Sonntag | 27. Mai 2012 | 19:15 Uhr
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  • FILM REVIEW | RockNRolla
  • RockNRolla

    Action, Crime | USA 2008
  • | INHALTSANGABE

  • Die Unterwelt Londons hat ein neues Handelsgut für sich entdeckt – Immobilien. Die kleinen Ganoven One Two (Gerard Butler) und Mumbles (Idris Elba) versuchen auch ins lukrative Geschäft einzusteigen. Leider fallen sie dabei dem König der Unterwelt Lenny Cole (Tom Wilkinson) zum Opfer. Während er sich als ihr Gönner ausgibt, zockt er sie hinterrücks gnadenlos ab.

    Doch auch Lenny scheint auf seinen Meister zu treffen. Der Multimilliardär Uri Obomavich (Karel Roden) duldet den Möchtegern zwar noch auf seiner Spielwiese, aber wie lange sich Lenny gegen den mächtigen Russen halten wird, steht auf einem anderen Blatt. Doch noch hat Lenny die Karten in der Hand. Der Stadtrat steht unter seinem Einfluss, und Uri leiht ihm sogar für die Dauer ihres Deals sein Glücksgemälde.

    Lennys rechte Hand Archy (Mark Strong) beobachtet die Geschehnisse mit wachsender Skepsis. Doch selbst er ist nicht gegen Überraschungen gefeit. Als plötzlich das Glücksgemälde von Uri aus dem Haus von Lenny verschwindet, fällt der Verdacht schnell auf Lennys ungebührlichen und tot geglaubten Junkie-Stiefsohn Johnny Quid (Toby Kebbell). Doch dieser scheint unauffindbar.

    One Two dahingegen versucht seine Schulden bei Lenny zurück zu zahlen. Dabei erhält er unverhofften Beistand von der findigen Buchhalterin Stella (Thandie Newton). Diese reizt der Kitzel des Verbrechens zunehmend und so baut sie das riskante Spiel weiter aus. Sie gibt One Two den entscheidenden Tipp wo schnell viel Geld zu holen ist. Doch das Geld gehört ausgerechnet Uri, der zunehmend ungehaltener wird, weil er die Pechsträhne auf das Missens seines Glücksbildes schiebt.

    Doch One Two scheint das Glück ausnahmsweise auf seiner Seite, bis ihm sein bester Freund Handsome Bob (Tom Hardy) kurz vor seiner Einlieferung in den Knast ein schockierendes Geständnis macht.
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      • | FILMKRITIK

      • In Guy Ritchies Filmen trifft sich meist ein unübersichtliches Sammelsurium schräger Vögel, die ihr Glück in semi-illegalen Machenschaften suchen. Damit gehört der Film zum Subgenre des britischen Gangsterfilms, in dem auch Layer Cake anzusiedeln ist.

        Der Reiz liegt hier vor allem im Humor, mit dem die einzelnen Handlungsstränge kunstvoll bis zum Showdown im rasanten Tempo verwoben und gelöst werden. Guy Ritchie ist ein Meister dieser Stilrichtung und auch mit RocknRolla schlägt er wieder diesen Weg ein. Dabei ist es vor allem der Beginn des Filmes, der vom einzigartigen Geschick des Regisseurs zeugt. In atemberaubendem Tempo werden die Charaktere und Hauptkonflikte plakatiert, um dann nach ein paar Minuten ruhiger zu werden und sich auf die eigentliche Geschichte zu konzentrieren.

        Leider sind die Handlungsstränge nicht gleichwertig interessant. Während der Film seine Höhepunkte bei One Twos und Handsome Bobs Geschichte feiert, und Mark Strong wie auch schon in Der Mann, der niemals lebte eine beeindruckende Leistung zeigt, ist die titelgebende Geschichte um RocknRolla Johnny Quid merklich schwach.

        Der Junkie vermag es mit seinem pseudointellektuellen Gefasel nicht einmal annähernd zu faszinieren. Seine beiden Manager, die ihn ebenfalls für tot halten, sind an Langweile kaum zu überbieten. Und so schwächelt dieser Strang sich dem Ende entgegen, bei dem er leider den größten Part einnimmt.

        Das ist schade, denn der Rest des Filmes geizt nicht mit komischen und gemeinen Gags. Der mosaikartige Charakter des Ganzen trägt zur Unterhaltung bei, auch wenn der kontrollierte Wahnsinn einem ein ums andere Mal das Atmen vergessen lässt. Gerard Butler beweist hier eindeutig sein komödiantisches Talent, denn die lustigsten Szenen gehören eindeutig ihm und Tom Hardy, die als ungleiches Paar zu (Lach-)Tränen rühren.

        Doch abgesehen von Comedy hat der Film auch jede Menge Action zu bieten. Tom Wilkinson und Mark Strong, zwei der großen Talente, die die Insel hervorgebracht hat, geben sich nicht die Blöße und bieten alles auf. Ihre Szenen sind brutal, aber niemals exhibitionistisch. Vielmehr hält Guy Ritchie gelungen die Waage zwischen der genregemäßen Gewalt und einem augenzwinkernder Ironisierung dergleichen, ohne zu cool zu wirken.
      • | FAZIT

      • Rasante Action, schräge Charaktere, der neue Guy Ritchie kämpft zwar teilweise gegen den Leerlauf, überzeugt aber dennoch.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Laura Samide

      • | Userwertung

      Wertung: 6.3/10 (6 votes)

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