Sonntag | 27. Mai 2012 | 20:13 Uhr
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  • FILM REVIEW | Defiance - Unbeugsam
  • Defiance - Unbeugsam

    Drama, Kriegsfilm | USA 2008
  • | INHALTSANGABE

  • 1941, Weißrussland: die SS macht zusammen mit der einheimische Polizei Jagd auf Juden. Viele werden deportiert – einige verstecken sich in den ausgedehnten Wäldern. Unter den Brüdern Tuvia, Zus und Asael Bielski (Daniel Craig, Liev Schreiber und Jamie Bell) sammeln sie sich in einem Lagerversteck mitten im Wald – Alte, Kranke, Kinder und Frauen; und ein paar, die kämpfen können. Die Juden schlagen zurück: als Partisanen bekämpfen sie die Deutschen und die Kollaborateure. Doch geht es eher um den Kampf oder ums Überleben? Tuvia und Zus entzweien sich, und Zus schließt sich einem paramilitärischen Partisanentrupp der Roten Armee an. Dann kommen die Deutschen den Versteckten in den Wäldern auf die Spur…
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      • | FILMKRITIK

      • „Juden kämpfen nicht“, weiß der Kommandeur der russischen Partisanen im Wald; in dem Wald, den seine kleine Kampftruppe mit dem Lager der Bielski-Brüder teilt. Wo sich die entflohenen verfolgten Juden des Weißrusslands 1941 sammeln, verstecken; in der Hoffnung, der SS und ihren Kollaborateuren zu entkommen.

        Juden kämpfen nicht? Juden kämpfen. Juden kämpfen ums Überleben. Und sie kämpfen gegen die Deutschen, mit einem starken Argument: Rache an den Mördern ihrer Freunde und Familienangehörigen. Blut für Blut, fordert Zus Bielski; er ist der Radikale, der Kämpfer, und die Erklärung von Tuvia, man dürfe nicht so werden wie die Deutschen, wehrt er ab: Man kann aber so töten wie sie.

        Eine wahre Geschichte zeigt Edward Zwick, der wie in seinem letzten Film „Blood Diamond“ eine kleine Geschichte innerhalb der großen Historie des Abschlachtens erzählt. Juden, die sich im Wald verstecken und gegen ihre Feinde kämpfen – damit beschreibt er ein Heldentum, das über das übliche Bild des duldenden Leidens hinausgeht, auch über das der humanitären Retter, die den Todgeweihten aus edler Gesinnung helfen: nicht Oskar Schindler steht da im Wald, sondern zornige Krieger. Und eher der Zufall und die Umstände führen dazu, dass sich um die Bielskis keine kleine, mobile, schlagkräftige Kampfeinheit bildet, sondern dass – im Gegenteil – sich immer mehr Alte, Frauen und Kinder einfinden, die einfach die Hoffnung aufs Überleben haben. Was der Kampfbegier entgegensteht.

        Zwick, setzt hier den starken Hebel des Bruderzwistes an; eines harten Streites, in dem Zus und Tuvia beide schnell mit den Fäusten bei der Hand sind. Kämpfen und dabei vielleicht sterben versus Überleben, das die stärkste Rache an den Nazis ist? Wobei Zwick nicht den Fehler macht, einen guten gegen einen bösen Bruder zu setzen. Auch den gemäßigten Tuvia zeigt er hart und ambivalent: der erschießt kurzerhand einen Rivalen um die Führerschaft des Lagers, und ungerührt lässt er den Mob einen verängstigten deutschen Gefangenen totschlagen.

        Manchmal wird Zwick zu stark in seinen Bildern, setzt seine dramatische Inszenierung zu selbstzweckhaft ein – schneidet etwa die freudvolle Waldhochzeit des dritten Bielskibruders Asmael gegen einen Angriff von Zus’ Partisanengruppe auf einen Trupp Deutscher, nur um Tod und Tanz, um Feiern und Erschießen aufeinanderprallen zu lassen, ohne tiefgreifenderen Erkenntnisgewinn. Doch er findet auch fein austarierten Bilder angelehnt ans biblische Erbe: von Kain und Abel, von Moses’ Auszug aus Ägypten, bis hin zu Jesu Gang auf dem Wasser.
      • | FAZIT

      • Die wahre Geschichte der Bielski-Brüder, die ab 1941 viele Juden retteten – und dabei auch noch gegen die Deutschen kämpften.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Harald Mühlbeyer

      • | Userwertung

      Wertung: 5.3/10 (3 votes)

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