Action,
Drama,
Kriegsfilm,
Historie
| China / Hongkong 2007
| INHALTSANGABE
Während die korrupte Qing-Dynastie tatenlos zusieht, wie ihr Volk verhungert und die Taipin Rebellen immer größeren Einfluss gewinnen, steckt General Pang (Jet Li) eine empfindliche Niederlage im Kampf ein. Er ist der einzige Überlebende seines Regiments, das in einer Schlacht gegen die Rebellen gewissenlos aufgerieben wurde. Statt einzugreifen sahen seine Verbündeten nur zu.
Gedemütigt und desillusioniert desertiert Pang und sucht sein Heil inmitten der armen Landbevölkerung. Dort stößt er alsbald auf eine Fremde (Xu Jinglei), die ihm scheinbar eine neue Perspektive eröffnet. Als sie am nächsten Morgen spurlos verschwunden ist, weiß Pang endlich wieder, dass es Sachen gibt, für die es sich zu Leben lohnt. Als er auf den Banditen Jiang Wu-Yang (Takeshi Kaneshiro) trifft, geht er einem Kampf nicht aus dem Weg. Jiang ist beeindruckt und nimmt ihn mit zu seinem Blutsbruder und Anführer Zhao Er-Hu (Andy Lau). Dort trifft Pang wieder auf die Fremde Lian, die jedoch ausgerechnet die Ehefrau von Er-Hu ist.
Als die Rebellen auch im Dorf der Banditen für Unruhe sorgen, überzeugt Pang Jiang und Er-Hu davon der chinesischen Armee beizutreten. Doch für einen solch drastischen Schritt, muss er mit den beiden die Blutsbrüderschaft eingehen, das ist ihre Bedingung. Er willigt ein und gemeinsam machen sich die drei mit ihrem Gefolge von Banditen auf, die Armee zu revolutionieren.
Schon bald können sie erste Siege verbuchen und Pang steigt wieder im Ansehen der Mächtigen. Doch Erfolg schafft auch Feinde, und schon bald stößt Pang mit seinen Prinzipien auf Grenzen. Dem Guten und Großen hat er sich verschrieben, er will endlich Frieden nach China bringen. Doch das ist schwieriger als er denkt. Und seine Blutsbrüder sind nicht immer einer Meinung mit ihm.
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| FILMKRITIK
Nicht nur Yimou Zhang machte vor, wie man die chinesische Kampfkunst und Geschichte mit westlichen Erzählstrukturen verknüpft und damit einzigartiges und visuell interessantes Kino macht.
The Warlords will nun einen ähnlichen Weg gehen. Wie auch in Hero steht ein historisches Thema im Vordergrund. Es geht um Intrigen und Machtspiele. Und natürlich geht es um Kampfkunst.
Doch leider leidet der Film unter einem Defizit. Zwar wird der Film von einer Voice Over Stimme erzählt, die man bald als die von Jiang identifiziert. Doch Pang, der eigentliche Protagonist, bleibt erschreckend farblos. Jet Li gibt sich redlich Mühe dem ehrgeizigen General Leben einzuhauchen. Doch die Erzählung bietet inmitten groß angelegter Schlachten und komplizierter Verwicklungen nicht genug Raum für großzügige Charakterisierungen.
Zwar gibt es die emotional packende Geschichte zwischen Pang und Lian, die dem General zunehmend sympathische Züge verleiht. The Warlords will jedoch die Geschichte eines Helden erzählen, der durch die Gegebenheiten korrumpiert wird und ins Straucheln gerät. Die Motive für diesen Wandel bleiben jedoch ideenlos und sogar undurchsichtig. Während jede Macht in diesem Film damit beschäftigt ist, ihr Spinnennetz von Intrigen auszubreiten, gerät der Zuschauer langsam aber sicher in einen Zustand von existenziellem Zweifel. Gibt es Gründe für all dies? Wem kann man eigentlich trauen? Und ganz wichtig - auf welcher Seite stehe ich?
Der Film bezieht hier keine eindeutige Stellung. Ist Pang am Ende ein guter oder ein schlechter Mensch, hat er die richtigen Entscheidungen getroffen? Durch die mangelnde Identifikation rutscht dieser wichtige Moment jedoch in Belanglosigkeit ab. Da man schon eine halbe Stunde vorher das Ende vorausahnen konnte, fehlt zudem eine spannende Wendung, die einem den Film im Nachhinein vielleicht doch schmackhaft hätte machen können.
Und der redliche Versuch Pang etwas mehr Menschlichkeit einzuhauchen, indem Jiang immer wieder in der Erzählung seine Motive offen zu legen versucht, ändert nichts an der Tatsache, dass The Warlords auf dramaturgischer Ebene schlichtweg versagt.
Hier bleibt nur die visuelle Umsetzung zu loben. Zwar darf man keine innovative Kameraarbeit erwarten oder außergewöhnliche Inszenierung. Aber zumindest im Bereich der Action Choreographie bietet der Film echte Unterhaltung. Zudem seine Schlachten oft so detailliert auf Strategie und Kriegsführung eingehen, dass man den Ablauf eines Gefechts tatsächlich nachvollziehen kann, ohne ahnungslos in das Gemetzel mit hinein gezogen zu werden.
Auch alle vier Hauptdarsteller bieten solide Leistungen. Herzensbrecher Takeshi Kaneshiro bekommt ein ums andere Mal seine obligatorische porentiefe Großaufnahme und Jet Li überzeugt als gebeutelter General, der an seinen Grundwerten verzweifelt. Aber richtig groß spielt hier nur Andy Lau auf, der den Anderen ein ums andere Mal die Show stiehlt. Auch Xu Jinglei, selbst Dozentin an der Pekinger Filmakademie, genügt nur eine Großaufnahme um ihren Charakter mehr Tiefe zu verleihen, als Pang innerhalb von einer Stunde erhält.
| FAZIT
Unterhaltsames chinesisches Epos, das mehr durch Kampfchoreographie als Handlung überzeugt.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung