Abenteuer,
Drama,
Fantasy
| Deutschland / Schweiz 2009
| INHALTSANGABE
Der zehnjährige Nicki soll bei einem Schulkonzert Trompete spielen, doch stattdessen landet er eingesperrt auf dem Klo. Als er sich endlich befreien kann, ist das Schulgebäude schon leer, bis auf zwei Einbrecher, die aus einem Versteck geheime Musiknoten von Beethoven stehlen. Der eine Dieb ist ein Urururenkel eines Erben des berühmten Komponisten und weiß, dass dieses so genannte Morphus-Lied jeden, der es hört, in einen tiefen Schlaf versetzt. Der Dieb möchte das Musikstück als Hilfsmittel für seine Raubzüge verwenden – doch es landet in der Tasche von Nicki.
Als der Junge mit seinem Vater am nächsten Tag zu einem Ausflug auf eine Hütte aufbricht, hat er die Noten im Gepäck – und die beiden Diebe im Schlepptau. In einem wegen starker Schneefälle von der Außenwelt abgeschnittenen Hotel spielt Nicki ahnungslos das Stück. Er hat eine Ohrenmütze auf und schläft deshalb nicht ein, wie sein Vater und die anderen Hotelgäste. Was wird Nicki tun?
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| FILMKRITIK
„Das Morphus-Geheimnis“ von Regisseurin Karola Hattop nach einem Drehbuch des polnischen Autors Andrzej Maleszka ist ein stimmungsvolles Kinderabenteuer mit witzigen Einfällen. Im Zentrum steht die Dornröschen-Märchenszene mit Personen, die urplötzlich in Schlaf versinken, auf der Tanzfläche oder mit dem Suppenlöffel in der Hand. Obwohl also die zentrale Idee des Films keine neue Erfindung ist, wird um sie herum eine charmante und spannende Handlung gesponnen.
Der zehnjährige Nicki hat es nicht leicht: Der musikalisch begabte Junge gilt als Muttersöhnchen und wird von anderen Jungen geärgert. Sein Vater, ein vielbeschäftigter Pilot, kümmert sich zu selten um seinen Sohn und findet ihn auch zu ängstlich. Deswegen beschließt der Vater, mit Nicki einen Männer-Ausflug in die Berge zu unternehmen, zu einer einsamen Hütte. Dort muss sich der Junge bewähren, allerdings ein bisschen anders, als der Vater das Ganze geplant hatte.
Die Geschichte ist mit vielen witzigen Einfällen gespickt, die ihr Leichtigkeit verleihen. Die beiden Räuber sind ein tollpatschiges Paar in Turnschuhen, das fröstelnd und relativ hilflos hinter Nicki durch den Schnee stapft. Es gibt mehrere hübsche Szenen, in denen dumme Zufälle die Erwartung der Zuschauer ausbremsen. Nur deswegen wechseln die Musiknoten ihren Besitzer lange Zeit nicht. Schön umgesetzt ist der Einfall mit der unfreiwilligen Schlittenfahrt auf einem Hartschalenkoffer.
Dass sich irgendwann die Rollen des tollen Vaters und des unbeholfenen Sohnes umkehren werden, deutet sich schon an, als der Papa einen Weihnachtsbaum vor dem Hotel umfährt. Im zweiten Teil des Films, als Nicki sich zwischen lauter eingeschlafenen Figuren wiederfindet, dreht der Junge richtig auf. Mit pfiffigen Einfällen muss er sich gegen Räuber Max, der ebenfalls nicht schläft, sowie gegen zahlreiche andere Widrigkeiten durchsetzen.
Hauptdarsteller Jonas Hämmerle hat sichtlich Spaß an seiner Rolle. So bereitet es ihm, wie sein Schmunzeln verrät, diebisches Vergnügen, seinem Filmpapa eine Kanne Wasser ins Gesicht schütten zu dürfen, damit er aufwacht. Der für die Spannung und die Atmosphäre so gut gewählte Schauplatz, das eingeschneite Hotel im rustikalen Schloss-Ambiente, ist sehr ansprechend ausgestattet.
| FAZIT
Spannendes und stimmungsvolles Kinderabenteuer um ein Musikstück, das Menschen in einen Dornröschenschlaf versetzt.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung