Sonntag | 27. Mai 2012 | 18:04 Uhr
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  • FILM REVIEW | Ganz nah bei Dir
  • Ganz nah bei Dir

    Drama, Romanze | Deutschland 2008
  • | INHALTSANGABE

  • Phillip (Bastian Trost) lebt in seiner eigenen Welt. Eigentlich nicht weiter schlimm, den immerhin ist dort Platz für seine unzähligen Marotten und Ticks. Alles muss immer gleich ablaufen. Doch plötzlich platzt die blinde Cellistin Lina (Katharina Schüttler) in sein Leben und macht auch keine Anstalten aus diesem wieder zu verschwinden. Das wirft den zurückgezogenen Phillip vollkommen aus der Bahn und als dann auch noch seine Wohnung komplett ausgeräumt wird, kann er gar nicht mehr anders, als sich der Welt außerhalb seines Schneckenhauses zu stellen.

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      • | FILMKRITIK

      • Regisseurin Almut Getto erzählt mit „Ganz nah bei dir“ auf märchenhafte Weise die Geschichte von dem Zusammenkommen zweier Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Auf der einen Seite ist da der verschrobene Phillip, der in seiner Nähe eigentlich nur seine Schildkröte erträgt, aber trotzdem ins geheim davon träumt, als Pantomime auf einer Bühne zu stehen. Und auf der anderen Seite steht die lebenslustige Lina, die trotz ihrer Blindheit mitten im Leben steht und sich von nichts und niemandem von irgendwas abhalten lässt.

        Ja richtig, spätestens seit Jack Nicholsen in „Besser geht´ s nicht“ und allerspätestens seit Monk kennt man solche seltsamen Typen wie Phillip, die einfach nur die richtige Frau brauchen, um sie mit der Welt der „normalen“ Menschen bekannt zu machen und die emotionalen Störungen ein wenig zu lindern.

        „Ganz nah bei dir“ ist aber trotzdem originell, weil die Komik funktioniert. So gut, dass selbst Blindenwitze nicht platt wirken und sogar eine Bügelmaschine zum Schmunzeln anregt. Zu den grandiosesten Szenen gehört zweifelsohne das erste Date der beiden: Sie kommt zu spät und wird nett aber bestimmt von ihm darauf hingewiesen, dass dies nicht geschehen wäre, wäre sie früher losgegangen. So verfahre man schließlich, wenn man den Weg nicht genau kennt. Zum Abendessen kommt es dann nicht, weil Phillip mit dem Keller auf Kriegsfuß steht, welcher auf den Wusch einen anderen Kellner zu bekommen zum wiederholten Male: „Haben wir nicht!“ zum Besten gibt.

        Man kann gar nicht anders, als ab der ersten Minute in die Hauptfiguren vernarrt zu sein. Verhuscht leise und unübersehbar laut prallen auf einander und es macht schlicht und ergreifend irrsinnigen Spaß Bastian Trost und Katharina Schüttler dabei zuzusehen, wie sich ihre Figuren annähern, größere und kleinere Differenzen sowie die ein oder andere Baustelle überwinden, um dann gemeinsam Hand in Hand durch die nächtliche Straßen zu rennen. Und auch wenn das Ende keine Überraschung ist, der Weg dort hin ist voll davon.
      • | FAZIT

      • Eine Boy-Meets-Girl-Story der andern Art mit sehr viel Sinn für Komik, die absolut ans Herz geht.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Sandra Blass

      • | Userwertung

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