Montag | 28. Mai 2012 | 05:45 Uhr
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  • FILM REVIEW | Notorious B.I.G.
  • Notorious B.I.G.

    Musik, Drama | USA 2009
  • | INHALTSANGABE

  • Als kleiner Junge wächst Christopher Wallace in einfachen aber gut behüteten Verhältnissen in Brooklyn auf. Doch es kommt der Tag, an dem es ihn aus den sicheren vier Wänden hinaus auf die Straße zieht, zu seinen Freunden, den Drogendealern und Gangstern. Und Christopher wird einer von ihnen. Sein Geld verdient er nun mit dem Verkauf von Crack, die Schule sieht er immer seltener von innen. Bis er eines Tages von der Polizei erwischt wird und ins Gefängnis wandert.

    Dort bleibt ihm nun die Zeit für sein Hobby: Rappen. War Christopher Wallace alias Biggie Smalls schon vorher auf der Straße durch sein Talent aufgefallen, kann er es nun – in der Ruhe des Knasts – ausfeilen. Kaum ist er entlassen, bekommt er die Möglichkeit ein Demotape aufzunehmen, das den erfolgreichen Produzenten Puff Daddy sofort überzeugt. Ein erster Vertrag platzt und Christopher Wallace droht in seine alten Dealerzeiten zurückzufallen. Immerhin hat er mittlerweile ein Kind mitzuversorgen.

    Doch dann werden er und ein Freund erneut von der Polizei erwischt. Der Freund geht für Christopher in den Knast und nimmt ihm das Versprechen ab, sich fortan vom Dealen fernzuhalten und eine Karriere als Rapper zu starten. Das ist die endgültige Geburtsstunde von Notorious B.I.G. In kürzester Zeit wird aus Biggie Smalls einer der größten Rapper der Ostküste. Doch am Horizont tauchen bereits die nächsten Probleme auf. Einerseits sorgt seine notorische Untreue bei den Frauen für zahlreiche Eifersuchtsszenen, andererseits hat er mit 2Pac Shakur bald nicht nur einen knallharten Konkurrenten, sondern auch einen erbitterten Feind. Dabei geht die größte Gefahr für beide von den aufgepeitschten Fans der Ost- und Westküste aus.
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      • | FILMKRITIK

      • Als Kind gehänselt, eine frühe Karriere als Drogendealer, dann Knast und schließlich der große Erfolg als Rapper. Was Christopher Wallace alias Biggie Smalls alias Notorious B.I.G. da in seinem kurzen Leben zuwege bringt, ist der amerikanische Traum schlechthin. Der wird oft geträumt, selten erreicht und gerne verfilmt. Dabei wirkt es bei Biggie Smalls wie ihn der Film darstellt zunächst gar nicht so, als sei ihm der musikalische Erfolg sonderlich wichtig. Was zählt sind Geld, Frauen und dicke Autos, wobei alles drei in die Kategorie „Besitztum“ gezählt wird. Er möchte einfach denen, die ihm eine Zukunft als Müllmann voraussagen, weil er schwarz ist und in Brooklyn lebt, zeigen, dass er mehr Geld als sie verdienen kann und dass er größeren Erfolg haben kann als sie.

        Regisseur George Tillmann Jr. folgt der kurzen Lebensgeschichte des Rappers ganz stringent, wobei der Film Notorious B.I.G. ebenso wie das Bild der Straße deutlich verklärt. Glaubt man der hier vorgeführten Darstellung, dann war Christopher Wallace ein sanfter, träumender Riese, der mit seinem Freund, dem nicht minder guten Sean „Puff Daddy“ Combs und seinem – durch einen Kopfschuss leider zum Feind avancierten – ebenfalls guten Kumpel 2Pac Shakur die Welt verändern will und sich darüber hinaus nach einem friedlichen Familienleben sehnt. Unerzählt bleiben dagegen negativere Details, etwa wie es ihm gelingt, in kürzester Zeit vom Kleindealer zum Großdealer aufzusteigen. Landet er im Gefängnis, so wird eine Szene eingeblendet, in der er gemeinsam mit seiner Mutter am Telefon betet und verkauft er einer Schwangeren Crack, wird diese kurze Zeit später als drogenfreie, glückliche Mutter mit gesundem Kind gezeigt. Verständlich wird dieser Blick 
        auf den Mythos Notorious B.I.G., wenn man sich vor Augen führt, dass sowohl seine Mutter Voletta Wallace als auch Sean Combs dieses Biopic mitproduziert haben.

        Doch trotz der durchschimmernden Heldenverehrung – die vor allem seinen Fans gut gefallen dürfte – gelingt es dem Film auch, einen Christopher Wallace zu zeigen, der zwar alles erreicht hat, doch das, was er wirklich will, nicht festhalten kann. Was nützt es, haufenweise Geld zu haben, wenn man nicht dazu in der Lage ist, wichtige Beziehungen zu nahe stehenden Menschen aufrecht zu erhalten? Und was nützt Erfolg, wenn man sich Todfeinde schafft, die bereit sind, über Leichen zu gehen? Und so steht Notorious B.I.G. am Ende zwar auf dem Zenit einer – angesichts seines Alters – unglaublichen Karriere, glücklich sieht allerdings anders aus.

        Hauptdarsteller Jamal Woolard liefert eine gute Leistung. Er füllt die Hauptrolle nicht nur mit seinem Körper aus, sondern überzeugt auch bei den Rapeinlangen. Und von denen gibt es im Film zahlreiche. Konzertausschnitte, Studioaufnahmen und Hintergrundmusik ergänzen sich zu einem Klangteppich, der jedes Fanherz höher schlagen lassen wird. „Notorious“ wird es angesichts seines subjektiven Ansatzes, seiner Verklärung der Realität und seines stark vereinfachten Handlungsaufbaus zwar nicht gelingen, in den Olymp der besten oder originellsten Biopics aufgenommen zu werden, doch unterhaltsam ist der Film allemal. Notorious B.I.G.-Fans sollten ihn wohl auf keinen Fall verpassen.
      • | FAZIT

      • Dass Notorious B.I.G. in diesem Film ein wenig verklärt wird, dürfte seine Fans nicht weiter stören. Und auch der stark vereinfachte Handlungsaufbau dürfte sie nicht davon abhalten, sich dieses musikbeladene Biopic anzusehen.

      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Anke Hermann

      • | Userwertung

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