Im Jahr 1959 füllten Grundschüler in Lexington, Massachusetts, eine Zeitkapsel mit ihren Zeichnungen über die Welt in 50 Jahren. Das verängstigte Mädchen Lucinda steuerte ein Blatt voller Zahlenkolonnen bei. 50 Jahre später wird die Zeitkapsel aus dem Boden gezogen und die heutigen Schüler erhalten die Zeichnungen von damals. Caleb Koestler bekommt den Umschlag von Lucinda. Der Junge lebt allein bei seinem Vater John, einem Astrophysiker, und vermisst seine verstorbene Mutter.
Als John zuhause die merkwürdigen Zahlenkolonnen anschaut, erkennt er darauf das Katastrophendatum des 11.09.2001 und dahinter die Zahl der Todesopfer. Er forscht im Internet und findet weitere Katastrophen, die in den vergangenen 50 Jahren passierten, auf dem Blatt aufgelistet. Drei Vorfälle tragen jeweils ein Datum in naher Zukunft. John versucht, in New York ein Unglück zu verhindern, doch es findet statt. Jetzt ist der Physiker überzeugt, dass das zuletzt auf dem Blatt aufgeführte Ereignis unausweichlich ist und dass es apokalyptische Ausmaße haben könnte.
Derweil beginnt Caleb, wie einst die kleine Lucinda, flüsternde Stimmen zu hören, und es nähern sich ihm schweigende Menschen in dunklen Mänteln. John nimmt Kontakt zur Familie der längst verstorbenen Lucinda auf, doch ihre Tochter Diana, die ein Mädchen in Calebs Alter hat, blockt ihn zunächst schockiert ab. Doch dann führt sie John und Caleb zur Hütte im Wald, in der Lucinda zuletzt wohnte.
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| FILMKRITIK
„Knowing“ mit Nicolas Cage ist ein ungemein spannender, vielschichtiger und düsterer Film über die Prophezeiung einer Katastrophe von apokalyptischen Ausmaßen. Natürlich ist die Geschichte mit den stummen Boten aus dem All nichts als ein luftiges Hirngespinst. Doch Regisseur Alex Proyas konstruiert daraus ein Kinoereignis mit Genre-Anleihen von Science Fiction über Action bis zum Familiendrama. Es ist reich an Emotionen, gut gespielt und schafft mit Spezialeffekten Katastrophenbilder von fast unerträglicher Intensität. Vor allem aber bleibt die Spannung bis zuletzt erhalten, weil es die zu befürchtende dümmliche Auflösung nicht gibt.
Nicolas Cage spielt als Forscher eine Rolle, die an seine Figur aus „Das Vermächtnis des geheimen Buches“ erinnert. Auch den Astrophysiker John Koestler treiben Fragen nach unbekannten Zusammenhängen um, auch er schlittert in ein temporeiches Abenteuer und ist doch in erster Linie Familienmensch. Von Sorgen gezeichnet und abends Trost aus der Whiskyflasche suchend, hat er sich etwas Jungenhaftes bewahrt. Wenn die Mischung so stimmig ist wie hier, nimmt man Cage sowohl die Vorlesung an der Uni ab, ob das Schicksal vorherbestimmt oder Zufall ist, als auch seine nervöse, von böser Vorahnung geprägte Gefühlslage.
Mit wenigen Pinselstrichen malt der Film jeweils eines der verschiedenen Szenarien, aus denen sich die Geschichte schließlich zusammenfügt, und dieses Hingetupfte regt die Emotionen und die Fantasie ungemein an. Nach Lucindas Geisterkontakten am Anfang führt der Film die Gegenwart als Abenteuerspielplatz ein: John grillt im Garten seines Hauses in der abendlichen Dunkelheit Würstchen für seinen Sohn und blickt mit ihm in das Teleskop zu den Sternen.
Auch das große weiße Holzhaus der Koestlers mit der Veranda strahlt diese Heimeligkeit aus und ist zugleich ein Ort des Verfalls: Es ist voller alter Teppiche und Holzvertäfelungen, aber in Johns Zimmer sind die Wände nackt und fleckig und eine Leiter steht vergessen herum. Der Oktober hat den Wald rot gefärbt, aus dem die weiße Kugel des Observatoriums, an dem John einen Kollegen in seine Erkenntnisse einweiht, wie ein Fremdkörper ragt. Die Jahreszeit des Abschieds und der Ungewissheit spiegelt die gewaltige Umwälzung, die die Zahlenkolonnen verkünden.
Mehr noch als im effektreichen Actionfilm „Wanted“ werden hier Superlative am Computer generiert und es gibt Katastrophenszenen von ungeahnter Wucht. Wenn ein New Yorker U-Bahnzug auf einen anderen aufprallt und die zerstörten Wagen sich durch den bevölkerten Tunnel drücken, entwickeln die Aufnahmen eine extreme Intensität. Und in der Schlussphase wird man von der kreativen Schönheit der Phänomene aus dem All überrascht.
Die Geschichte speist ihre apokalyptische Angst aus mehreren Quellen, in erster Linie aus dem Trauma des 11. September, auf das der Film mit seinen Szenen von Überlebenden auf der Flucht wiederholt Bezug nimmt. Aber auch der Klimawandel und die Verletzlichkeit der Erde klingen an, so dass John trotz seiner naturwissenschaftlichen Einstellung bemerkenswert schnell bereit ist, an das bevorstehende Ende zu glauben. Dabei bietet die Familie John Halt und Trost in einer Zeit, da die Außenwelt aus den Fugen geraten ist.
| FAZIT
Alex Proyas hat einen spektakulären Apokalypse-Thriller voller Atmosphäre geschaffen, in dem Nicolas Cage überzeugt.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung