Montag | 28. Mai 2012 | 05:54 Uhr
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  • FILM REVIEW | Watchmen - Die Wächter
  • Watchmen - Die Wächter

    Action, Fantasy | USA 2009
  • | INHALTSANGABE

  • In einer alternativen Realität wurde für Präsident Nixon das Wahlrecht reformiert um ihn über Jahrzehnte im Weißen Haus zu halten, die USA haben den Vietnamkrieg gewonnen und der Kalte Krieg hat das Ende des Hier und Jetzt in unmittelbare Nähe gerückt. Die Uhr steht auf fünf Minuten vor der Apokalypse, die Watchmen dürfen laut Regierungsbeschluss nicht mehr maskiert agieren, Dr. Manhattan (Billy Crudup) ist der gottgleiche Beschützer der westlichen Hemisphäre, während der intelligenteste Mensch der Welt, Adrian Veidt (Matthew Goode) die Helden als Actionfiguren vermarktet.

    Die Watchmen – eine maskierte Truppe, die sich das Wohl der Amerikaner auf die Flaggen schrieben, aber an ihrem Heldenimage gescheitert sind. „Who watches Watchmen“, fragte die Bevölkerung zu Recht, und nun vegetiert der einst umfeiernde Comedian (Jeffrey Dean Morgan) in seinem Luxusappartement in Manhattan vor sich hin, bis er überraschend von einem Unbekannten ermordet wird.

    Sein einstiger Kollege Rorschach (Jackie Earle Haley) wittert eine Verschwörung hinter dem Mord und will Nite Owl II alias Dan Dreiberg (Patrick Wilson) ins Heldenleben zurückholen. Doch dieser verweigert sich, zu tief sitzt die Verstörung über die Entgleisungen seiner Kollegen. Dr. Manhattan wacht zwar noch offiziell über das Wohle der Menschheit, doch vom ehemaligen Wissenschaftler Jon Osterman, der durch einen Strahlenunfall in das blau schimmernde Wesen mutierte, ist kaum noch etwas übrig. So kann er auch die Bedürfnisse seiner Freundin Laurie Jupiter alias Silk Spectre II (Malin Akerman) nicht mehr befriedigen. Sie verlässt ihn, um sich bei Dan Trost zu suchen, der sie mit offenen Armen empfängt.

    Doch irgendjemand macht Jagd auf die Superhelden, und als Dr. Manhattan verschwindet, ist eine schnelle Entscheidung von Nite Owl und Silk Spectre gefragt.
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      • | FILMKRITIK

      • Die vielschichtigen Subuniversen, die Alan Moore in seinen Graphic Novels entwirft, umfassen das Böse in Reinform (From Hell), Helden mit eindeutigen Macken (V for Vendetta) und subtilen Humor (Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen), der sich oft erst nach genauem Hinhören offenbart.

        Watchmen liest sich wie eine Zusammenfassung dieser Qualitäten und galt dank seiner verzwickten Backstory lange als unverfilmbar. Regisseur Zack Snyder (300, Dawn of the Dead) wagte sich nun als Erster und hat mit seinem Machwerk zumindest das Flair der Comics einfangen können.

        Doch das was sich in der Theorie so einfach sagen lässt – unverfilmbar – erweist sich leider in der Praxis als wahr. Obwohl der Film seine Momente hat, und durchaus an den düsteren Humor der Vorlage anschließt, die komplizierte Geschichte der Superhelden kann auf der Leinwand nicht umfassend geklärt werden. So dauert es eine gefühlte Ewigkeit bis die eigentliche Handlung des Filmes überhaupt beginnt, denn die erste Stunde gehören der aufwendigen Einführung der Watchmen-Welt, die Hintergründe, den Ehemaligen.

        Das sieht alles schön aus und ist für die Fans der Vorlage sicherlich erheiternd. Doch dramaturgisch macht es nicht sonderlich viel her. Zu viele Charaktere, mit denen man sich identifizieren könnte, verschwinden alsbald wieder in den kruden Nebenhandlungssträngen, es ist schwer sich einen Protagonisten heraus zu suchen. Was für die Comics Sinn macht, ist für das Medium Film nicht adaptierfähig, denn es fehlt die Möglichkeit zurück zu blättern und noch einmal nachzulesen. Watchmen wird vom gefühlten Chaos regiert.

        Doch genug von den Laien. Für all diejenigen, die Watchmen gelesen und verehrt haben, ist dieser Film eine Offenbarung. Die Vorlage wurde detailverliebt umgesetzt, die Charaktere sind nahe an den Originalen und der Cast setzt die Vorgaben bedingungslos um. Jackie Earle Haley wird als Rorschach in die Geschichte eingehen, Jeffrey Dean Morgan, bekannt aus Grey’s Anatomy, verleiht dem Comedian einen raubeinigen Charme und zu Malin Ackerman muss man gar nicht mehr viel sagen. Die Prüderie der Amerikaner verhöhnend darf Dr. Manhattan die meiste Zeit des Filmes nackt herumlaufen, die explizite Gewalt steht immer im Dienste der Geschichte und Adrian Veidt ist in seiner Intelligenz unübertrefflich. Der Soundtrack ist eines extra Kommentars wert und trägt viel zur Komik des Filmes bei.

        Ein komplexer Film, der den Comics zumindest in seiner bedingungslosen Hingabe gerecht wird.
      • | FAZIT

      • Großartige Vorlage, guter Film im Rahmen seiner Möglichkeiten.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Laura Samide

      • | Userwertung

      Wertung: 9.5/10 (25 votes)

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