Francoise Sagan wurde schon mit 18 Jahren berühmt, als sie 1954 ihren ersten Roman veröffentlichte: „Bonjour Tristesse“. Der Spielfilm erzählt das bewegte, freizügige Leben einer Frau, die mit ihren Romanen internationalen Ruhm erzielte. Das Vermögen, das sie verdiente, gab sie großzügig aus für ihre vielen Freunde, für Drogen, Glücksspiel, Autos. Die Künstlerin mit der zwiespältigen Persönlichkeit war lange von einer Clique enger Freunde umgeben. Der Film begleitet ihr Leben vom ersten Ruhm über zwei Ehen, ihre Mutterschaft und die Beziehung zu ihrer Lebenspartnerin Peggy Roche bis in die Altersarmut.
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| FILMKRITIK
Sie war gefeiert als Bestseller-Autorin und als moderne, unabhängige Frau, sie liebte Glamour, Geselligkeit und Rebellion und sie kaufte sich ihre Sportwagen selbst. Francoise Sagans Romane begeisterten ein Millionenpublikum auf der ganzen Welt. Schon mit 18 Jahren stand sie als literarischer Shooting Star im Rampenlicht der Öffentlichkeit und machte mit ihrem ungewöhnlichen und ausschweifenden Lebensstil über Jahrzehnte hinweg Schlagzeilen, aber im Alter von 69 Jahren starb sie 2004 verarmt und einsam. Der Film von Diane Kurys nähert sich dieser gesellschaftlichen Ikone an, deren Wesen geheimnisvoll und widersprüchlich blieb.
Auf Wunsch ihrer wohlhabenden Familie legte sich die angehende Schriftstellerin Francoise Quoirez das Pseudonym Sagan zu. Dieser Schritt erschien ratsam, weil der Debütroman der 18-Jährigen, „Bonjour Tristesse“, einen Skandal durch seine freizügige Einstellung auslöste. Obwohl die Gesellschaft des Jahres 1954 noch zu konservativ für die sexuellen Beziehungen erschien, wie sie Sagan erzählte, traf das Buch auch auf Anhieb einen Nerv der Zeit.
Sylvie Testud spielt die burschikose Francoise Sagan mit einer strähnigen Kurzhaarfrisur und einer stets ernsthaften, leicht trotzigen Miene. Selbst in ihren schicken Sportwagen-Cabrios und im Spielcasino wirkt diese Frau merkwürdig unscheinbar. Aber sie wächst schnell in ihr neues Partyleben hinein, in dem sie tut, wonach ihr gerade ist und bei dem sie stets von einer Gefolgschaft naher Freunde begleitet wird. Diese Sylvie Testud spielt ihre Rolle so unglamourös und ohne auf die Wirkung zu schielen, dass sie weniger als Schauspielerin, denn als reale, spröde Person erscheint. Und dabei bringt sie sowohl das Kindliche, als auch die Verletzbarkeit hinter der lebenshungrigen Autorin mit der frechen Klappe zum Vorschein.
Eine Off-Stimme begleitet als Ich-Erzählerin Sagans Eskapaden und steuert Erkenntnisse über das Leben und die Einsamkeit bei, wie sie in ihren Romanen stehen. Das Verblüffendste an dieser im Film stets von einer Aura der Isolation umgebenen Persönlichkeit ist, wie sie bei all ihren Vergnügungen doch niemals dauerhafte Erfüllung zu finden scheint. Sie kauft sich ein Landhaus, wo sie mit mehreren Freunden wohnt, sie heiratet zweimal Männer, die sie nicht lieben, sie möchte ein Kind von einem ihrer Begleiter und zieht schließlich mit einer Frau zusammen. Ihre Bekannten bezichtigen sich gegenseitig, Schmarotzer zu sein und doch sind darunter auch wahre Freunde.
Die zarte Frau, die das Geld für sich und ihre Begleiter mit vollen Händen ausgibt, raucht, trinkt und nimmt Kokain. Sie ist immun gegen gute Ratschläge und schlittert immer tiefer in Verschuldung. In der spannenden Inszenierung bleibt das Interesse am Schicksal der Schriftstellerin bis zum Schluss groß. Doch ihre vielen Beziehungen gewinnen nicht so recht an Kontur, einzig ihre Lebenspartnerin Peggy schafft es, aus dem Kreis der Begleiter ein wenig hervorzutreten. Sagans Gefühle für die ihr nahen Menschen, besonders auch für ihren Sohn, bleiben vage.
| FAZIT
Die Schriftstellerin Francoise Sagan wird von einer bemerkenswerten Sylvie Testud als lebenslustiges Enfant terrible und einsame Seele dargestellt.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung