Montag | 28. Mai 2012 | 06:26 Uhr
Sie befinden sich hier: KINO | Startseite > Reviewübersicht > Reviewdetails
  • FILM REVIEW | My Bloody Valentine
  • My Bloody Valentine

    Thriller, Horror | USA 2009
  • | INHALTSANGABE

  • Nachdem der Sohn des Minenbesitzers Hanniger einen Unfall verursacht hat, bei dem mehrere Menschen ums Leben kamen, kann nur ein Arbeiter lebend geborgen werden. Harry Warden liegt jedoch fortan im Koma und fristet sein Dasein im städtischen Klinikum.

    Tom Hanniger (Jensen Ackles) hingegen macht sich noch immer Vorwürfe und auch seine Freundin Sarah (Jaime King) kann ihn von seinen düsteren Gedanken nicht abbringen.

    Genau ein Jahr nach dem Unglück wacht Warden aus dem Koma auf und unternimmt einen blutigen Todesstreifzug durch die Kleinstadt Harmony. Tom, Sarah und Axel (Kerr Smith) gehören zu den wenigen Jugendlichen, die ein Massaker bei einer Party überleben, woraufhin Tom Harmony sang und klanglos verlässt.

    Erst zehn Jahre später, ausgerechnet zum Valentinstag, kehrt er in seine Heimatstadt zurück um die Hinterlassenschaft seines Vaters abzuwickeln. Sarah ist mittlerweile mit Axel verheiratet und hat einen Sohn mit ihm und obwohl die Zeit sich sogar in der verschlafenen Kleinstadt weiter gedreht hat, kann niemand das Massaker von damals vergessen.

    Doch ausgerechnet in dieser Nacht kehrt der Spitzhackenmörder wieder an den Ort des Verbrechens zurück und hinterlässt wiederum eine blutige Spur.
    WERBUNG
      • | FILMKRITIK

      • Es ist etliche Jahre her, dass ein Horrorfilm in 3D die Kinoleinwände erblickte, und in Anbetracht des wieder erstarkenden Mediums fällt es einem schwer zu glauben, dass das Genre in den letzten Jahren so wenig für die 3D Projektion genutzt wurde. Scheint es doch prädestiniert dafür zu sein.

        My Bloody Valentine, ein Remake des kanadischen Kultfilmes aus den späten Siebzigern, nutzt die Vorzüge, die 3D bietet, ausgezeichnet. Mit brachialer Gewalt wird die Spitzhacke immer wieder in Richtung der Zuschauer getrieben, Blutspritzer und fliegende Eingeweide scheinen erst kurz vor dem Gesichtsfeld abzuprallen und wenn die Taschenlampe direkt auf das eigene Gesicht gerichtet zu sein scheint, ist man schon mitten drin in der Gruselmär.

        Natürlich ist My Bloody Valentine alles andere als anspruchsvoll, doch der intelligente Spannungsaufbau trägt viel zum Reiz des Filmes bei. Bis zum Ende scheint nicht klar, wer der Täter ist. Immer wieder werden gekonnt Hinweise in die eine oder andere Richtung gesetzt. Das Offensichtliche wird widerlegt und neu interpretiert. Menschen, die eigentlich nicht zum Kreis der Verdächtigen zählen, verhalten sich unerwartet merkwürdig.

        Dazu kommt noch der Charme der Hauptdarsteller. Hier rennen keine gut aussehenden Teenies vor dem Mörder weg, sondern gestandene Erwachsene, deren Probleme nicht beim „Wo kann ich mich verstecken“ aufhören. Es ist vor allem Jensen Ackles, bekannt aus der Serie Supernatural, dessen Leistung im Nachhinein im Gedächtnis hängen bleibt. Doch auch Jaime King (Sin City) und der, fast schon als Veteran zu bezeichnende, Kerr Smith (Final Destination, Dawson’s Creek, Charmed) liefern eine ernstzunehmende Leistung ab. Die Dreiecksgeschichte zwischen den Charakteren liefert eine glaubwürdige Basis für die brutale Splatteraction, die den Rest des Filmes ausmacht.

        Dabei vergeht dem Film nie die Selbstironie. Ob die Kamera bewusst kaltschnäuzig über die zerhackstückten Überreste der Opfer schwenkt oder das weibliche Opfer, das sich kurz zuvor durch eine Sexszene auf der Liste der zu Tötenden ganz nach oben bewegt hat, komplett nackt vor dem Killer davon läuft; mit augenzwinkerndem Humor werden die Regeln des Genres aufgegriffen und neu interpretiert.

        Damit katapultiert der Film das Medium 3D wieder ganz nach oben in die Kinowelt. Anders als Beowulf, wo die haarsträubende Dramaturgie das Vergnügen zu Nichte machte, konzentriert sich der Film nicht nur auf die offensichtlichen Effekte, sondern auch auf eine zusammenhängende und spannende Geschichte. Und Vertigo-Effekte in 3D sehen einfach cool aus.
      • | FAZIT

      • Es wurde wieder Zeit für einen Horrorfilm in 3D, das Genre ist wie gemacht für das Medium!
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Laura Samide

      • | Userwertung

      Wertung: 10.0/10 (1 vote)

      • | Cinefacts bei Facebook
      Facebook Logo
        • | WEITERE INFOS
            •   AKTIONEN