liebe und dem Tod begegnen.
Wenders versammelte für seinen poetischen, meditativen Film ein buntes Grüppchen sehr unterschiedlicher Schauspieler. Die Hauptrolle des Finn vergab er an den Sänger der Toten Hosen, Campino, der hier durch den Dreh spaziert wie durch die fremde Stadt Palermo: ein gut aussehender, etwas linkischer Tourist. Milla Jovovich spielt sich selbst als hochschwangeres Fotomodell, die Rolle der Flavia hat die italienische Schauspielerin Giovanna Mezzogiorno. Dennis Hopper schließlich hat 30 Jahre nach „Der amerikanische Freund“ erneut eine Rolle in einem Wenders-Film, diesmal keine geringere als den Tod.
Höhen und Tiefen prägen diesen etwas merkwürdigen Film, der sich einer stringenten Handlung verweigert und stattdessen mit Finn nach Palermo zieht, um das Fürchten zu lernen. Erst nachdem er das Handy ausschaltet und durch die Gassen schlendert, dämmert dem Fotografen, dass er sich vor echten Erfahrungen gescheut hat. Die Studienreise ist voll von Tagträumen und Halluzinationen, scheut weder Naivität noch Holprigkeit, bevor Wenders ein paar sehr interessante Gedanken zum Besten gibt. Der bewegende Monolog des Todes, den der weiß beleuchtete Dennis Hopper spricht, ist eine veritable Überraschung.
Im Grunde geht es um eine Kritik an der Beliebigkeit der Bilder, die am Computer bearbeitet werden können. Denn wenn alles möglich ist, woran soll sich das Herz halten? Der Trip zu den Wurzeln der europäischen Kultur samt autofreier Ortschaft auf einem sizilianischen Hügel wird von einem reichen Soundtrack geschmückt. Die Musik aus seinen Ohrhörern erleichtert dem Spaziergänger Finn die Verarbeitung der ungewohnten visuellen Eindrücke.
| FAZIT
Meditativer Trip von Wim Wenders nach Palermo, wo Campino dem Tod in Gestalt eines grandiosen Dennis Hopper begegnet.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung