Sonntag | 27. Mai 2012 | 15:14 Uhr
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  • FILM REVIEW | Vorstadtkrokodile
  • Vorstadtkrokodile

    Abenteuer, Jugendfilm | Deutschland 2009
  • | INHALTSANGABE

  • Um in der coolsten Kinderbande der Vorstadt Mitglied zu werden, muss man zunächst eine Mutprobe bestehen. Hannes (Nick Romeo Reimann) nimmt die Herausforderung an und klettert auf das marode Dach der stillgelegten Ziegelei um das Emblem der „Vorstadtkrokodile“, einen Anhänger, herunter zu holen. Er hält die Kette schon in den Händen, als er auf einmal abstürzt und sich gerade noch an der Regenrinne festhalten kann.

    Die anderen Krokodile schauen entsetzt zu wie Hannes in der Höhe baumelt, während Maria (Leonie Tepe) zum Hilfe holen geschickt wird. Doch glücklicherweise schaut Kai (Fabian Halbig), der neu in die Stadt gezogen ist, eben in dieser Sekunde durch sein Fernglas und sieht Hannes. Er benachrichtigt die Feuerwehr und diese kann Hannes gerade noch rechtzeitig retten.

    Als Hannes den Namen seines Retters durch die Polizei erfährt, fährt er zu Kai um sich zu bedanken. Die beiden Jungs sind sich sofort sympathisch, doch Kai, der im Rollstuhl sitzt, ist kein wirklich glücklicher Fang für die Krokodile. Die anderen, insbesondere Anführer Olli (Manuel Steitz) und Möchtegern Halbstarker Frank (David Hürten), sprechen sich gegen den „Spasti“ aus.

    Doch dann beginnt eine Diebesbande in die Läden der Vorstadt einzubrechen. Auch das Geschäft von Hannes Mutter (Nora Tschirner) ist betroffen. Hannes muss sie eines Morgens aus dem Lagerraum retten, in dem sie über Nacht eingesperrt war. Auf die Diebe wird eine Belohnung von 1000 Euro ausgesetzt, Geld was Hannes und seine Mutter dringend benötigen könnten. Ausgerechnet Kai behauptet er hätte die Diebesband des Nachts mit seinem Fernglas beobachtet. Also müssen sich die Krokodile erneut beraten, ob sie den Rollstuhlfahrer nicht doch in ihren Reihen aufnehmen wollen.
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      • | FILMKRITIK

      • Anders als die Wilden Kerle setzt Vorstadtkrokodile auf die authentische Erzählweise der Vorlage, ohne dass die Jugendgruppe besondere Fähigkeiten haben oder mit viel High-Tech ausgerüstet sind. Das ist erfrischend, diese Art von Realismus ist man aus der letzter Zeit nicht gewöhnt. Umso schöner, dass die Rückkehr zum kleinen Einmaleins der Detektivarbeit in diesem Film geradezu gefeiert wird.

        Regisseur Christian Ditter, der mit seinem Debütfilm Französisch für Anfänger begeisterte, setzt seine Jungdarsteller gekonnt in Szene, und so liest man mit Erstaunen, dass Fabian Halbig als Kai hier sein Schauspieldebüt feiert. Die Leichtigkeit mit der „Killerpilz“ Fabian in die Rolle des Querschnittgelähmten schlüpft, sieht man selbst bei gestandenen Schauspielern eher selten. Und auch Nick Romeo Reimann, der ja dank seiner Rolle in die Wilden Kerle schon auf eine beträchtliche Filmographie zurückschauen darf, überzeugt auf ganzer Linie.

        Schade, dass sich diese Natürlichkeit nicht auf die älteren Semester übertragen lies. Einzig alleine Maria Schrader kann sich gegen die Kids auf darstellerischer Ebene durchsetzen. Nora Tschirner nimmt man die Rolle der jungen Mutter eher selten ab. Und Ralf Richter und Martin Semmelrogge verkommen zu dumm-platten Karikaturen, die im Vergleich zur Darstellung der jungen Kriminellen wenigstens noch ein wenig lustig sind. Jacob Matschenz, Axel Stein und Oktay Özdemir können einem dahingegen wirklich Leid tun, ihre Rollen sind so Klischee beladen, dass sich die Darsteller sichtbar schwer tun. Natürlich hat Axel Stein seine Lacher, aber irgendwann gehen seine Kommentare nur noch auf den Nerv des Publikums.

        Da die Erwachsenen in diesem Film eine untergeordnete Rolle spielen, wirkt sich dieses Manko aber nicht wesentlich auf die Betrachtung des Filmes aus. Die meiste Zeit darf man die Vorstadtkrokodile bei ihrer Recherchearbeit beobachten, darf sich über die kleine Romanze zwischen Hannes und Maria freuen und die komischen Kommentare von Jorgo und Elvis genießen.

        Letztlich verfolgt der Film sein Hauptthema erstaunlich konsequent. Es geht um Akzeptanz, eine Lektion die alle in diesem Film lernen müssen. Ob es darum geht den Rollstuhlfahrer in den eigenen Reihen zu akzeptieren, oder festzustellen, dass man sich doch auf andere verlassen kann. Hier wird der Film oft tiefgründiger, als es einem Kinderfilm zuzutrauen wäre. Das zeichnet ihn als komplexeres Werk aus, als viele seiner Genregenossen.
      • | FAZIT

      • Ein wenig mehr Sorgfalt bei der Inszenierung der Erwachsenen hätte zu einem großartigen Film geführt.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Laura Samide

      • | Userwertung

      Wertung: 9.3/10 (3 votes)

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