Thriller
| Deutschland / Tschechoslowakei / USA 2000
| INHALTSANGABE
Martin Shaw (Sean Pertwee) ist ein gefeierter Schriftsteller und seine Bücher sind stets Bestseller. Während einer seiner zahlreichen Buchbesprechungen lernt er seine Frau Ellen (Amanda Plummer) kennen und lieben. Aus der Ehe geht ihr Sohn Tommy (Eddie Cooper) hervor. An einem ganz normalen Morgen sitzt Tommy am Frühstückstisch und verspeist gierig Cornflakes aus eine Schale.
Dabei bemerkt der Junge nicht, dass sich eine Wespe in der Schale befindet. Unbedacht und abgelenkt durch eifriges Spielen mit seinem Gameboy, schaufelt er die Wespe mit dem nächsten gehäuften Löffel in seinen Mund. Während Martin und Ellen sich streiten, bekommt Tommy Erstickungsanfälle. Als Ellen und Martin dies bemerken, versucht Martin sofort erste Hilfe zu leisten. Jedoch können sie das junge Leben von Tommy nicht mehr retten. Vielmehr streiten sich die beiden während dem Unglück, über den richtigen Ansatz eines Luftröhrenschnittes.
Viele Monate später ist die Beziehung des Ehepaares fast am Ende. Martin leidet unter einer Schreibblockade und Ellen kann den Tod ihres Sohnes nicht verkraften und steht in psychologischer Behandlung. Als letzte Rettung könnte ein abgelegenes Landhaus in der Nähe der kleinen Ortschaft Clawton dienlich sein, in das die beiden Eheleute unter Mithilfe ihres Freundes und Verlegers Paul (Sean Chapman) und seiner Ehefrau Claudia (Gina Bellman) einziehen.
Leider wissen Martin und Ellen nichts über die Vergangenheit dieses Gebäudes. Im Jahr 1976 ereignete sich dort ein tragisches Unglück. Das Ehepaar Kosinski bewohnte zu dieser Zeit das Haus, und plötzlich gaben die beiden Bewohner kein Lebenszeichen mehr von sich. Aus diesem Grund fuhr der damalige Polizeichef Carl Farrell (Nick Brimble) mit einigen Kollegen zu dem einsamen Haus, um nach dem Rechten zu sehen.
Als sie am Haus ankamen, stellten sie fest, dass sämtliche Fenster und Türen vernagelt waren. Im Haus selbst machten die Männer eine grausige Entdeckung. Marlene Kosinski saß tot und offensichtlich ertrunken in einem großen Sessel vor einem Fernseher. Ihr Mann kauerte offenbar seit Tagen leblos in der Ecke des Raumes und starrte seine Frau unentwegt an. Als Carl ihn berührte, erwachte der ausgemergelte Körper mit einem markerschütternden Schrei zum Leben. Scheinbar hatte Frank (Chris Barnes) seine Frau in dem umliegenden Moorgelände ertränkt und sie dann auf den Sessel gehievt. Frank sitzt seitdem in der geschlossenen Abteilung einer psychiatrischen Anstalt.
Mit der Zeit beginnt das Haus von Martin und Ellen Besitz zu ergreifen. Ellen beginnt unter transzendenten Wahnvorstellungen zu leiden. So erkennt sie in einem beschlagenen Badezimmerspiegel eine "7" und erhält den mysteriösen Hinweis, dass sie nur noch sieben Tage zu leben habe. Als sie am nächsten Tag in die Stadt fährt, erkennt sie eine "6" auf einem Verkehrsschild und bekommt eine zweite Botschaft, dass sie nur noch sechs Tage zu leben habe. Diese versteckten Botschaften setzen sich täglich fort. In einer Vermischung aus Traumata und Halluzination sieht sie auch ihren Sohn Tommy, der jedoch vor ihr flüchtet.
Währenddessen verändert sich Martin auf eine unnatürliche Art und Weise. Obwohl er seine Schreibblockade anscheinend überwunden hat und mit immer mehr Akribie vor seinem Computer sitzt, wird er dennoch von Tag zu Tag aggressiver und unbeherrschter. Immer öfter verschwindet er im Keller des Hauses, den er jedes Mal vor und nach seinem Betreten geheimnisvoll und sorgfältig wieder abschließt. Als Ellen das Geheimnis ihres Mannes im Keller zu ergründen sucht, beginnt Martin durchzudrehen.
