Sonntag | 27. Mai 2012 | 18:40 Uhr
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  • FILM REVIEW | Rage
  • Rage

    Thriller, Drama | Großbritannien 2009
  • | INHALTSANGABE

  • Der junge Michelangelo bekommt eine einmalige Gelegenheit: Für exakt sieben Tage darf er in einem New Yorker Modehaus Mäuschen spielen und mit seiner Handykamera Interviews für seine Website führen. Leider ist der Zeitpunkt nicht unbedingt günstig, denn die Präsentation der neuen Kollektion des angesagten Modedesigners Merlin steht unmittelbar bevor. Während der Show kommt es erst zu einem schrecklichen Unfall und dann zu einem Mord – die Modeindustrie steht Kopf und Dank Michelangelos Website weiß bald die ganze Welt Bescheid.
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      • | FILMKRITIK

      • „Rage“ besteht ausschließlich aus Interviewzusammenschnitten und Geräuschen aus dem Off. 14 Protagonisten, darunter der Modedesigner Merlin, die Kritikerin Mona Carvell und die Schneiderin Anita de Los Angeles, kommen abwechselnd zu Wort und erzählen kleinere, später auch größere Geheimnisse aus der Modewelt, klagen an, intrigieren und beichten. So zeigt sich die immer größer werdende Kluft zwischen Sein und Schein – welche Überraschung.

        Michelangelos Interviewpartner sind unter anderem mit namenhaften Stars wie Judi Dench und Steve Buscemi besetzt, sie verkörpern dabei allerdings die für sie typischen Figuren. Allein Jude Law überrascht in der Rolle des Topmodels Minx und ist das einzige Highlight des Films.

        „Rage“ soll ein Erzählexperiment sein. Ganz so innovativ und neu, wie es auf den ersten Blick scheint, ist es allerdings nicht – bis auf die ständig wechselnde Hintergrundfarbe. Schon Regisseur Jonathan Teplitzky bediente sich beispielsweise im Jahr 2000 in seinem Regiedebüt – der Beziehungskomödie „Besser als Sex“ – einer ganz ähnlichen Form: Der Film handelt von einem One-Night Stand, der sich ungeplant in die Länge zieht, bis auch die beiden Beteiligten realisieren, dass aus diesem „More-Night Stand“ viel mehr geworden ist. Immer wieder wird die Handlung durch Interviewszenen mit Freunden des Paares und ihnen selbst unterbrochen, die die Filmhandlung nicht unbedingt voranbringen. Das ist innovativ und funktioniert – die Interviewparts lockern die ohnehin schon spritzig und gleichzeitig einfühlsam erzählte Story zusätzlich auf.

        Sally Potter hingegen verlangt von ihrem Publikum zu viel. Der neunzigminütige Film wirkt durch diese konsequent beibehaltene Form des Interviews unglaublich lang und man könnte versucht sein, bei dem Insert „mein letzter Tag...“, zu applaudieren, weil man es endlich hinter sich gebracht hat (so tatsächlich geschehen während einer Berlinale-Vorstellung). Die Interviewsituation wird leider auch nicht durch das gängige Schuss-Gegenschuss-Verfahren – dabei würden Interviewer und Interviewter abwechselnd gezeigt – aufgelockert. Die Interviewten sprechen unentwegt in die Handykamera – wobei noch nicht einmal ansatzweise versucht wurde, eine solche zu imitieren – und somit direkt zum Publikum. Die gewollt klischeehaften Figuren sind dabei leider wenig amüsant.

        Mag sein, dass „Rage“ als Kurz- oder mittellanger Film funktionieren würde, als abendfüllender Spielfilm gelingt das jedoch nicht.
      • | FAZIT

      • Für einen Langfilm ist diese Machart ungeeignet. Jude Law als Model Minx hingegen ist absolut sehenswert.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Sandra Blass

      • | Userwertung

      Wertung: 0.0/10 (0 votes)

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