Zahnarzt Dr. Bertram Pincus will am liebsten gar nichts zu tun haben mit all den Typen, die ihn in Manhattan belästigen könnten; Patienten zum Beispiel oder Wohnungsnachbarn. Doch nach einer Routine-Darmspiegelung wird alles nur noch schlimmer: er ist jetzt der einzige, der all die Geister sehen kann, die durch New Yorks Straßen streunen. Und die Geister wollen alle natürlich was von ihm; klar: er ist der einzig mögliche Kontakt von Spuk- zu Lebendwelt.
Frank Herlihy ist einer der Geister, und der Gerissenste: wenn Pincus ihm zu helfen verspricht, hält er alle anderen Geister von ihm ab. Und er verlangt, dass Pincus Kontakt zu Gwen aufnimmt, Franks Witwe, die jetzt mit einem totalen Schleimbeutel verlobt ist. Die soll Pincus auseinanderbringen – dabei ist Frank ein viel schlimmerer Schleimbeutel, und noch dazu verliebt sich Pincus in Gwen.
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| FILMKRITIK
Zahnärzte sind ja nun keine Unmenschen. Dr. Pincus zum Beispiel liebt seinen Beruf. Vor allem, wenn er seinen Patienten Watte in den Mund stopfen kann, damit sie mal still sind. Menschen nämlich findet er höchst nervig; fast ebenso unbehaglich wie der Kontakt mit seinen Mitbürgern ist ihm die Vorstellung von Vorgängen im Körperinneren. Und weil er noch dazu Engländer in New York ist, kann er diese ständige Missstimmung sehr eloquent in kleine sarkastische Understatementsätze gießen. Und weil er noch dazu von Ricky Gervais gespielt wird, kommt noch die minimalste Gesichtsmuskelbewegung zur vollen Geltung. Wobei sein schöner britischer Akzent wohl der deutschen Synchro zum Opfer fallen wird. Und wobei es schade ist, dass Gervais ausgerechnet über eine reinrassige romantische Komödie dem großen deutschen Publikum vorgestellt wird, die allumfassendes Wohlfühlen auslösen soll; wo er doch eigentlich einen ganz bösen Humor hat.
Gervais mit seiner subversiven Art ist auch der Hauptfaktor, der den Film davor rettet, zum kompletten Kitschkäse zu werden. Ein weiterer sind die Dialoge und die teilweise brillant herausgearbeiteten Kleinigkeiten am Rande, die sich zu kleinen komischen Höhepunkten entwickeln. Dr. Pincus distanziertes Nebenher mit seinem indischstämmigen Praxis-Mitinhaber; oder seine putzigen Versuche, charmant zu sein, was ihm nun gar nicht liegt.
David Koepp ist ein Profi im Drehbuchbereich, mit großem Gespür für Publikumswirkung und mit der Gabe, wunderbare Dialoge zu schreiben. Als Regisseur einer Komödie nimmt er hier seine Sache aber mitunter etwas zu schwer, und so belastet er seine Buddygeschichte um den Menschenfeind und einen fies-miesen Geist zu sehr mit humanitär-altruistischer Botschaft. Und ist halt letztendlich doch zu sehr gefangen in den Eigenheiten des Genres.
Weiterer Rettungsanker sind die Figuren und ihre Darsteller; Figuren, die mit treffendem Timing die Gags liefern, Darsteller, die in all ihrem Witz ganz ernsthaft ein New York erstehen lassen, das voll von Geistern ist.
Frank Herlihy, war schon zu Lebzeiten ein Blender, ein Angeber, manchmal ein Rüpel, meistens ein Arschloch, auf jeden Fall seiner Frau untreu; und jetzt meint er, als Geist noch eines erledigen zu müssen: seine Witwe von ihrem Verlobten Richard, einem Menschenrechtsanwalt, zu trennen. Dafür benutzt er Dr. Pincus – oder Pink-Ass, wie er zu sagen pflegt. Wenn Pincus Frank nicht hilft, lässt der die ganze Geisterwelt auf den einzigen los, der zwischen der spukenden und der lebenden Menschheit Kontakt herstellen kann… Die Paarung Frank-Pincus hat dynamischen Charme, und es hat definitiv etwas, wenn Pincus immer wieder die nervtötenden Kommentare des unsichtbaren Frank abwehren muss, zu unangebrachtesten Zeitpunkten. Frank ist genau der aufdringliche Typ Mensch, der Pincus zu dem gemacht hat, was er ist.
Freude macht der Film, wenn er ab und an ins Anarchische abgleitet. Wenn sich Pincus mit kleinen gezielten Bemerkungen über das Gutmenschentum Richards lustig macht etwa. Am Ende gar sieht es einen herzerfrischenden Moment so aus, als gäbe es kein Liebes-Happy-End… Aber natürlich verläuft alles nach festgelegten Bahnen der Zusammenführung von Liebenden und der Herausbildung von Tiefgang, wenn sich die Moral von Menschlichkeit und Gefühligkeit breit macht.
| FAZIT
Romantische Komödie, die ab und an kleine brillante Szenen aufweist; im Ganzen aber eben doch keine Gemme des Genres ist.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung