In Gotham City nimmt der dunkle Verbrecherjäger Batman (George Clooney) gemeinsam mit seinem Gehilfen Robin (Chris O'Donnell) den Kampf gegen böse Schurken auf. Der "unterkühlte" Wissenschaftler Mr. Freeze (Arnold Schwarzenegger) und die biestige Poison Ivy (Uma Thurman) machen dem dynamischen Duo das leben schwer...
Regisseur Joel Schumacher (8 MM) begeht den gleichen Fehler wie bei dem Vorgänger: Er lässt die düstere Atmosphäre der Comicvorlage weitgehend ausser Acht und setzt auf markige Phrasendrescherei und kunterbuntes Comic-Flair. Auch das überragende Set-Design, atmosphärische Kulissen und gute F/X des Branchenveteranen John Dykstra (Oscar für KRIEG DER STERNE und Mitbegründer der ILM-Trickschmiede) täuschen über die hohle Story und wenig überzeugenden Leistungen der Akteure nur selten hinweg. Wer Pop-Action dieser Kategorie zu schätzen weiss und sich an den einsilbigen Dialogen nicht stört, ist dem opulent ausgestattetem und prominent besetztem Blockbuster richtig. WARNER bekam von den Fans prompt die Quittung: Produktionskosten von 160 Millionen Dollar stehen nur Einnahmen von 110 Millionen Dollar gegenüber.
Dass Batman & Robin eine Gurke ist, ist schon längst kein Geheimnis mehr. Es ist wirklich eine Schande zu sehen wie übereilt sie diese Fortsetzung drehen wollten, auch wenn wieder tolle Stars mit an Bord geholt wurden. Allesamt werden sie jedoch unterfordert. Nicht dass die Charaktere des Batman Universums schlecht geeignet wären für eine gute Story, das Gegenteil wurde ja schon bewiesen, aber das Drehbuch des Filmes bzw. die Dialoge sind einfach nur unterste Schublade. Joel Schumacher bringt im Making-Of meiner Meinung nach eine ganz schön billige Ausrede. Denn anscheinend wollte das Studio, dass man den Film spielzeugtauglicher macht und auch familienfreundlicher. Gut, Ersteres schlägt vielleicht ein wenig negativ auf den Stil des Filmes ein, aber mit der Story hat das rein gar nichts zu tun, da wurde ganz klar anderswo gepatzt, nämlich bei Schumacher & CO selbst und nicht bei Warner Bros.! Gleiches gilt für die Familienfreundlichkeit. Schlechte Ausrede, die auf den ersten Blick aber dennoch funktionieren könnte. Einmal mehr hat Schumacher aber nicht sehr weit gedacht. Wenigstens gibt er aber zu bei der ganzen Sache mitgespielt zu haben und somit auch Schuld daran zu sein. Fair enough! George Clooney als Batman zu besetzen fand ich auch ziemlich daneben. Was Val Kilmer nicht war, nämlich der nebensächlichere Playboy, ist Clooney in allen Belangen, aber leider schafft er es nicht die tiefgründigen Gefühle eines Batmans rüberzubringen und stolpert zwischen Ernsthaftigkeit und Komik umher. Ganz klar der bisher schlechteste Batmandarsteller, auch wenn ich ihn in anderen Filmen noch gerne sehe. Ein weiterer Fehler war es, noch Batgirl mit hinein zu nehmen. Meine Fresse, nach Robin, der übrigens gleich dargestellt wie in Teil 3, braucht es diese Göre nicht. So was von überflüssig! Alicia Silverstone konnte vielleicht nix dafür dass es ein Batgirl geben musste, aber eins ist sicher, auch sie kann nicht brillieren was schauspielerische Qualität anbelangt. Ach was, dieses Batgirl brauchte es einfach nicht, punkt! Auf der anderen Seite macht Arnold Schwarzenegger noch eine gute Figur in seinem Kostüm als Mr. Freeze, aber vor allem er braucht während des ganzen Filmes kaum einen ganzen Satz zu sagen.
Aber siehe da, es gibt auch Positives! Uma Thurman gehört dazu. Auch sie darf keine grossen Dialoge führen, dafür besticht sie durch eine unglaubliche Ausstrahlung und einen perfekten Körper. Ach du sprichwörtlich grüne Neune, ist die scharf! Sie brachte mich wirklich dazu, dem Film doch noch ein paar Punkte zu vergeben. Ansonsten ist der Soundtrack so ziemlich das Selbe wie in Batman Forever, die Spezialeffekte haben zum Glück einen Schritt nach vorne gemacht und die Action ist mehr oder weniger ansehnlicher Trash, auch wenn gegen Ende die Helden absolut lächerliche Vehikel fahren müssen. Das Batmobil hat ebenfalls ein Feintuning erleiden müssen und gefällt mir ein wenig besser als im Vorgänger. Batman Fans wie ich einer bin schauen sich diesen Streifen so oder so an, allen anderen kann ich vorerst den Vorgänger empfehlen, um sich auf diesen hier mental vorzubereiten. Dank Uma Thurman…
Nunja, immernoch Joel Schuhmacher auf dem Regiestuhl und immer noch der gleiche Fehler wie beim dritten Teil. Allerdings kann Batman & Robin mit Arnold Schwarzenegger aufwarten. Im Prinzip auch eine Fehlbesetzung, allerdings wurden ihm geniale One-Liner zurechtgeschrieben, wie sie nur Schwarzenegger rüberbringen kann. Darin liegt einer der wirklich wenigen Reize des Films. Ein Glück, dass die Reihe hier vorerst abbricht und sich dann später mit Batman Begins ein neuer Stilwandel und eine Neufindung Batmans abzeichnet.
29.11.2005
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