Er fesselt Ellen an ein Bett und beginnt die Türen und Fenster des Hauses zuzunageln. In Rage und ohne scheinbare Kontrolle über sich selbst, beabsichtigt Martin seine Ehefrau umzubringen. Die einzige Hoffnung auf Rettung besteht jetzt nur noch in dem ehemaligen Polizeichef Carl Farrell der bis heute die schrecklichen Ereignisse von 1976 nicht verarbeiten konnte. Er weiß, dass im Mittelalter im Moorgelände des Hauses Kriminelle bei lebendigem Leibe im Sumpf versenkt wurden. Dieses Sumpfgelände ist ein riesiges Massengrab und fordert von den Bewohnern des Hauses seinen Tribut und Blutzoll...
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| FILMKRITIK
„Seven Days To Live" ist die erste Kinoproduktion von dem deutschen Newcomerregisseur Sebastian Niemann. Seit seiner Studienzeit an der HHF in München hat er sich dem Genre des phantastischen Films verschrieben. Mit seinem Erstlingswerk und Horrorkurzfilm "Verfolger" (1994) konnte der aufstrebende Filmemacher den "Spezial Price of the European Television Channels" gewinnen. Vor "Seven Days To Live" inszenierte Sebastian Niermann den Mysterythriller "Das Biikenbrennen - Der Fluch des Meeres" (1999) für das deutsche Fernsehen.
Sebastian Niemanns erste große Kinoproduktion hinterlässt bei mir gemischte Gefühle. Der Streifen ähnelt doch sehr stark der Produktion von Stanley Kubricks "The Shining" (1980) mit einem herausragenden Jack Nicholson in der Hauptrolle. Sich mit solch einem Film messen zu wollen, kann eigentlich nicht gut gehen, da "The Shining" bezüglich Mystizismus, Psychologie, Kameraeinstellung und Story nur schwerlich zu überbieten sein dürfte. Vergleicht man beide Film miteinander, schneidet "Seven Days To Life" fast wie erwartet schlechter ab.
Obwohl der Film überwiegend spannend in Szene gesetzt wurde, zieht er sich doch an einigen Stellen und wirkt manchmal etwas langatmig. Zudem vermisst man in dem Film die "neuen Ideen", welche einen hochkarätigen Grusel- bzw. Horrorfilm auszeichnen. Ähnliche Ansätze und Szenen hat man in diversen Buchverfilmungen von Stephen King, z.B. "Misery" (1990) leider auch schon gesehen. Der Durchschnittszuschauer wird daher von diesem Streifen wenig begeistert sein und sollte sich lieber das Video von den bereits erwähnten "The Shining" oder "Misery" ausleihen, um einen besseren Einblick in dieses Genre gewinnen zu können.
Dennoch sollte der Film seine Beachtung finden, denn das Movie wirkt nicht typisch deutsch, da der Regisseur sich an das amerikanische und britische Horrorkino anlehnt und seine Vorteile durchaus zu nutzen weiß. Dies gilt auch für die überdurchschnittliche Kameraführung, die lobend erwähnt werden sollte. Weiterhin sind die amerikanischen und englischen Schauspieler, vor allem Sean Pertwee, als der durchdrehende Martin Shaw, sowie die Tochter des bekannten Christopher Plummer (Star Trek VI), Amanda Plummer eine gelungene Besetzung. Solche Filme sollten gefördert werden, da sie das deutsche Kino voranbringen.
Obwohl der Streifen mit hochkarätigen ausländischen Produktionen nicht mithalten kann, können sich Genreliebhaber und Fans des "Mystery" den Streifen im Kino durchaus ansehen. Zuschauer die mit den klassischen Elementen des Horror- und Gruselkinos nur wenig anfangen können, sollten um die Produktion eher einen Bogen machen.
| FAZIT
Gelungener Mystery-Thriller, der an seine Vorbilder zwar nicht heranreicht, aber für Genreliebhaber durchaus Unterhaltungswert besitzt.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung