Sonntag | 27. Mai 2012 | 16:37 Uhr
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  • FILM REVIEW | Sieben Leben
  • Sieben Leben

    Drama | USA 2008
  • | INHALTSANGABE

  • Es ist schwierig einen Film zu beschreiben, der sich rund um eine geheime Mission der Hauptfigur rankt, aber diese bis zum Ende geheim halten möchte. Ben Thomas (Will Smith) verhält sich eigenartig, das wird von Anfang an klar.

    Es liegt zwar in der Natur eines Finanzamtsangestellten, dass er unverhofft auftaucht und viele Fragen stellt, doch Ben wirkt äußerst ambitioniert mehr über das Privatleben seiner Klienten zu erfahren.

    Trotzdem – einige Unklarheiten bleiben. Warum verprügelt Ben den Leiter eines Altersheimes, weil dieser seine Patientin nicht baden lässt? Ein wenig zu übergriffig für einen Finanzamtsangestellten. Und warum beschimpft Ben, der sich eigentlich schon als gutherziger Mensch etabliert hat, einen Blinden, der in einem Kundenservice arbeitet, aufs Übelste?

    Und was hat es mit seiner Beziehung zur Herzpatientin Emily Posa (Rosario Dawson) auf sich, die ihn offensichtlich nicht nur geschäftlich interessiert. Irgendetwas scheint Ben zurück zu halten. Ein trauriges Geheimnis, bei dessen Bewältigung noch nicht einmal sein Bruder helfen kann.
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      • | FILMKRITIK

      • Filme, die bis in die letzten Minuten die Motivation des Protagonisten offen lassen, tragen eine besondere Faszination in sich. Gute Filme nehmen den Zuschauer an die Hand, führen ihn behutsam durch die unbekannte (Charakter-)Welt und lassen ihn nicht los bis hin zu einer überraschenden Auflösung.

        Bei Sieben Leben ist dies leider nicht der Fall. Spätestens nach der Hälfte des Filmes, wird jeder Zuschauer gemerkt haben, was Ben Thomas im Schilde führt. Ab diesem Moment vermag es der Film nicht mehr zu faszinieren. Vielmehr verfängt er sich in weiteren langatmigen Andeutungen und Verwicklungen, die in ihrer Plakativität zum Teil unerträglich sind.

        Will Smith gibt sich alle Mühe seinem Charakter Leben einzuhauchen, doch gegen die moralische Überheblichkeit, die ihm das Drehbuch vorgibt, kommt auch sein charmantes Lächeln nicht an.
        „Betrachtest du dich selbst als guten Menschen?“ fragt Ben Emily. „Wie würdest du diese Frage beantworten, wenn ich dich das Selbe fragen würde?“ antwortet sie.
        Dennoch ist es die subtile Traurigkeit Bens, die Schlimmeres verhindert. Man versteht nicht, warum er sich so schwer tut der attraktiven Emily nahe zu kommen, die doch ein offensichtliches Interesse an ihm zeigt. Die Ahnung, dass mehr hinter der Fassade des aalglatten Beamten steckt, trägt zumindest ansatzweise über die spannungsarmen Partien des Filmes hinweg.

        Umso interessanter, dass der Film als neuer Will Smith Blockbuster „von den Machern von Das Streben nach Glück“ angeteasert wird. Die Taktik scheint aufzugehen, zumindest vorerst. Die nichts sagenden Trailer locken Menschen, auf der Suche nach seichter Unterhaltung, in langsames Programmkino, das ihnen unter Garantie nicht gerecht werden wird.

        Zumal es sich hier um eine eigenartige Mischform zwischen Hollywood und Independent handelt. Regisseur Gabriele Muccino, seit dem Streben nach Glück nicht unbedingt bekannt für die leisen Töne, behandelt die nachdenkliche Geschichte, als wäre sie ganz großes Kino. Und verhindert damit die Entstehung eines kleinen Kinojuwels. Dazu gehört nicht nur die Wahl des Casts, sondern auch die Umsetzung in Bilder, die laut „überambitioniert“ herausschreien. Auffällige Schärfeverlagerungen, lange wackelige Kameraeinstellungen, nicht erst seit „Children of Men“ eine beliebte Wahl um sich vom Gros der Masse abzuheben. Nur dass dies 2009 nicht mehr funktioniert. Wenn selbst eingängige Teenie-Romanzen mit der Handkamera gedreht werden, ist dies keinesfalls eine Garantie große Kunst geschaffen zu haben. Und in den Kopf des Protagonisten führt die Kameraführung in diesem Falle auch nicht, dazu ist sie nicht kohärent genug. Vielmehr hat sie den unguten Beigeschmack von viel gewollt, wenig gekonnt.

        Es ist letztendlich nur der Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern zu verdanken, dass dieser Film seine Sehenswürdigkeit nicht verliert. Und seinen hervorragenden ersten 30 Minuten, in denen die komplexe Geschichte interessant eingeführt wird.
      • | FAZIT

      • Faszinierender Anfang des Filmes, der leider durch seine übertriebene Moralvorstellung gegen Ende hin verliert.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Laura Samide

      • | Userwertung

      Wertung: 9.0/10 (2 votes)

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              • 1 User hat den Film gesehen
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