FILM REVIEW | C´est la vie - So sind wir, so ist das Leben
C´est la vie - So sind wir, so ist das Leben
Drama
| Frankreich 2008
| INHALTSANGABE
Marie-Jeanne und Robert haben drei Kinder und führen eine glückliche und harmonische Ehe. Doch aus Kindern werden Leute und die Zeit lässt sich ebenso wenig aufhalten wie das Leben. Und so kommt der Tag, an dem der älteste Sohn Albert den Schoß der Familie verlässt, um ein eigenes, selbstbestimmtes Leben zu beginnen. Während Vater Robert sich über das neue leere Zimmer im Haus freut, bricht für Marie-Jeanne eine Welt zusammen. Um zumindest einen Teil ihrer Vergangenheit wieder zum Leben zu erwecken, schreibt sie sich erneut in der Uni ein.
Die Jahre vergehen. Albert ist mittlerweile Arzt und hat die Frau seines Lebens getroffen. So richtig zufrieden ist er allerdings nicht. Noch weniger weiß allerdings sein kleiner Bruder Raphaël was er mit seinem Leben anfangen soll. Raph lebt in den Tag hinein, studiert halbherzig und hat sich wieder im Haus seiner Eltern eingenistet. Ihre Schwester Fleur ist mittlerweile sechzehn und zunehmend genervt von der Welt. Das entgeht auch ihren Eltern nicht. Während Robert jedoch mehr damit beschäftigt ist, mit seinem Vater zu streiten und endlich mit Rauchen aufzuhören, mischt sich Marie-Jeanne mehr und mehr in Fleurs Leben ein. Mit schrecklichen Folgen, die einen neuen Wendepunkt im Leben der Familie einläuten.
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| FILMKRITIK
Der zweite Film des Regisseurs Remi Bezançon war schon in Frankreich ein großer Publikumsliebling. Dort wurde er für insgesamt neun Césars nominiert, von denen er schließlich drei erhielt. Ähnlich erfolgreich könnte der Film auch in Deutschland werden, verdient hätte er es durchaus.
Denn „C’est la vie“ oder (im Original) „Le Premier Jour du Reste de ta Vie“ erzählt vom Leben einer Familie, wie es ist oder zumindest sein könnte. Und das auf so leichte und unbeschwerte Art, dass man darüber fast vergessen kann, wie tragisch das Leben bisweilen sein kann. Jedem Familienmitglied wird dabei eine eigene Episode gewidmet. Ihre Geschichten sind authentisch und werden mit viel Humor und Sympathie erzählt. Dabei schwanken Robert, Marie-Jeanne und ihre drei Kinder, Albert, Raphaël und Fleur, immer hin und her zwischen Sehnsüchten, Rebellion und dem Wunsch nach familiärer Geborgenheit. Zahlreiche Wendepunkte markieren ihr Leben und lenken sie in immer neue Richtungen.
Immerhin muss auch die schönste Durchschnittsfamilie, die von liebenden Eltern zusammengehalten wird, mit zahlreichen Kompromissen und Problemen fertig werden, um die eigene Harmonie zu bewahren. Während sich die Kinder damit auseinandersetzen müssen, was sie in ihrem Leben erreichen wollen und dabei auch mit gesellschaftlichem Druck und familiären Erwartungen zu kämpfen haben, müssen sich die Eltern der Tatsache stellen, dass ihre eigene Jugend vorbei ist und ihnen nicht mehr viel Zeit bleibt, das eigene Leben in neue Bahnen zu lenken.
Dem Regisseur gelingt es, den Überblick über seine vielfältigen Handlungsfäden zu behalten und jedem Familienmitglied das gleiche Maß an Wichtigkeit und Erzählzeit zuzuerkennen. Großartige Nachwuchsdarsteller und ein stimmungsvoller Soundtrack sorgen außerdem für eine entspannte und unterhaltsame Atmosphäre. Auf diese Weise zeigt der Film auf schöne Weise, dass ein Ende immer auch ein neuer Anfang ist. Und das Leben – so schön es in der Vergangenheit auch war – in der Gegenwart weiter geht.
| FAZIT
Ein Film wie das Leben selbst. Tragisch, komisch und nie voraussehbar. Gute schauspielerische Leistungen und ein stimmungsvoller Soundtrack sorgen für ein entspanntes und unterhaltsames Kinoerlebnis.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung