Toni Ricardelli ist Auftragskiller. Er mag seinen Beruf, dem er mit professionellem Ehrgeiz und souveränem Auftreten nachgeht. Nur: da für ihn in einer Beziehung die Ehrlichkeit wichtig ist, hat er Probleme mit den Frauen; denn welche Frau will schon mit einem Killer unter einer Decke stecken?
Nun soll er einen Mafiaaussteiger, der ein Enthüllungsbuch geschrieben hat, umpusten. Der hält sich in Italien auf und ist eine ziemliche Diva gegenüber seinem Berliner Verlag, von dem er mehr und mehr Honorar verlangt. Die kleine Angestellte Julia reist also zu ihm ins Hotel, um ihn zur Vertragsunterschrift zu bewegen – und trifft auf Toni, der den Autor/Mafiaverräter gerade umgebracht hat. Julia hält Toni für den Autor, glaubt ihm einfach nicht, dass er dessen Mörder ist. Und Toni verliebt sich in Julia. Lässt sie im falschen Glauben und umgarnt sie. Wobei die mit dem Schwiegersohn des Verlagsleiters verlobt ist. Und Toni nun ganz schnell einen Mafia-Tatsachenroman abliefern muss, weil er sich ja als Mafiaautor ausgibt. Und: die Mafia jagt ihm eine Menge Killerkollegen hinterher, die ihn ebenfalls für den Verräter-Autor halten…
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| FILMKRITIK
Anfang der 90er gab es einmal im Bayrischen Fernsehen die gar nicht sehr lustige Sendung Gaudimax, moderiert von unser aller Gerd Rubenbauer. Die bestand aus Kandidaten, die Witze erzählten, und einem Lachometer, der die Publikumsreaktion maß. Da wurden dann all die alten doofen Witze erzählt, wie sie auch in diversen Illustrierten unter Rubriken wie „Lachen ist gesund“ oder „Humor ist…“ oder „Lachen ist die beste Medizin“ abgedruckt werden – oftmals übrigens interessanterweise in verschiedenen Medien im genau selben Wortlaut, so dass zu fragen ist, ob es irgendeine deutschlandweite Agentur gibt für die Verbreitung von unwitzigen Witzen: Sitzen zwei in der Kneipe. Oder: Fritzchen in der Schule.
Ich persönlich finde ein großes Vergnügen darin, in diesen Niederungen deutschen Humors zu wühlen; immer schon. Gaudimax: das war Sonntagabends Pflicht, ebenso wie die Witzseite im Tip der Woche und im Lukullus. Das Schöne: die Witze vergaß ich sofort nach dem Lesen wieder, um sie dann zwei Wochen später woanders wiederzufinden, mich zu erinnern und sie noch viel doofer zu finden. Eine masochistische Ader? Oder die ersten kindlichen Versuche, vergleichende Studien anzustellen? Oder einfach nur die Vertreibung von Langeweile? Man missverstehe mich aber nicht: es trieb mich keinesfalls ein campy Trashvergnügen, denn diese Witze sind niemals in einer Weise schlecht, dass sie schon wieder gut sind; sie sind noch schlechter.
Noch heute jedenfalls begebe ich mich gerne mitten in diesen Humormüll hinein; weshalb ich in „Mord ist mein Geschäft, Liebling“ sehr gut aufgehoben war. Da sind Psychiaterwitze und Schusseligkeitswitze und Verwechslungswitze und Papa-Sohn-Witze und Handywitze und (harmlose) Gangster- und Killerwitze, und sogar Bayern- und Berlinwitze findet man. Witze, die natürlich nicht witzig sind. Sondern die einfach nur dastehen als sich selbst repräsentierende Reminiszensen an die Form eines Witzes, sprich: Pointenimitation trifft auf Pointenimitation, ohne dass etwas zünden wollte; oder auch nur sollte. Weil es darum nicht geht. Es geht um das Sammeln in Masse, nicht in Klasse.
Wobei der Film ab und zu doch erstaunt. Wie er nämlich Rückbezüge herstellt zu den Genretraditionen Italiens, zum Italowestern und der Haudraufklamotte: Franco Nero in einer ziemlich kurzen, Bud Spencer in einer längeren Rolle, die sicherlich zwei Drehtage beanspruchte. Und zur US-Komödie der 50er Jahre, wenn auf dem Soundtrack eine Menge Dean Martin-Songs zu hören sind. Und auf Raymond Chandler; nicht nur scheint der Filmtitel darauf anzuspielen, auch ist der alte Verlagspatriarch einmal in einem Orchideengewächshaus zu sehen wie damals in „Der große Schlaf“ / „Tote schlafen fest“. Das sind alles Seltsamkeiten des Films, weil natürlich nichts davon irgendetwas mit irgendetwas anderem zu tun hat; mit dem Film schon gar nicht. Und es ist alles auch kaum auf wirklichen Insider-Wiedererkennungsgag ausgelegt.
Da sitzt in seiner ersten Szene der Dschungel-, nein, Entschuldigung, Madiaboss, den Günther Kaufmann spielt, im Zahnarztsessel. Warum das so ist, das enthüllt sich erst am Ende der Szene, und auch nur für den, der gerade zufällig nicht blinzelt. Da nimmt er sich zwei Wattebausche aus den Backentaschen: kleine Anspielung darauf, dass Marlon Brando damals sein Patengesicht mit Wattepacks ausstopfte… Nur: inszenatorisch wird darauf gar nicht hingearbeitet. Und so kann es gut sein, dass diese Koinzidenz auch nur ein ganz zufälliges Versehen ist, das Korn eines blinden Films.
| FAZIT
Schnell gesehen, schnell vergessen.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung