Bella Swan ist neu in der Kleinstadt Forks im regenreichen Staat Washington. Sie hat gerade das Leben mit ihrer Mutter im sonnigen Arizona eingetauscht gegen ihr neues Zuhause bei ihrem Vater, der hier der örtliche Polizei-Chief ist. In ihrer neuen Schule muss die Siebzehnjährige in Biologie neben Edward Cullen sitzen. Der blasse, ernste junge Mann scheint sie zu hassen, so angewidert, wie er schaut. Doch ein paar Tage später wird er gesprächiger, und schenkt Bella, die nur noch Augen für ihn hat, sein betörendes Lächeln.
Edward scheint immer aus dem Nichts aufzutauchen, wenn Bella in Gefahr ist, und er hat übermenschliche Kräfte. Nach und nach findet Bella die Wahrheit über ihren neuen Freund heraus: Er ist ein Vampir, der gegen seine Impulse kämpft, sie zu beißen. Sie lernt seine Adoptivfamilie kennen, allesamt Vampire, die jedoch nur Tiere jagen und ein bürgerliches Dasein führen. Als Bella mit den Cullens auf einer Wiese Baseball spielt, erscheinen plötzlich drei Vampire, die Menschen jagen.
WERBUNG
| FILMKRITIK
Aus einer guten Buchvorlage hat Regisseurin Catherine Hardwicke einen Film der Spitzenklasse gemacht. Der charismatische Jungstar Robert Pattinson und moderne Spezialeffekte tragen dazu bei, dass die romantische, abgründige Atmosphäre des Jugendromans in Bilder, die begeistern können, umgesetzt wird. „Twilight – Biss zum Morgengrauen“ ist nicht nur eine gelungene Wiederbelebung des Vampirfilms, er frischt auch das romantische Genre auf und lässt Kino zum Erlebnis werden.
Zwei siebzehnjährige Teenager verlieben sich. Sie liegen auf einer Wiese und über ihnen dreht sich der Himmel. Sie streifen im Regen durch den grünen Wald und wollen alles voneinander erfahren. Sie erzählen weiter im Zimmer des Mädchens, das im Einschlafen seinen Kopf auf die Brust des Jungen legt. Doch der zieht die schwarzen Brauen zusammen und schaut mit unheilvoller Miene auf ihr Gesicht – gerade in den schönsten Momenten scheint seine Qual am größten zu sein. Der blasse Edward mit dem Wuschelhaar und dem leicht entrückten Blick, der gerne amüsiert lächelt, ist ein Vampir. Dieses Handicap wird die Liebe des jungen Paares immer trüben, seiner Sehnsucht eine tragische Note verleihen, denn Edward dürstet zwar nach Bellas Blut, aber noch mehr will er sie vor Unheil schützen.
Mit diesem schönen Einfall verbindet die Romanautorin Stephenie Meyer eine Geschichte über die erste Liebe mit dem klassischen Vampirmotiv. Die Blutsauger haben hier aber weder lange Eckzähne, noch steigen sie aus Särgen. Sie sind Raubtiere mit geschärften Sinnen, an Schnelligkeit und Kraft den Menschen weit voraus, und sie sind für ihre potenziellen Opfer sehr attraktiv. Der Film lässt also selbst die auffälligsten Figuren der Familie Cullen wie Fotomodelle aussehen. Und die drei Vampire, die in Forks, anders als die halb-angepassten Cullens, auch Menschen jagen, ähneln jugendlichen Rockstars – frei und wild. Cam Gigandet spielt James, der Bella fangen will.
Robert Pattinson als Edward erinnert an James Dean, mit dem gleichzeitig coolen und leidgeprüften Blick, der Lässigkeit und Fremdheit. Seine ganze Erscheinung oszilliert zwischen Verlangen, Spaß und Abgründigkeit. Die junge Kristen Stewart spielt Bella so, wie sich die Ich-Erzählerin auch im Buch präsentiert: kleinen Kummer und Peinlichkeiten gewöhnt, im Grunde vernünftig und doch vor allem hemmungslos, bedingungslos verliebt.
Der Film übernimmt viele Dialoge, in denen Bella und Edward ihre Verschiedenheit ironisieren, wörtlich aus dem Roman und hält sich auch sonst mit liebevoller Sorgfalt an die Geschichte. Ohne ihr was wegzunehmen, strafft der Film die Liebesthematik und erhöht die Spannung, indem er in Einblendungen eine Vampirjagd auf Menschen einfügt. Die Jäger sind die drei fremden Vampire, die im Buch erst spät auftauchen.
Catherine Hardwicke zaubert die zwielichtige Atmosphäre der Geschichte in herrliche Aufnahmen von bemoosten alten Bäumen unter einem ständig grauen Himmel. Edward läuft im Wald irgendwann mit Bella auf dem Rücken die Stämme hoch. Auch das Haus der Cullens steht in der grünen Wildnis, die verlockend und stets so nahe ist. Im Haus aber steht ein Flügel, auf dem Edward spielt. Der Soundtrack unterstreicht die romantischen bis unheimlichen Stimmungen. Die Kamera kreist manchmal wie im Taumel über den Köpfen, oder unterstreicht die Dynamik mit Aufnahmen, auf denen der Boden, der Hintergrund oder die Personen vorne leicht schräg im Bild stehen.
| FAZIT
Diese gelungene Verbindung von Jugendromanze und Vampirgeschichte macht aus der Buchvorlage ein filmisches Highlight.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung