Max Payne ist als Cop ganz unten, im Keller, und ordnet unwichtige Akten. Seit der Ermordung seiner Frau und seines Kindes ist mit ihm nichts mehr anzufangen – nur privat, da ermittelt er gegen den Mörder, der nie gefasst wurde.
Er lernt dabei die schöne Russin Natasha kennen, die bei ihm zuhause die Brieftasche stielt und dann auf der Straße brutal umgebracht und zerfetzt wird – anscheinend von einem vogelartigen Monster. Weil sie seine Brieftasche hatte, wird Max verdächtigt; zumal in dessen Wohnung auch noch sein Ex-Partner gekillt wird. Max schließt sich mit Natashas Schwester Mona Sax zusammen, und sie ermitteln gemeinsam. Und kommen der Verschwörung eines Pharmakonzerns auf die Spur, der eine halluzinogene Droge entwickelt hat. Mit Schrotflinte und viel Munition geht Max gegen die Bösewichter vor.
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| FILMKRITIK
„Dieser Film ist nicht ‚Minimum Payne’, nicht ‚Medium Payne’, sondern Max Payne“, erklärt Regisseur John Moore. Da hat er eigentlich recht; allein: er hält sich nicht ganz dran.
Denn wenn man ein hartes Noir-Computerspiel als Kinofilm inszeniert, dann muss man wenigstens konsequent sein in der Durchführung; und nicht den Schwanz einziehen in der Hoffnung, mit etwas weniger expliziten Bildern ein etwas größeres Publikum anzulocken. Verschämt werden alle nackten Titten verborgen; und auch die blutigen Details einer zerrissenen und auf der Straße verstreuten Frauenleiche erspart uns der Film. Obwohl es doch die ganze Zeit genau darum geht, um die Gewalt, um das Rohe, um das Brutale, das als Prinzip gilt und gar nicht mehr hinterfragt wird. Jugendschutzschnitte (in den USA hat der Film eine PG 13) helfen da nicht weiter.
Gleichwohl ist der Film insgesamt durchaus nicht weichgespült, und Action- wie auch Computerspielfans dürften durchaus auf ihre Kosten kommen. Der Film hütet sich vor groben Fehlern, entwickelt seine Story um Trauma und Rache, Verschwörung und Verfolgtwerden, Gier, Drogen, Wahnsinn und Halluzinationen nach klassischer Thriller-Art.
Visuell ist er angemessen düster gehalten, farbentsättigt mit ungewöhnlichen, suggestiven Kameraeinstellungen – schon die Game-Vorlage hat sich sehr am Filmischen orientiert, die Verfilmung kann das zwar nicht toppen, aber immerhin auch nicht versauen. Zeitraffer und Extremzeitlupe geben den Schießereien zusätzliche Dynamik, die zwar auch nicht genial inszeniert sind, aber doch die richtige impulsive Energie haben, um den Film voranzutreiben. Und dann sind da noch die Vögel, die Walküren der nordischen Mythologie, Todesengel der Krieger, die übers Schlachtfeld kreisen… Die von Drehbuch und Regie zur Gamevorlage dazuerfunden wurden und einiges zur unheimlichen Atmosphäre hinzufügen.
Eine Droge macht Soldaten furchtlos, erzeugt das Gefühl von Unbesiegbarkeit, macht wahnsinnig – das ist der McGuffin, der als Motivation hinter allem steht. Und von hinten, aus der Vergangenheit, wird Max Payne geschoben, gedrängt, getrieben, er will den Killer seiner geliebten Frau und der kleinen Tochter finden, unbedingt, mit allen Mitteln. Wobei freilich die emotionale Ebene kaum genug ausgebaut ist, um mitzufühlen: ein paar Rückblenden reichen da nicht aus. Andererseits: um als Actionthriller tiefgründige Charaktere zu etablieren, müsste der Film ein Meisterwerk sein.
Mark Wahlberg spielt den Payne, der nicht an den Himmel glaubt, sondern an Schmerz, Furcht und Tod. Wahlberg ist inzwischen erste Wahl, wenn es um harte, desillusionierte Cops geht, die prächtig und gerne mit Waffen umgehen. Auch hier enttäuscht er nicht, die senkrechten Falten zwischen den Augen werden tiefer und härter, je weiter sein Max ins Dickicht des Plots vordringt. Bevorzugt mit einer Schrotflinte.
Mit ihm geht der Film auch für einige Momente übers Konventionelle hinaus: wenn Max desorientiert und von Höllenhalluzinationen geplagt über den Schauplatz des finalen Kampfs stolpert. Wenn er dann gewonnen hat, wird es - eine Szene nach dem waffenstarrenden Abspann deutet es an - immer, immer weiter gehen.
| FAZIT
Actionthriller, der mit leicht angezogener Handbremse vorgeht. Aber die Besetzung mit Mark Wahlberg und die visuelle Umsetzung machen einiges wett. Weniger gut weil weniger hart als z.B. „Wanted“ oder „Death Race“.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung