Sonntag | 27. Mai 2012 | 19:24 Uhr
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  • FILM REVIEW | Sunshine Cleaning
  • Sunshine Cleaning

    Komödie | USA 2008
  • | INHALTSANGABE

  • Das Leben ist nicht so, wie es sich Rose Lokorwski (Amy Adams) ausgemalt hat. Als hätte sie irgendwann eine Abfahrt verpasst, verbringt die junge Mutter ein Leben in der Warteschleife. Anstatt mit ihrem High School Sweetheart eine harmonische Ehe zu führen, hat sie eine Affäre mit ihm. Die Versprechungen seine Frau zu verlassen, sind mittlerweile fast bedeutungslos geworden.

    Die ehemalige Cheerleaderin macht die Betten der reichen Familien, zu denen sie eigentlich hätte gehören sollen. Ihr Sohn ist bei weitem kein Engel, immer wieder gibt es Ärger auf der Schule, so dass sie in Erwägung ziehen muss, ihn auf einer Privatschule unterzubringen. Und ihre verantwortungslose Schwester Norah (Emily Blunt) setzt dem kleinen Oscar noch dazu immer wieder Flausen in den Kopf.

    Erst als ihre Affäre Mac (Steve Zahn) ihr erzählt wie viel Geld die Reinigungskräfte von Tatorten bekommen, bricht Rose mit ihrem Leben. Zusammen mit Norah gründet sie Sunshine Cleaning, und schon bald müssen sich die Schwestern mit zugemüllten Wohnungen und der sachgerechten Entsorgung von Blut und anderen Körperflüssigkeiten auseinander setzen.

    Doch die neue Arbeit gibt Rose Kraft, sie lernt den einfühlsamen einhändigen Winston kennen und findet sogar eine Art moralischer Relevanz in der Tatortreinigung. Auch ihr Vater Joe (Alan Arkin) nimmt am neuen Leben seiner Töchter teil. Doch seine Hilfe ist zumeist eher ein Ärgernis, denn tatsächlicher Unterstützung. Doch wie lange werden die ungleichen Geschwister tatsächlich ohne Krach zusammen arbeiten können?
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      • | FILMKRITIK

      • Sunshine Cleaning war nicht umsonst als bestes Drama auf dem Sundance Festival 2008 nominiert. Der kleine Independent Film wartet mit einer überraschenden Bandbreite an Authentizität und Emotion auf. Umso schöner, dass er nun auch den Weg in die deutschen Kinos gefunden hat. Regisseurin Christine Jeffs, die schon mit Sylvia einen Achtungserfolg feierte, hat aus dem Drehbuch von Megan Holley eine bezaubernde Geschichte über zwei starke Frauen kreiert, die um ein wenig Lebensqualität kämpfen. Dass daraus keine platte Geschichte geworden ist, verdankt der Film dem hervorragenden Drehbuch und der Feinfühligkeit der neuseeländischen Regisseurin.

        Der Film bebt wieder von der Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellerinnen. Amy Adams und Emily Blunt kann man nicht mehr als Newcomer bezeichnen, aber so stark hat man sie schon seit langem nicht mehr gesehen. Vor allem Adams verleiht dem Charakter von Rose eine stets fragile Note, die dem harten Kampf, den sie führt, eine zusätzliche Tiefe verleiht. Dabei erinnert Adams mehr als einmal an die junge Nicole Kidman.

        Wie auch Juno schafft dieser Film die Brücke zwischen authentischer Erzählweise, dramatischen Momenten und urkomischen Situationen. So wie in Little Miss Sunshine zeichnet sich auch hier Alan Arkin als neurotischer Vater aus, der durch seine extravaganten Aktionen die Lacher auf seiner Seite hat.

        Die morbide Arbeit, der die beiden Schwestern nachgehen, ist schon durch ihre Absurdität komisch. Durch den subtilen Humor der Geschichte, driftet dies jedoch nie ins Komische ab. Die Frage ob die Arbeit nun nur ekelig ist, oder ob sie damit der Menschheit einen höheren Gefallen tun, die kleinen Fundstücke, die an die Verstorbenen erinnern, das Trösten der Hinterbliebenen, all dies scheint Teil der Jobbeschreibung zu sein. Der Zwiespalt, in dem sich die Schwestern befinden, fühlt sich echt an.

        Sunshine Cleaning ist ein kleines Kinojuwel, das in dem ganzen Strudel von Blockbustern, Teenieromanzen und Actionfilmen einen besonderen Platz einnimmt und es allemal wert ist, gesehen zu werden.
      • | FAZIT

      • Ein Geheimtipp, für all die Fans von Juno, Little Miss Sunshine und Pieces of April.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Laura Samide

      • | Userwertung

      Wertung: 4.0/10 (2 votes)

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