Zwischen 1969 und 1972 fliegen neun Raumschiffe zum Mond, zwölf Astronauten besuchen seine Oberfläche. „Im Schatten des Mondes“ illustriert dieses ergeizige Unterfangen mit originalem NASA-Bildmaterial und führt die noch lebenden Astronauten der Mondmision zusammen. In Interviews beschreiben die Weltraum-Pioniere ihre Erlebnisse im All und sprechen auch über die Herausforderungen ihrer einstigen Mission.
Gleichfalls verankert die Dokumentation die wissenschaftlichen Ereignisse im politischen und gesellschaftlichen Zeitgeschehen. Der kalte Krieg, Vietnam, die Ermordung Kennedys sowie die weltweite Begeisterung für die Mondlandung sind immer wieder in neuen Bildern zu sehen. Die Ära der Mondmissionen wird somit für den Zuschauer selbst erfahrbar gemacht.
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| FILMKRITIK
Der Weltraum, unendliche Weiten ... als 1969 Neil Armstrong als erster Mensch den Mond betritt, kommt dies vielen noch wie Science-Fiction vor. Sein Satz „Das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein riesiger Sprung für die Menschheit“ hat sich für immer in unser Gedächtnis eingebrannt.
„Im Schatten des Mondes“ erzählt die Hintergründe dieses historischen Ereignisses und verschweigt auch nicht dessen Schattenseiten. Die ersten Astronauten sind Testpiloten und kommen aus den Reihen der Airforce. Sie sind sich über die Risiken der Mission bewusst, besonders, als die ersten Unfälle passieren. Bei einem simulierten Countdown kommen die Crewmitglieder der Apollo 1 ums Leben – ohne überhaupt die Erde verlassen zu haben.
Doch auch die Missionen im Weltall hängen stets an einem seidenen Faden. Ob nun der Treibstoff nicht auszureichen scheint oder Sauerstoff entweicht, immer wieder müssen die Raumfahrer und das Bodenpersonal in Houston an neuen Lösungen feilen. Der Druck, unter dem die Astronauten der Apollo 11 stehen, ist kaum zu beschreiben: Die ganze Welt schaut im Fernsehen „life“ der ersten Mondlandung zu. Der Film kommentiert das Geschehen mit einem Augenzwinkern: Im amerikanischen Programm wird das Spektakel von einem bekannten Hersteller von Frühstückscerealien präsentiert – eine kurze Unterbrechung des feierlichen und mystischen Geschehens.
„Im Schatten des Mondes“ ist keine trockene, wissenschaftliche Dokumentation und versucht auch nicht, mit technischem Halbwissen zu brillieren. Vielmehr bezaubert der Film durch atemberaubende Aufnahmen der Mission und mit nahe gehenden Interviews seiner Protagonisten. Die Astronauten im Ruhestand können ihre Erlebnisse noch immer kaum in Worte fassen und zeigen sich in tiefer Erfurcht vor der Schöpfung. Sie sind nie aus dem Staunen herausgekommen.
Die menschliche Nähe zu den Astronauten und die fulminanten Bilder sind die größten stärken des Films, auch wenn die Interviews gelegentlich an gewöhnliche Fernsehdokumentationen erinnern. Das raue, ungeschnittene Archivmaterial gibt dem Gesehenen allerdings einen authentischen Touch – auch das Auslaufen der Filmspulen ist oft bis zum Ende zu sehen und bietet Einblicke in eine Zeit, in der digitale Technik in vielen Bereichen noch Zukunftsmusik war.
| FAZIT
Spannende und beeindruckende Dokumentation über die NASA-Mondmissionen mit faszinierendem Bildmaterial.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung