Sonntag | 27. Mai 2012 | 15:04 Uhr
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  • FILM REVIEW | Cadillac Records
  • Cadillac Records

    Musik, Drama | USA 2008
  • | INHALTSANGABE

  • Der Chicagoer Clubbesitzer Leonard Chess begegnet 1947 dem schwarzen Musiker Muddy Waters. Begeistert von den Bluesliedern mit elektrisch verstärkter Gitarre, lädt er Waters zu einer Studioaufnahme ein. Muddy Waters wird schnell berühmt und Leonard Chess gründet in Chicago seine Plattenfirma Chess Records. Sie wird zur Heimat neuer Stars wie Little Walter, Howlin’ Wolf und Etta James.

    Bei Chess Records erlebt nicht nur der Blues seine ersten Sternstunden, sondern auch eine neue Musikrichtung, die sich Rock and Roll nennt und von Chuck Berry initiiert wird. Berry begeistert auf seinen Konzerten im von der Rassentrennung beherrschten Land auch die weiße Jugend. Der Spielfilm porträtiert die Musiker, ihr Verhältnis zu Chess und schildert die Euphorie, die die neuen Klänge in den fünfziger und sechziger Jahren auslösten.
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      • | FILMKRITIK

      • „Cadillac Records“ von Regisseurin und Drehbuchautorin Darnell Martin führt zurück in die Zeit, als der Blues von Muddy Waters und anderen seinen Siegeszug durch die amerikanische Gesellschaft antrat. Die Aufbruchstimmung, die von der neuen Musik ausging und insbesondere mit Chuck Berrys Rock and Roll auch die weiße Zuhörerschaft erfasste, wird intensiv auf die Leinwand gezaubert. Für die Atmosphäre sorgen vor allem auch die damaligen Lieder, die von den Schauspielern vorgetragen werden.

        Der von Adrien Brody gespielte Leonard Chess erscheint wie ein Pionier im Chicago der späten vierziger Jahre, als er sich unbekümmert für schwarze Musik interessiert und den Gitarristen und Sänger Muddy Waters zu einer Studioaufnahme mitnimmt. Chess besticht Radiomoderatoren, damit sie Waters’ Lied spielen. So beginnt laut diesem Film praktisch der Siegeszug des Blues im Radio und in den Plattenläden. Und Muddy Waters, der erst vor wenigen Jahren eine Plantage in Mississippi verließ, um in Chicago Musik zu machen, fährt einen blauen Cadillac.

        In Chess’ Plattenstudio treffen sich schon bald schwarze Musiker, um gemeinsam Lieder aufzunehmen. Zu ihnen gehört auch der Songwriter und Bassist Willie Dixon, gespielt von Cedric the Entertainer, der auch als Erzähler im Off durch die Handlung führt. Auf Chess’ Angewohnheit, seinen Musikern für den ersten Plattenhit einen Cadillac zu kaufen, bezieht sich der Filmtitel. Jeffrey Wright spielt Muddy Waters als Frauenhelden und ernsten Charakter zugleich, der im Studio als Mitentdecker neuer Talente stets ein Leuchten in die Augen kriegt.

        Zu Waters’ Combo gehört auch der erst siebzehnjährige Mundharmonika-Virtuose Little Walter. Columbus Short stellt den hitzköpfigen jungen Trinker dar, der immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt kommt. Eamonn Walker spielt den furchteinflößenden Howlin’ Wolf, der sich zum Rivalen von Muddy Waters entwickelt.

        Mos Def schließlich stellt Chuck Berry als jungen Witzbold dar. Wie dieser quirlige Musiker mit Hits wie „Maybelline“ den Cross-Over in den weißen Mainstream schafft und blonde junge Frauen die Bühne bei seinen Auftritten stürmen, ist ein Aha-Erlebnis. Lange bevor das Gesetz nachzieht, hebt Berrys Musik die Rassentrennung praktisch aus den Angeln. Dann aber muss Chuck Berry für einige Jahre ins Gefängnis und stellt nachher fest, dass andere Bands seinen Sound kopiert haben, manchmal recht unverhohlen wie im Fall eines Lieds der Beach Boys.

        Die von Beyoncé Knowles gespielte Etta James, Tochter eines Weißen, der sie nie akzeptiert, ist drogensüchtig und geht mit dem verheirateten Leonard Chess eine Beziehung ein. Zu kurz kommen in dieser mitreißenden Geschichte der Niedergang von Chess Records und die angedeuteten Spannungen zwischen Leonard Chess und seinen Musikern wegen der Bezahlung. Gerne hätte man außerdem etwas mehr über die Charaktere erfahren, vor allem über Chuck Berry: Hier erscheint er wie aus dem Nichts und erobert sofort die Herzen des Publikums.
      • | FAZIT

      • Wie Muddy Waters und Chuck Berry die amerikanische Musikwelt eroberten und für immer veränderten: Intensiver, gut gespielter Rückblick in die fünfziger Jahre mit vielen Hits.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Bianka Piringer

      • | Userwertung

      Wertung: 9.0/10 (1 vote)

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