Als die achtzehnjährige Hildegard Knef 1943 bei der UFA auftaucht, weiß sie sehr genau, was sie will. Sie will Schauspielerin werden und ein Star. Ihr Selbstbewusstsein und ihre herbe Schönheit überzeugen Else Bongers – Leiterin des UFA-Besetzungsbüros – ebenso wie Propagandaminister Joseph Goebbels. Auch als die Kriegsfront kurz vor den Toren Berlins steht und Hildes Familie aufs Land flüchtet, geht Hilde weiterhin ihrem großen Traum nach. Sie zieht in das Haus ihres Geliebten Ewald von Demandowskys, einem überzeugten Nazi. Als dieser im \"Volkssturm\" als letzte Reserve eingezogen wird, weigert sie sich aus Angst vor den Russen, alleine zurückzubleiben. Als Soldat verkleidet bleibt sie bei ihm, bis sie in Gefangenschaft geraten und voneinander getrennt werden.
Der Krieg ist vorbei, Hilde hat ihn mit Glück überlebt. Durch Zufall lernt sie den Musiker Ricci Blum kennen, der sie dazu ermuntert, sich eine Bühnenlizenz zu besorgen. Außerdem begegnet sie erstmals Erich Pommer, der vor seiner Flucht aus Nazideutschland einer der erfolgreichsten Filmproduzenten Deutschlands gewesen war und nun beim Wiederaufbau der Filmindustrie helfen soll. Pommer ist von Knefs Talent begeistert. Er besorgt ihr eine erste Hauptrolle im Film \"Die Mörder sind unter uns\". Über Nacht wird Hildegard Knef zum Star.
Hilde verliebt sich in Kurt Hirsch, einem Überlebenden des Holocaust und heiratet ihn. Als sie ein verlockendes Angebot aus Hollywood erhält, ziehen beide kurzerhand nach L.A. – ein Fehler, wie sich bald herausstellt. Bereits 1950 kehrt Hilde nach Deutschland zurück, wo sie mit \"Die Sünderin\" für einen der größten Skandale der deutschen Filmgeschichte sorgt. Nachdem auch ihre erste Ehe gescheitert ist, kehrt Hilde in die USA zurück, wo sie bald zu einem großen Star avanciert. Doch obwohl sie nun endlich dort angekommen ist, wo sie immer hinwollte, fehlt ihr etwas. Erst eine neue Liebe und einen Karriereknick später wird sie wissen, was es ist.
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| FILMKRITIK
Die Person Hildegard Knef lässt sich in keine Schublade stecken. Das macht den Film so spannend und die Herausforderung für Hauptdarstellerin Heike Makatsch so groß. Hildegard Knef liebte einen Nazi und heiratete einen Juden. Sie kämpfte in den Ruinen Berlins gegen die Russen und genoss das Nachtleben am Broadway. Sie war der erste große deutsche Nachkriegsstar und sorgte für einen der größten Filmskandale Deutschlands. Sie wurde als Schauspielerin ein Weltstar und doch sind es ihre rauchigen Chansons, die sie unsterblich machten.
Sollte es dem Biopic \"Hilde\" tatsächlich gelungen sein, das Wesen der realen Person Hildegard Knef einzufangen, kann man nur bewundernd ausrufen: Was für eine großartige Frau! Dieser Eindruck kann jedoch auch trügen. Erzählt wird hier immerhin bloß Hildegard Knefs Aufstieg von 1943 bis 1966. Der Film endet damit lange vor ihrem Tod im Jahre 2002. Die Höhen und vor allen Dingen die Tiefen, die sie in ihren letzten Lebensjahrzenten noch durchlebte – und die vielleicht sogar ausschlaggebend für die Legendenbildung um ihre Person waren – werden ausgespart. Der Film bietet also nur das unvollständige Bild eines spannenden Lebens.
Das Bild aber, das der Film bietet, ist das einer selbstbewussten Frau, die weiß, was sie will und die mit Hilfe von Glück, Talent und Zielstrebigkeit ihren Weg geht. Sie ist keine, der man sagt, was sie tun soll. Männliche Eifersüchteleien, prüden Katholizismus und stereotype Rollenzuschreibungen ignoriert sie, so gut sie kann. Und auch wenn ihre treffend bissigen Zitate, die vielfach in den Film eingestreut werden, aus dem Munde Makatschs ein wenig künstlich und theatralisch wirken, so lassen sie doch den klugen Kopf erkennen, der dahinter steckt.
Für Heike Makatsch dürfte dieser Film ein hartes Stück Arbeit gewesen sein. Bei genauer Betrachtung spielt sie im Film gleich zwei Rollen. Hildegard Knef als öffentliche und als private Person. In der einen Rolle wirkt Heike Makatsch sehr steif, ihre Aussprache ist betont theatralisch. Erst wenn ihre Figur
niemandem mehr gefallen muss, keine Kamera mehr auf sie gerichtet ist und sie ganz für sich ist, entspannt sie sich und lässt ihr wahres Ich durchscheinen. Es braucht eine Weile, bis man sich an Makatsch in der Rolle der Hildegard Knef gewöhnt hat. Irgendwann ist man von der Figur die sie spielt aber so gefangen, dass man auch über kleinere Mängel gut hinweg sehen kann. Auch dass ihre Stimme weit höher ist als die Hildegard Knefs, stört nur am Rande.
Vor allem wenn man über die Person Hildegard Knef nur wenig weiß, ist die Erzählung ihres eigenwilligen Aufstiegs vom Schauspielstar zur \"besten Sängerin ohne Stimme\" durchaus unterhaltsam. Der Cast ist bis in die Nebenrollen hinein gut besetzt und der filmische Aufbau gelungen. Heike Makatsch ist vielleicht nicht die Idealbesetzung für die Rolle, doch füllt sie sie im Laufe des Films immer besser aus. Und so ist \"Hilde\" im Endeffekt doch die gelungene Hommage an eine erstaunliche Frau.
| FAZIT
Eine gelungene Hommage an eine erstaunliche Frau, die mit Hilfe von Glück, Talent und Zielstrebigkeit zur Legende wurde.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung