Sonntag | 27. Mai 2012 | 18:20 Uhr
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  • FILM REVIEW | Helen
  • Helen

    Drama | Deutschland / Großbritannien / USA 2009
  • | INHALTSANGABE

  • Helen (Ashley Judd) hat einen liebevollen Ehemann (Goran Visnjic), eine reizende Tochter (Alexia Fast), einen tollen Job... Eigentlich hat Helen alles, was man sich nur wünschen kann. Und trotzdem ist ihr den ganzen Tag zum Heulen zu Mute, trotzdem findet sie kaum Kraft, aus dem Bett aufzustehen. Obwohl sie eigentlich glücklich sein könnte, versucht sie, sich umzubringen.

    Helen ist nicht unglücklich, sie ist depressiv. Ihr Mann und ihre Tochter müssen hilflos mit ansehen, wie sich ihr Zustand immer weiter verschlechtert. Sie finden keinen Zugang mehr zu ihr. Nur Mathilda (Lauren Lee Smith), eine ihrer Schülerinnen, dringt noch zu Helen durch. Sie weiß aus eigener Erfahrung, was Helen durchmacht. Die Medikamente schlagen nicht an. Deshalb soll sie sich einer Elektroschocktherapie unterziehen und diese Entscheidung kann ihr niemand abnehmen.
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      • | FILMKRITIK

      • Helen hat Geburtstag. Alle Freunde sind da. Von ihrem Ehemann David bekommt sie einen Flügel geschenkt und ihre Tochter Julie hat ihr eigenhändig einen Kuchen gebacken. Es ist ein wundervoller Abend. Alle amüsieren sich. Nur Helen steht allein auf der Terrasse. Sie sieht furchtbar unglücklich aus, aber sie weiß, dass es keinen Grund dafür gibt. So beginnt das Drama von Regisseurin und Drehbuchautorin Sandra Nettelbeck und obwohl sie sich viel Zeit zum Erzählen lässt, ist bereits in dieser Minute klar, worum es geht.

        Nettelbeck zeigt, dass sich diese Krankheit sehr schleichend an die Oberfläche kämpft. „Ich sehe es nicht kommen, aber ich kann es spüren. Es ist da!“, sagt Helen anfangs aus dem Off und tatsächlich, ihr ist zu erst einfach nicht zum Lachen zu Mute – das ist alles, könnte also auch nur ein schlechter Tag sein. Am nächsten Morgen ist es David, der nicht aus dem Bett findet und von Helen rausgeschmissen werden muss. Sie spielt wunderbar Klavier, doch dann wollen ihr manche Stücke einfach nicht mehr gelingen. Ein paar Tage später ist sie es, die nicht aus dem Bett kommt. Die Heulkrämpfe kommen immer häufiger, bis sie schließlich vollkommen zusammenbricht und eingewiesen werden muss.

        „Helen“ ist ein unangenehmer Film. Man könnte fast sagen, ein Feel-Bad-Movie. Die Hauptfigur heult die meiste Zeit und redet ständig davon, sich umzubringen. „Helen“ verlangt viel – und genau das macht ihn zu einem guten Film. Dem Publikum geht es wie Helens Mann David. Wir bekommen – wie er – erklärt, was Depression bedeutet und wie er sind auch wir gezwungen, hilflos mit anzusehen, wie es immer schlimmer wird und auch wir können die Entscheidung treffen, ob wir dabeibleiben oder einfach den Kinosaal verlassen. Nur dann würden wir das hervorragende Spiel von Ashley Judd verpassen. Besonders beeindruckend ist die Szene, als sie und David mit Freunden zum Essen ausgegangen sind. Alle beteiligen sich am Gespräch, nur Helen sitzt stumm und in sich gekehrt daneben. Plötzlich steht sie auf und geht auf die Toilette, um ihren Tränen endlich freien Lauf lassen zu können. Doch unvermutet steht eine Frau neben ihr und Helen ist erneut gezwungen, ihren Weinkrampf zu unterdrücken. Es tut wirklich weh mit ansehen zu müssen, wie sehr sie sich zusammenreißt und umso schlimmer bricht es dann aus ihr heraus, als sie endlich allein ist, was Ashley Judd ebenfalls überzeugend darstellt.

        Nettelbeck hat ihren Film einer guten Freundin gewidmet, die an Depressionen litt und den Kampf gegen sie verloren hat. So deprimierend diese Geschichte teilweise auch ist, Nettelbeck schafft es tatsächlich, wenigstens ansatzweise nachvollziehbar zu machen, was es bedeutet, an Depressionen zu leiden.
      • | FAZIT

      • Ein Drama, das sich mutig an das unpopuläre Thema Depression heranwagt, ohne etwas zu beschönigen.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Sandra Blass

      • | Userwertung

      Wertung: 0.0/10 (0 votes)

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