Dr. Helen Benson arbeitet als Astrobiologin in New York. Die meiste Energie braucht sie allerdings nicht für Forschung und Lehre, sondern für ihren Stiefsohn Jacob, der seinem im Krieg gefallenen Vater hinterhertrauert und sich weigert, Helen als Mutter zu akzeptieren. Eines Abends, nach einem weiteren zermürbenden Kleinkrieg mit Jacob klingelt es plötzlich an Helens Tür. Vor ihr steht eine Delegation der Regierung mit der Aufforderung, auf der Stelle mitzukommen.
Es dauert nicht lange, und Helen bekommt eine Erklärung für die rigorose Behandlung, die ihr widerfährt. Ein merkwürdiges Flugobjekt rast mit enormer Geschwindigkeit auf New York zu und droht die Stadt für immer dem Erdboden gleichzumachen. Dr. Benson soll gemeinsam mit anderen Wissenschaftlern als Beraterin der Regierung zur Seite stehen. Und tatsächlich wird ihre Hilfe schneller und dringender gebraucht, als Helen je für möglich gehalten hätte.
Denn das Flugobjekt, das dann tatsächlich im Central Park im New York landet, entpuppt sich als intergalaktische Fähre für den Außerirdischen Klaatu, der auf die Erde gekommen ist, um der Menschheit eine Botschaft zukommen zu lassen. Leider hält die US-Regierung nicht viel vom Zuhören. Stattdessen nehmen sie Klaatu fest, um auf ihre Weise herauszufinden, welche Gefahren ihnen aus dem All drohen.
Nur Helen erkennt, dass es wichtig ist, Klaatu zuzuhören, immerhin behauptet er vehement, die Erde retten zu wollen. Erst viel zu spät versteht Helen den eigentlichen Sinn seiner Aussage. Die Menschen sind es, welche die Erde nachhaltig zerstören und somit besteht Klaatus Aufgabe darin, die gesamte Menschheit zu vernichten. Ihr bleibt nur wenig Zeit, ihn davon zu überzeugen, dass es sich lohnt, den Menschen noch eine zweite Chance zu geben.
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| FILMKRITIK
Vor ca. 57 Jahren drehte Robert Wise einen Science-Fiction-Film, der als revolutionär galt, weil er Aliens auf die Leinwand brachte, die nicht blutrünstig und bedrohlich waren, sondern mit der guten Absicht kamen, die kriegsgebeutelte Erde zu retten. Unter dem gleichen Filmtitel kommt nun das Remake dieses Klassikers in die Kinos. Das Grundszenario bleibt dabei gleich, nur steht nun nicht mehr der Kalte Krieg im Mittelpunkt, sondern – orientiert am aktuellen Weltgeschehen – die Umweltsünden der Menschheit. Ebenso neu ist der tiefe Griff in die Effektkiste, wobei man eindrücklich sehen kann, wie sehr sich die Filmtechnik in den letzten Jahrzehnten entwickelt hat.
Aber beginnen wir am Anfang. Ein Außerirdischer namens Klaatu kommt als Botschafter auf die Erde. Dort soll er den 'Führern' ein Ultimatum stellen. Leider hat der ebenso allmächtige wie planlose Alien, der das Schicksal der Menschheit in Händen hält nicht den blassesten Schimmer, wer eigentlich auf der Erde das Sagen hat, und vergisst seine Mission ganz schnell, nachdem ihm gleich die erste Person, der er sich erklären will, nicht zuhört und wendet sich stattdessen an einen auf der Erde lebenden Kollegen. Dessen vor Menschenliebe strotzende Aussage hindert Klaatu nicht daran, die Eliminierung der gesamten Menschheit in Gang zu setzen. Es braucht dann schon eine Komposition Johann Sebastian Bachs und eine kitschige Mutter-Kind-Szene, um ihn zum Nachdenken zu bewegen.
Was er dabei denkt oder fühlt kann auch der talentierteste Zuschauer nur erahnen, denn gespielt wird Klaatu von einem absolut mimikresistenten Keanu Reeves. Und so wird es wohl für immer ein Geheimnis der Filmemacher bleiben, warum Klaatu zwar mit Hilfe bloßer Gedanken seine Umwelt kontrollieren, übers Wasser gehen und durchs All fliegen kann, aber vollkommen überfordert ist, wenn sich seiner Mission das kleinste Hindernis in den Weg stellt. Oder warum er einerseits seiner Aufgabe nachgeht, die Menschen auszurotten und andererseits Einzelpersonen rettet – oder sogar zuerst tötet und dann wieder zum Leben erweckt.
Die zwei größten Fragen, die der Film hinterlässt, dürften wohl folgende sein: 1. Wenn die Außerirdischen das komplexe Ökosystem der Erde vor den Menschen retten wollen, warum evakuieren sie dann bloß eine Handvoll Tiere und zerstören dann den gesamten Rest in einer Weise, wie es die Menschheit selbst niemals hinbekommen hätte? Und 2. Wenn so viel Geld für eine Produktion zur Verfügung steht (über 100 Millionen US-Dollar), warum ist es dann nicht möglich, talentierte Drehbuchautoren mit an Bord zu holen? Denn was bringen teure Spezialeffekte, wenn die Geschichte selbst an allen Ecken und Enden hinkt?
Neben diesen Ärgernissen gibt es aber auch noch weitere Gründe, warum aus "Der Tag, an dem die Erde still stand" der größte Flop des Jahres werden könnte. Nehmen wir zum Beispiel Kathy Bates in der Rolle der US-Verteidigungsministerin. So großartig diese Schauspielerin sonst auch ist, hier ist sie erschreckend fehlbesetzt. Auch John Cleese, Jennifer Connelly und Jaden Smith wirken seltsam deplatziert, was durch grauenvolle Dialoge nicht gerade verbessert wird. Aufdringliches Product-Placement und nicht minder aufdringliche Bibelzitate vermiesen einem dann den letzten Rest an guter Laune.
Endzeitstimmung kommt auch trotz spektakulärer (und wirklich gelungener) Spezialeffekte nicht auf. Die bloße Aneinanderreihung von Einzelkataströphchen erzeugt noch keine Spannung, zumal das Ende auch für diejenigen Zuschauer vorhersehbar ist, die das Original dieses Films noch nicht kennen. Die sozialkritische Botschaft, die da lautet: "Menschen, zerstört eure schöne Erde nicht!" verhallt ungehört und hinterlässt in diesem Fall sogar einen merkwürdigen Nachgeschmack. Wer würde sich angesichts totalitärer Todesdrohung nicht am Riemen reißen und zum Vegetarier werden?
Dass die Menschheit gerade im Begriff ist, hoffnungslos in ihr Verderben zu rennen, wird hier allerdings trotzdem sehr eindrücklich deutlich gemacht. Es sind die im Film aufgefahrenen Terrorbekämpfungsmaßnahmen, die dem Außerirdischen entgegen geschleudert werden, denen das gelingt. Der militärische Apparat hat sich scheinbar verselbständigt und die Befehlshörigkeit der Regierungsbeamten sorgt zusätzlich dafür, dass der Menschheit nur wenig Hoffnung bleibt, zu überleben. Mit dem eigentlichen Motiv des Films (den Umweltsünden) hat das allerdings so wenig zu tun, dass man sich fragen darf, ob diese zusätzliche sozialkritische Ebene überhaupt in der Absicht der Filmemacher lag.
| FAZIT
"Der Tag an dem die Erde still stand" glänzt durch spektakuläre Spezialeffekte und hat doch das Zeug dazu, zum Flop des Jahres zu werden.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung