„Love Guru“ Pitka ist mit seinen indischen Weisheiten Experte in Lebens- und Liebeshilfe. Deshalb engagiert ihn die Manager der Eishockeymannschaft Toronto Maple Leafs, Jane Bullard: denn ihr bester Spieler Darren Roanoke hat Liebeskummer, seit seine Frau mit dem französischen Torwart der gegnerischen Mannschaft Jacques „Le Coq“ Grande durchgebrannt ist. Guru Pitka muss die Ehe kitten, damit der gehörnte Spielerstar wieder gut ist und seine Mannschaft einen ganz wichtigen Pokal gewinnen kann. Doch dazu muss Darren erstmal sein Muttertrauma überwinden, und der Love Guru muss lernen, sich selbst zu lieben, damit er das Herz von Jane gewinnen kann, auf die er die ganze Zeit schon scharf ist.
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| FILMKRITIK
Mike Myers war immer schon ein derber Komiker. Das weiß er auch, und wenn er als „Love Guru“ Pitka im Autoradio auf indische Musik schalten möchte und die „Bohemian Rhapsody erklingt, ist das eine Reminiszenz an „Wayne’s World“. Pitka schaltet dann gleich weg, aber eigentlich ist er seit damals nicht sehr viel weiter über pubertäre Witzthemen hinausgekommen – in den Austin Powers-Filmen war das platte Witzeln über Furz und Schniepel nur dadurch verbrämt, dass alles eine Potenzierung der Tendenzen in 007-mäßigen Spionageactionfilmen war. Die ja auch den Jugendlichen im Mann ansprechen.
An den Einfallsreichtum und die Originalität, die die Powers-Filme in all ihrer sumpfigen Komik zutagetreten lassen, kann der „Love Guru“ nie heranreichen. Nur ab und zu stiehlt sich ein Lacher in die unwitzige Doofheit des Films. Etwa das maßstabsgerecht verkleinerte Büro eines Liliputaners – Verne Troyer, sonst Myers Mini-Me –, in dem eine Konferenz stattfindet für erwachsene Menschen. Und wenn Ben „Gandhi“ Kingsley als schielender indischer Oberguru faule Kalauer und krachende Furz- und Pisswitze loslassen darf, dann wird hier schon ein Grad an Niveaulosigkeit erreicht, dass es hinterrücks schon wieder lustig wird.
Oder aber wenn gleich zu Anfang Myers in seine Voice-Over-Maschine spricht, im On also (sowieso überflüssige) Erklärungen spricht, als sei er eine Hintergrunds-Kommentarstimme, und dabei auch noch den Morgan-Freeman-Modus eingeschaltet hat - - - das ist schon lustig, und da macht sich auch noch Hoffnung breit, im weiteren Verlauf des Films weitere inter- und intramediale Ironien, weitere Spielereien mit dem Film als solchem zu sehen. Das erschöpft sich jedoch alsbald in ein paar eingestreuten bollywoodeske Tanz- und Gesangseinlagen und in Sitar-Versionen von Popsongs.
Guru Pitka jedenfalls muss einen Eishockeyspieler vom Liebeskummer heilen, damit der wieder gewohnt genial auf dem Eise agiert und das Team einen Pokal gewinnen kann. „Ist das reine Willkür?“ fragt der Eishockeystar einmal, und Pitka antwortet „Aber nein, würfeln wir’s aus!“ Genau das trifft das Prinzip des Films, der eine reine, zusammenhangslose, wie vom Zufallsgenerator aneinandergehängte Reihung von dem präsentiert, was Myers für Gags hält: hodenförmige Teigtaschen zum Beispiel, einen Kampf mit pissegetränkten Wischmobs oder fickende Elefanten auf dem Eis.
Und immer wieder ist der Film ganz phantasie- und ideenlos: die der Guru- Spiritualitäts-Selbstfindungsindustrie nachempfundenen Sprüche wie „Nur wenn du verletzlich bist, bist du verwundbar“ oder „Der Weg nach Draußen führt zu dir hinein“ sind nicht doofer und banaler als die von tatsächlichen Motivations-, Wellness- oder Lebenshilfetrainern, für eine richtige Satire langt’s also gar nicht. Und selbst die Eishockeyszenen sind so schlecht gefilmt, wie man es selten in Sportszenen findet: mit allzu vielen Großaufnahmen, die gar nichts zeigen, mit einer Menge Schnitte, die den Spielfluss zerhäckseln. Wenigstens mit den filmischen Mitteln hätte man sorgfältig und handwerklich sauber arbeiten können.
Wenn schon die Witze danebengehen.
| FAZIT
Eine Mike-Myers-Komödie, die versucht, so bodenlos albern, doof und niveaulos zu sein, dass es schon wieder lustig wird. Was aber nicht gelingt.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung