Brad und Kate sind seit einigen Jahren ein sehr glückliches Paar. Sie leben in San Francisco und haben sich prächtig eingerichtet in ihrem gemeinsamen ehe- und kinderlosen Leben. Auf eine Großfamilie können sie mit Kusshand verzichten, vor allem auf ihre eigene. Sowohl Brads als auch Kates Eltern haben sich scheiden lassen und alle vier Elternteile erwarten, dass die beiden Weihnachten mit ihnen feiern. Natürlich denken Brad und Kate nicht im Traum daran, ihre wohlverdienten Weihnachtsferien in der Familienhölle zu verbringen. Und so lügen sie ihren Eltern Jahr für Jahr wohltätige Arbeitsreisen vor und verschwinden heimlich still und leise in ein exotisches Urlaubsparadies.
Dieses Jahr allerdings geht schon beim Abflug alles schief. Sämtliche Flüge werden wegen des starken Bodennebels gestrichen und ein Kamerateam, welches das entstandene Flughafen-Chaos für die Lokalnachrichten filmt, zerrt ausgerechnet Brad und Kate vor die Linse. Und so erfahren natürlich auch die Eltern, dass einem gemeinsamen Weihnachtsfest nichts mehr im Wege steht. Da der nächstmögliche Flug erst am folgenden Morgen geht, haben Brad und Kate nun also einen Tag Zeit, vier Familienfeiern zu bewältigen. Dort werden sie nicht nur mit lang verdrängten Kindheitsängsten konfrontiert, sie müssen sich auch fragen, ob ihre Beziehung so ehrlich ist, wie sie immer glaubten. Denn allzu schnell stellen sie fest, dass sie sich gegenseitig so einiges verheimlicht haben. Höllische Weihnachten sind vorprogrammiert.
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| FILMKRITIK
Es ist jedes Mal erstaunlich, wie kurz vor Weihnachten noch schnell die Variation eines immergleichen Themas aus dem Schuh gezaubert wird. Diesmal richtet sich der Blick auf ein scheinbar seliges Pärchen, das feststellen muss, dass es sich all die Zeit nur davor gedrückt hat, den eigentlichen Sinn einer Beziehung zu erkennen: Ehe und Nachwuchs. Dafür müssen sie jedoch zuerst den schweren Weg durch die leibhaftige Hölle durchleben: Ihre eigenen Familien.
Man kennt das ja. Man hat sich stetig verändert und weiterentwickelt, für die Familie bleibt man aber genau die Person, die man in der Vergangenheit war. Das kann ziemlich peinlich werden, vor allem wenn der Partner dabei ist und zum ersten Mal einen Blick hinter die alte, verstaubte und nicht immer schöne Kulisse wirft. Und wenn dann auch noch Dinge ans Licht gezerrt werden, die man mit höchster Sorgfalt über Jahre hinweg verheimlicht und verdrängt hat, wird es erst so richtig unangenehm.
Vor der Vergangenheit kann man nun mal nicht fliehen und vor der eigenen Kindheit schon gar nicht. Wenn dann – wie so oft bei Familienfesten – nie verheilte Wunden aufbrechen und der Druck der allumfassenden Harmonie ins Unerträgliche steigt, ergibt das eine fabelhafte Basis für Komödien. Das Grundszenario ist immer gleich. Hier wird nun versucht, es durch Vervierfachung noch ein bisschen größer und unerträglicher zu machen, immerhin müssen Kate und Brad gleich vier weihnachtliche Familienfeiern überleben. Da bleibt natürlich nicht viel Zeit für Details.
Jedes Elternteil bekommt ein paar negative Charakterzüge zugewiesen, die aber nicht so schlimm sind, dass man sie ihnen gar nicht verzeihen könnte. Dazu ein paar ungezogene aber eigentlich liebe Kinder, kotzende aber eigentlich niedliche Babys sowie einige enthüllte Kindheitspeinlichkeiten und fertig ist der familiäre Alptraum. Klingt doch alles nicht so schlimm, möchte man sagen. Stimmt. So richtig böse wird es nicht und das ist eigentlich schade. Vermutlich wurde darauf verzichtet, um die weihnachtliche Grundmoral des Films nicht zu gefährden, die da heißt: Familie ist das, worauf es im Leben eigentlich ankommt.
Die im Film so beliebte "Familienhölle an Weihnachten" wurde schon zahllose Male in Szene gesetzt. Am lustigsten wird es traditionell immer dann, wenn man sich oder die eigene Familie in der komischen Verzerrung wiedererkennt. Genau dieser Aspekt fällt bei "Mein Schatz, unsere Familie
und ich" nahezu komplett weg. Denn Brads und Kates Eltern entsprechen in erster Linie US-amerikanischen Klischee-Familien. Das ist zwar unterhaltsam, macht eine Identifikation mit ihnen aber schwer.
Doch auch abgesehen davon, ist der Film nur mäßig unterhaltsam. Und das liegt in erster Linie an der Geschichte selbst. Sie wirkt, als habe man eine kleine Idee bis zur gewünschten Größe aufgeblasen. Und so sieht der Film vielleicht groß aus, ist innen aber hohl und leer. Zur seichten Weihnachtsunterhaltung ist "Mein Schatz, unsere Familie und ich" durchaus geeignet, zumal Vince Vaughn und Reese Witherspoon ein wirklich sehenswertes Paar abgeben. Für alle, denen das allein dann doch nicht reicht, bleibt die Hoffnung, dass der nächste Jahrgang besser wird.
| FAZIT
Mäßig unterhaltsame, seichte Weihnachtsunterhaltung, die mit Vince Vaughn und Reese Witherspoon aber ein durchaus sehenswertes Paar in den Mittelpunkt stellt.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung